Aachen - Alemannias Hoffnung kehrt zurück

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Alemannias Hoffnung kehrt zurück

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alemannias Torschützen im ver
Alemannias Torschützen im vereinten Jubel: David Odonkor (links), der das 1:0 erzielte, feiert das 2:0 mit Albert Streit. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Neun Spiele hat die finstere Serie gedauert. Gut zwei Monate hat Alemannia auf einen Sieg gewartet. Der VfL Bochum wurde dann am Mittwochabend durchaus in imponierender Art und Weise 2:0 geschlagen. Ein Überfallkommando der guten Laune war danach nicht auszumachen.

Schließlich war dieser Spieltag der „Aufstand der Kellerkinder”, Aachen bleibt Abstiegskandidat Nr. 1. „Tabellarisch haben wir nichts erreicht”, stellte Trainer Ralf Aussem nach seinem ersten Sieg im Profilager fest. „Aber jeder spürt, dass wir leben.” Die Hoffnung ist zurückgekehrt an den Tivoli nach Monaten der Lethargie. „Wir haben es noch selbst in der Hand”, urteilte der gute Albert Streit.

Es war das Treffen der beiden Teams, die Friedhelm Funkel einige Meter durch die Saison begleitet hat. Der wird hüben wie drüben nur noch als Ex-Trainer geführt. Sein Nachfolger in Aachen musste dann doch die Innenverteidiger neu zusammenschrauben: Olajengbesi gesperrt, Casper vergrippt, stattdessen rückten Stehle und Feisthammel vor.

Aachens Auftakt war noch ein bisschen müde, das 3:3 in Ingolstadt musste erst einmal aus den Beinen gelaufen werden. Also näherten sich die Hausherren erst einmal mit ruhenden Bällen dem gegnerischen Tor. Der erste Versuch aus 17 Metern von Anouar Hadouir war noch harmlos (3.). Etwas später lag der Ball an derselben Stelle: Demai schlenzte den Ball an die Latte (17.). Das Aluminium blieb ein treuer Verbündeter von Bochums Keeper Andreas Luthe. Der nächste abgefälschte Freistoß von Aimen Demai klatschte von der Latte vor die Linie (19.), beim Nachschuss wurde Tobias Feisthammel abgedrängt.

Sprint an die Brust des Trainers

Aber längst war da der Eindruck entstanden, dass an diesem Spätnachmittag nur ein Team gierig auf den Sieg war. Alper Uludag schickte David Odonkor auf dem „falschen”, auf dem linken Flügel auf die Reise. Der Sprinter schaute, schaute und dann schlenzte er den Ball traumhaft ins lange Eck: 195 Zentimeter Andreas Luthe waren zu wenig. Aachen führte nach 26 Minuten, und Odonkor warf den Turbo an, sein imposanter Sprint vor der Tribüne endete an der Brust seines neuen Trainers, der ihn aus der Versenkung geholt hatte.

„Es ist eine sehr positive Wirkung auf die Mannschaft”, urteilte Aachens Bester. Da steht wieder eine Mannschaft mit einem gemeinsamen Ziel auf dem Platz. Stiepermann verfehlte das Tor mit zwei kernigen Weitschüssen (33./37.), Aachen legte dennoch nach. Odonkor drang, diesmal von der angestammten rechten Seite, in den Strafraum, sein abgefälschter Rückpass landete bei Albert Streit, der Routinier erzielte seinen ersten Treffer (39.).

Aachen führte nach überzeugender erster Halbzeit mit 2:0. Zum ersten Mal seit Monaten machte es wieder Spaß, der abstiegsgeweihten Mannschaft zuzusehen. Der Funke sprang über. Bochum wirkte so platt wie frisch gewalzter Nudelteig. Die Stimmung von Trainer Andreas Bergmann verfinsterte sich zunehmend, die Gelb-Rote Karte für Philipp Bönig (52.) trug dazu bei. Der Verteidiger hatte den rasenden Irrwisch Odonkor ein weiteres Mal gefoult.

Das Kapitel „Alemannia und die Lattentreffer nach Freistößen” wurde noch um eine dritte Episode verlängert. Stiepermann zirkelte den Ball aus 25 Metern zu genau (56.). Es blieb eine ziemlich einseitige Angelegenheit, am 30. Spieltag segelte Alemannia erstmals ungefährdet in den Heimathafen.

An diesem Tag deutete das Team an, wozu es in der Lage gewesen wäre, aber vielleicht auch, wozu es noch in der Lage ist. Eine Erklärung für die spielerischen Fortschritte? „So viel geändert haben wir nicht”, sagte der souveräne Aimen Demai, „wir spielen jetzt nur schneller nach vorne. Das macht uns gefährlicher.”

Das Team hat jedenfalls Blut geleckt. „Wir wollen die letzten vier Spiele gewinnen”, lautete der Kabinenschwur am Mittwochabend. Der müde, aber glückliche David Odonkor hinterließ einen Eindruck, der sich im Laufe dieses Spiels verfestigt hatte: „Da geht noch was . . .”
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