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Arango vergibt Gladbachs Sieg in Berlin

Von: Stefan Hermanns
Letzte Aktualisierung:
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Den möglichen Sieg vergeben: Gladbachs Juan Arango scheiterte nicht nur mit seinem Elfmeter an Hertha-Torwart Jaroslav Drobny, sondern auch noch mit dem Nachschuss. Foto: ddp

Berlin. Thorben Marx ist ein eher ruhiger und ausgeglichener Zeitgenosse, am Samstagnachmittag aber brachten ihn die Umstände derart in Aufruhr, dass er seinem gezähmten Temperament weiten Auslauf ließ.

Der defensive Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach schrie und zeterte, und wem seine Wut galt, war nicht schwer auszumachen. Juan Arango hatte gerade gegen Hertha BSC die Chance zur Führung vergeben: Halbhoch ins Eck hatte er einen Elfmeter geschossen, Jaroslav Drobny parierte, der Ball flog Arango erneut vor die Füße, doch der Venezolaner reagierte mit der Explosivität einer Weinbergschnecke und scheiterte ein weiteres Mal an Herthas Torhüter.

„Niemand macht Juan einen Vorwurf”, sagte Marx nach dem Spiel. Seine unmittelbare Reaktion sprach eher für das Gegenteil. Wenn Borussia kurz vor der Pause die Führung erzielt hätte, hätten die 46.090 Zuschauer in der zweiten Halbzeit wohl ein anderes Spiel gesehen. „Das wäre uns sicher entgegen gekommen”, sagte Trainer Michael Frontzeck. So mussten er und seine Mannschaft am Ende mit einem 0:0 gegen den Letzten der Fußball-Bundesliga zufrieden sein.

Bierleitungen eingefroren

„Der Elfmeter war der Weckruf”, sagte Herthas Kapitän Arne Friedrich, der den Strafstoß mit einem Foul an Roberto Colautti verursacht hatte. Bis dahin hatten die Berliner nur mühsam ins Spiel gefunden.

Dass die gut organisierten Borussen eine eher abwartende Haltung einnahmen, passte ihnen gar nicht ins Konzept. Die äußeren Bedingungen taten das Ihrige. Es war nicht kalt im Olympiastadion, nein, saukalt war´s, so saukalt, dass in den Kiosken sogar die Bierleitungen einfroren und sich trotz Rasenheizung eine leichte Eisschicht auf dem Rasen bildete.

Weil ein derartiger Untergrund Kombinationsfußball nicht unbedingt begünstigt, wurde es anfangs nur bei Weitschüssen gefährlich. Zunächst wehrte Borussias Torhüter Logan Bailly einen Versuch von Cicero ab.

Der Abpraller fiel Theofanis Gekas vor die Füße, doch Herthas Stürmer konnte nicht mehr adäquat reagieren - er setzte den Ball neben das Tor. Auf der anderen Seite parierte Jaroslav Drobny einen Flachschuss von Borussias Angreifer Raul Bobadilla.

Herthas Torhüter wurde nicht nur wegen dieser Parade zur auffälligsten Figur bei den Berlinern.

Nach einer halben Stunde wischte er einen Kopfball von Roel Brouwers aus dem Eck. Und mit dem gehaltenen Elfmeter brachte er das Olympiastadion endgültig zum Beben. „Drobny hat Hertha im Spiel gehalten”, sagte Borussias Trainer Frontzeck.

Mehr als das. Der Tscheche hielt die neue Euphorie bei Hertha am Leben, entsprechend entschlossen traten die Berliner in der zweiten Halbzeit auf. Borussia hingegen sah sich immer mehr in die Defensive gedrängt. „Nach der Pause haben wir ein bisschen wenig nach vorne gemacht”, klagte der frühere Herthaner Marx. „Ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt noch eine Chance hatten.”

Nein, hatten sie nicht. Stattdessen kamen die Berliner zu einigen guten Möglichkeiten. Cicero scheiterte mit einem Freistoß an Bailly, dann parierte der Belgier in Borussias Tor auf ebenso atemberaubende wie unorthodoxe Weise gegen Adrian Ramos. Mit beiden Beinen voran blockte er den Schuss des Berliner Stürmers.

Für Bailly, der noch nach der verlorenen Form aus der Rückrunde der Vorsaison fahndet, war es ein deutlicher Schritt nach vorne. „Er hat fehlerlos gespielt”, lobte Frontzeck seinen Auftritt.

Am Ende rettete der Belgier seiner Mannschaft einen Punkt, den ersten nach zwei Niederlagen hintereinander. „Unser erstes Ziel war es, nicht zu verlieren”, sagte Thorben Marx. „Das haben wir erreicht.” Die Chance auf mehr vergab Juan Arango kurz vor der Pause.

Die Borussia hilft Haiti: Denn der Erlös aller ab vergangenen Dienstag verkauften Eintrittskarten für das Heimspiel gegen Werder Bremen am kommenden Samstag wird von Borussia für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe gespendet.

Als der Klub die Spendenaktion startete, waren für die Partie gegen Bremen 44000 Tickets verkauft. Der Borussia-Park fasst 54057 Zuschauer. „Unser Ziel ist es, das Stadion für das Spiel auszuverkaufen, also noch 10.000 Karten an den Mann zu bringen - das würde einen Spendenbetrag von etwa 200.000 Euro bedeuten”, sagt Präsident Rolf Königs.

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