Eupen/Aachen - AS Eupen gibt Kampf um die 1. Division auf

AS Eupen gibt Kampf um die 1. Division auf

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:

Eupen/Aachen. Noch am Tag zuvor war sich Axel Kittel sicher, dass „nur eine Deutung möglich ist - und das ist die unsere”. Kittel hat gemeinsam mit zwei Kollegen die AS Eupen anwaltlich vertreten, in einem monatelangen Rechtsstreit, der einem Stück aus dem Tollhaus glich, der die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief, Hausdurchsuchungen auslöste, zivile und Sport-Instanzen beschäftigte.

Der Optimismus des ostbelgischen Fußball-Klubs, am Ende als Sieger aus diesem Justiz-Marathon hervorzugehen, war ein trügerisches Gefühl. Am Freitagmorgen teilte die Sport-Schiedskommission des Belgischen Olympischen und Interföderalen Komitees (BOIK) mit, dass Eupens Klagen verworfen wurden - die AS steigt endgültig wieder in die 2. Division ab.

Die Ankündigung von Investor Antonio Imborgia, auch bis vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne zu ziehen, wird der Klub nach internen Beratungen nicht in die Tat umsetzen. Zermürbt durch das lange Verfahren erklärte der scheidende AS-Direktor Manfred Theissen gegenüber dem „Grenz-Echo”: „Wir akzeptieren die Entscheidung und geben unseren Kampf auf, auch wenn wir inhaltlich weiterhin glauben, dass wir im Recht waren.”

Eupen hatte gegen die Spielberechtigung des Profis Jason Adesanya für die Nachholpartie von Lierse SK (direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt) gegen KV Mechelen geklagt und gegen die Ansetzung des Nachholspiels Cercle Brügge - SC Charleroi, das erst nach Ende der regulären Meisterschaftsrunde ausgetragen wurde. In beiden Fällen berief sich der letztjährige Aufsteiger auf die Statuten des belgischen Verbandes: Adesanya hätte nach einer Verordnung, die seit 1936 existiert, nicht auf dem Spielberichtsbogen erscheinen dürfen, da er zum ursprünglichen Termin der Begegnung keine Spielberechtigung besaß. Und Nachholpartien müssten vor Ende der Liga-Runde gespielt sein.

Der Appellationshof in Lüttich hatte die AS-Position gestärkt und festgestellt, dass der Verband sein eigenes Regelwerk missachte. Vor dem Hintergrund dieser Einschätzung wurde sogar die Veröffentlichung des Spielplans für die neue Saison der 1. Division verschoben - die Tendenz ging zu einem Urteilsspruch zu Gunsten Eupens und zu einer Aufstockung der höchsten Spielklasse auf 17 Klubs.

Die Sport-Schiedskommission in Brüssel schloss die Akte jetzt mit überraschenden Vermerken. Im Fall Adesanya zogen „außerordentliche Lizenzbedingungen”, und gegen die Ansetzung des Spiels Brügge - Charleroi habe Eupen nicht fristgerecht geklagt. Der Verband, der alles andere als das Bild einer geordneten Organisation abgegeben hatte, reagierte erleichtert und stellte die AS an den Pranger: Es sei nicht hinzunehmen, wenn sportlich gescheiterte Vereine sich „unter Missachtung des Fairplay mit allen Mitteln in der Liga halten wollen”.

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