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Borussia siegt dank de Camargos Gattin

Von: Marc Basten
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Das Tor des Tages: Borussias Igor de Camargo verfolgt den Lauf des Balles, den er Frankfurts Torwart Oka Nikolov gerade durch die Beine und ins Netz gespielt hatte. Foto: Olaf Kozany

Frankfurt. Eine halbe Stunde war in der bitterkalten Frankfurter Arena gespielt, da schien das Spiel zwischen Frankfurt und Mönchengladbach den aus Borussen-Sicht gewohnten Gang zu nehmen. Frankfurts Brasilianer Caio, der die Eintracht eigentlich verlassen wollte, aber beim Medizin-Check von Dynamo Moskau durchgefallen war, schlenzte den Ball auf das Gladbacher Tor.

Noch leicht abgefälscht klatschte die Kugel an den Pfosten. „In der Hinrunde wäre der drin gewesen”, mutmaßte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck. „Am langen Ende hatten wir auch das Quäntchen Glück”, gab Frontzeck nach dem 1:0-Erfolg zu.

Dass sein Team mit einem torlosen Remis in die Kabinen ging, war tatsächlich glücklich. Denn Frankfurt war im ersten Durchgang die klar bessere Mannschaft. „Die Eintracht war überlegen, wir hatten viele einfache Ballverluste und konnten kaum für Entlastung sorgen”, sagte Frontzeck, der noch auf den Last-Minute-Neuzugang Michael Fink verzichtete, den die Borussia von Besiktas Istanbul bis zum Saisonende ausgeliehen hat. „Er hat nur zweimal mit der Mannschaft trainiert”, begründete der Trainer die Entscheidung zugunsten der Youngster Roman Neustädter und Hvard Nordtveit in der Schaltzentrale auf der „Doppel-6”. Eine Maßnahme, die sich zunächst nicht auszuzahlen schien. „Beide hatten Probleme, wir konnten die Zentrale nicht schließen”, erklärte Frontzeck. „Doch in der zweiten Halbzeit klappte das wesentlich besser.”

Im zweiten Durchgang wirkte das komplette Gladbacher Team wie ausgewechselt, wobei die Vorzeichen eigentlich eher schlecht waren. Mittelstürmer Mike Hanke musste nach einem Schlag auf die Nase in der Kabine bleiben, weil die Blutung nicht zu stillen war. Doch Karim Matmour, der für den Ex-Schalker kam, verzeichnete schon nach wenigen Sekunden eine erste Chance für die Gladbacher, die in der Folgezeit das Kommando übernahmen und das überlegene Team waren.

„Wir waren von der ersten Sekunde an besser im Spiel”, stellte Michael Frontzeck zufrieden fest. Seine Mannschaft erspielte sich Torchancen und wäre 20 Minuten vor dem Ende schon fast belohnt worden. Frankfurts Keeper Oka Nikolov kratzte allerdings einen Kopfball von Igor de Camargo von der Linie. „Ich habe zwar protestiert, es aber nicht gesehen”, gab Michael Frontzeck zu. Letztlich ließ sich die Millimeterentscheidung nicht auflösen. Und sie war schließlich nur eine Randnotiz, weil de Camargo in der 84. Minute den mittlerweile verdienten Siegtreffer für den Tabellenletzten erzielte.

Ausgerechnet de Camargo, der laut ärztlicher Diagnose wegen einer Kapselverletzung eigentlich einen Monat pausieren sollte. Doch die „Wunderheilung” des gebürtigen Brasilianers mit belgischem Pass wurde zu Borussias Glücksfall. „Es war schon überraschend, dass es so schnell ging”, sagte Michael Frontzeck. „Igor war seit Mittwoch wieder voll im Mannschaftstraining und so war es kein Risiko, ihn heute zu bringen.”

„Zwei, drei Tore mehr machen”

De Camargo selbst enthüllte das Geheimnis seiner schnellen Genesung: „Meine Frau hat mich gut behandelt”, strahlte er. Fast wäre ihm und den Borussen die Freude über den zweiten Auswärtssieg in Folge allerdings im Halse stecken geblieben. „Normal müssen wir zwei oder drei Tore mehr machen”, gab de Camargo zu. In der Schlussphase ließen die Gladbacher beste Konterchancen liegen und mussten bis zum Ende um den knappen Sieg zittern.

Als der schon fast überlebenswichtige Erfolg fest stand, war die Erleichterung im Gladbacher Lager groß. „Wir sind dran, was die Punkte angeht”, sagte Michael Frontzeck. Noch drei Zähler trennen die Gladbacher vom 1. FC Köln, der auf dem Relegationsplatz steht. Und am nächsten Samstag kommt der Tabellenvorletzte VfB Stuttgart in den Borussia-Park (18.30). „Da muss mit aller Macht der erste Heimsieg her”, fordert Abwehrchef Dante. Damit der Auswärtssieg von Frankfurt versilbert werden kann.

Bradley zu Aston Villa, Meeuwis zu Feyenoord

Überraschende Wende im Fall Michael Bradley: Der US-Amerikaner wechselt wohl doch auf die Insel seiner Träume, nach England zu Aston Villa. „Das werden wir wohl als perfekt melden können”, sagte Sportdirektor Max Eberl. Aston Villa leiht ihn bis zum Sommer mit einer Kaufoption.

Marcel Meeuwis wird bis zum Saisonende an Feyenoord Rotterdamausgeliehen. „Es sieht danach aus”, sagt Eberl.

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