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Borussen am Boden: Ein „Nackenschlag” erster Güte

Von: dpa
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Mönchengladbach. Als sei die Last-Minute-Pleite nicht schon Strafe genug, mussten sich die niedergeschlagenen Profis von Borussia Mönchengladbach in den Stadion-Katakomben auch noch die dröhnenden Jubelgesänge der glücklichen Sieger anhören.

„Das ist ein Nackenschlag, den wir in dieser Form noch nicht hatten. Die Mannschaft sitzt total geknickt in der Kabine”, sagte Gladbachs Coach Michael Frontzeck nach der 2:3 (2:0)-Heimpleite im „Keller-Derby” der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. „Das ist für uns ein ganz bitterer Abend”, meinte der Borussen-Trainer nach der erneuten Heimpleite im Existenzkampf und einem dramatischen Spielverlauf.

Die Stuttgarter hingegen feierten ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison wie den Gewinn der Meisterschaft. „Das kann in unserer Situation eine große Initialzündung sein”, sagte VfB-Manager Fredi Bobic. Seine Mannschaft hatte nach dem 0:2-Rückstand gegen die gut aufspielenden Gladbacher, die mit zwei Siegen aus drei Spielen in die Rückrunde gestartet waren und wieder Hoffnung im Abstiegskampf schöpften, die Partie komplett gedreht und sicherte sich den Punkte-Dreier durch einen von Timo Gebhart verwandelten Foulelfmeter in der 87. Minute. Dass Borussen-Profi Dante zudem noch die Gelb-Rote Karte sah, passte nur ins Bild vom frustrierten Verlierer.

„Das ist für die Moral enorm wichtig. Es hat sich zwar nichts geändert, außer, dass wir Selbstvertrauen gewonnen haben”, sagte Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia, der mit einer intensiven Halbzeitansprache und einer Systemumstellung auf drei Angreifer den Grundstein für die Aufholjagd legte. Dazu trug auch der im zweiten Abschnitt eingewechselte Neuzugang Tamas Hajnal bei.

Dabei hatten die Gastgeber nach dem Doppelschlag von Dante (29.) und Igor de Camargo (32.) ihren ersten Heimsieg seit zehn Monaten vor Augen, ehe die wie verwandelt aus der Kabine gekommenen Schwaben durch Pavel Pogrebnjak (51.) und Martin Harnik (56.) schnell den Ausgleich und später sogar den Siegtreffer schafften.

Damit konnten die weiterhin auf Platz 17 rangierenden Stuttgarter den Abstand zum rettenden Ufer auf drei Punkte verkürzen, während die Gladbacher am Tabellenende weiterhin sechs Punkte aufholen müssen - sogar schon auf den Relegationsrang 16. Mit der neuerlichen Heimpleite ist der dritte Bundesliga-Abstieg für die Elf vom Niederrhein ein Stück näher gerückt.

„So etwas ist natürlich schwer zu verkraften”, befand Gladbachs Torhüter Christofer Heimeroth. „Die Situation ist nicht einfacher geworden. Aber solange wir es aus eigener Kraft schaffen können, ist alles möglich”, meinte der Keeper. Trainer Frontzeck glaubt nach wie vor, dass sein Team sich noch retten kann. „Das sollen keine Durchhalteparolen sein. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns”, sagte der Borussen-Coach. Sportdirektor Max Eberl richtete den Blick schon nach vorne. „Es tut verdammt weh, was wir erleben mussten. Das hängt uns in den Kleidern. Aber nächste Woche gegen St. Pauli müssen wir die Punkte holen, die wir heute verschenkt haben.”

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