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Borussia Mönchengladbach: In Nürnberg mit Balance, aber ohne Xhaka

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Dynamik pur: Alexander Ring wäre die offensivere Variante als Nordtveit-Ersatz. Foto: imago/Simon

Mönchengladbach. „Es wird eine schwere Saison, eine sehr schwere“, hatte Lucien Favre am dritten Spieltag geunkt. Der Schrecken der 2:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg war dem Trainer von Borussia Mönchengladbach mehr ins Gemüt denn in die Glieder gefahren. Ein überzeugender Patrick Herrmann, zwei Tore und etliche gut herausgespielte Torchancen konnten den Schweizer Tüftler nicht versöhnen.

Neuzugang und Hoffnungsträger Granit Xhaka hatte gespielt, die Balance zwischen Offensive und Defensive aber stimmte überhaupt nicht. Am Samstag geht es erneut gegen den Club. Inzwischen mit Balance, aber weiterhin ohne Xhaka. Die Denkpause für das Schweizer Talent, eingeleitet nach der Klatsche in Dortmund, hätte am Samstag beendet werden können. Havard Nordtveits geprelltes Knie lässt noch keinen Einsatz zu.

Doch erwischte Xhaka ausgerechnet in diesem Moment eine Erkältung. Nun wird Favre auf Lukas Rupp oder Alexander Ring für die Doppel-Sechs zurückgreifen. Beide Optionen besitzen ein Manko: Sie besitzen nicht die körperliche Robustheit des Norwegers. Und das ausgerechnet gegen die Nürnberger mit ihrer spürbaren Qualität: „Sie sind sehr hart in den Zweikämpfen“, warnt Lucien Favre. Dass auch Xhaka nicht unbedingt die Idealbesetzung in puncto Zweikampfhärte- und -schläue gewesen wäre, ist nur ein geringer Trost.

Dennoch verkündet der Borussen-Trainer, das Spiel gegen die Franken „wie ein Heimspiel“ angehen zu wollen. Es ist davon auszugehen, dass er damit die Anfangsphase gegen Düsseldorf, nicht die erschreckende Passivität oder Schockstarre zuvor gegen Freiburg, Mainz oder Frankfurt meint. In Nürnberg wird sich zeigen, ob die positiven Ansätze gegen Hoffenheim und Düsseldorf nicht überwiegend deren Passivität geschuldet waren. Die Mannschaft von Neu-Trainer Michael Wiesinger pflegt speziell zu Hause eine recht forsche Gangart, mit der etwa zuletzt der Hamburger SV eine Halbzeit lang überhaupt nicht klar kam.

Gladbachs defensive Stabilität ist wieder zurück, ob jetzt Roel Brouwers – wie Samstag – spielt oder Martin Stranzl. Auch der Ballbesitz liegt zumeist bei über 50 Prozent. Doch die Zirkulation stößt an ihre Grenzen, wenn die Spieler nicht den richtigen Moment finden, die Endlos-Kette zu unterbrechen – mit einem Steckpass oder einer Einzelaktion. Dazu aber benötigt man auch den Mut und die Rückendeckung, einen Fehler zu riskieren. Patrick Herrmann etwa könnte aus seiner Schnelligkeit mehr herausholen, wenn er öfter eine Aktion auf eigene Faust einstreuen würde. Die Kurzpass-Kombination ist kein Selbstzweck. Selbst eigentlich ein auf dem Index stehender Anarcho-Schlag wie gegen Wolfsburg von Nordtveit, den Juan Arango zu einem seiner Traumtore nutzte, haben ihre Berechtigung. Aber der Norweger fehlt ja am Samstag.

Mögliche Aufstellung: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt - Ring (Rupp), Marx - Cigerci, Arango - Herrmann, de Jong

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