Alemannia setzt „den Aufwärtstrend fort”

Von: Klaus Schmidt
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Aachen jubelt unter Palmen, da
Aachen jubelt unter Palmen, dabei fand die Partie im Kühlfach statt: Tobias Feisthammel (3. von links) fiel erneut als ziemlich eiskalter Vollstrecker auf. Foto: Peter Aswendt

Cottbus. Im Stadion der Freundschaft war es selten langweilig, wenn Alemannia Aachen aufkreuzte. Da lagen die Schwarz-Gelben schon mal nach 17 Minuten mit 0:3 zurück, Eugen Hach schöpfte bereits nach einer halben Stunde das Wechselkontingent aus und schickte einen Holger Dannhöfer wieder in die Versenkung.

Erik Meijer schoss bei Energie Cottbus das schönste „Nicht-Tor” seiner Karriere, als der Ball über Latte und beide Pfosten in den Händen des Keepers landete. Und vor einem Jahr führte Alemannia drei Mal - und nahm doch nur ein 3:3 mit. Am Freitagabend reichte erneut ein Vorsprung nicht zum Auswärtssieg, doch unter dem Strich konnte Aachen zufrieden sein mit einem 1:1.

Seit sechs Spielen nun ist das Team von Friedhelm Funkel ungeschlagen, „wir haben unseren Aufwärtstrend fortgesetzt”, stellte der Trainer fest.

„Das Gegentor fiel zu schnell, das war entscheidend”, sagte Bas Sibum. „Offensiv hätten wir es besser ausspielen können, aber die defensive Ordnung war wieder sehr gut.” Torschütze Tobias Feisthammel ergänzte: „Im Großen und Ganzen können wir mit dem Punkt zufrieden sein.”

Die Frage „Kratz oder Junglas” beantwortete Funkel - nicht mit: „Kratz und Junglas.” Neben dem gesperrten Demai war kurzfristig auch noch Albert Streit (Magen-Darm-Infekt) ausgefallen, doch der Alemannia-Coach zog eine andere Variante als die erwartete. Junglas blieb auf der Bank, Kratz (erstmals seit dem 10. Spieltag beim Anpfiff auf dem Platz) richtete sich in der Doppel-Sechs neben Sibum ein - und für den rechten Mittelfeld-Flügel wurde überraschend Außenverteidiger Falkenberg vorgezogen. Dessen Position übernahm Shervin Radjabali-Fardi, zuletzt Reservist.

Bei minus 10 Grad legten die Gastgeber los wie wild gewordene Stiere und übertrieben den Versuch, schnell auf Temperatur zu kommen. Minütlich lag ein Aachener am Boden, Kratz war das erste Opfer, als Energie-Kapitän Kruska übel den Fuß draufhielt. Ziebig holte Falkenberg von den Beinen, die Nachsicht von Schiedsrichter Winkmann war bereits in der 11. Minute erschöpft - Gelbe Karte.

Fast ein Eigentor

Alemannia nahm diese Hitzigkeit nicht an, überließ Cottbus zwar die Initiative, aber keine nennenswerten Chancen. Aachen wartete auf den Moment, und der kam nach einem Vorstoß über Uludag. Auer verpasste die Hereingabe, Ziebig grätschte präziser - und hatte Glück, dass er den Ball um Zentimeter neben das eigene Gehäuse setzte (19.).

Auf diesem Boden waren genaue Passfolgen schwierig. „Da muss man den Ball auch mal einfach nach vorne dreschen”, hatte Tobias Feisthammel schon vor dem Spiel vermutet. Das Experiment auf der rechten Außenbahn endete im übrigen schnell: Nach gut einer halben Stunde tauschten Falkenberg und Radjabali-Fardi die Positionen.

In der zweiten Halbzeit nahm die Partie Fahrt auf. Waterman konnte den Ball nach Kronaveters Versuch nicht festhalten - Ecke. Dann parierte Aachens Keeper mit dem Fuß gegen Sörensen. Gejubelt wurde auf der anderen Seite: Mit einem Kopfball nach Achenbach-Freistoß brachte Feisthammel die Gäste in Führung (50.). Keine Minute später wurde Auer von Falkenberg bedient, der Kapitän verpasste die Vorentscheidung. Stattdessen fiel der Ausgleich: Möhrle köpfte nach einer Ecke ein (53.), weil Auer sich verschätzte.

Die Übersicht ging verloren, längst trug auch Schiedsrichter Winkmann seinen Teil dazu bei mit dem vogelwilden Zücken der Gelben Karte vornehmlich gegen Schwarz-Gelbe. „Ich habe dem Trainer gesagt, nimm mich raus, sonst fliege ich bei der nächsten Aktion vom Platz”, berichtete Bas Sibum. Kaum einer traute sich noch richtig in einen Zweikampf aus Angst vor der „Ampelkarte”.

Unter Dauerstrom

Funkel versuchte, die Offensive neu zu beleben, brachte Odonkor und stellte Radjabali-Fardi auf den linken Flügel. Die erhoffte Wirkung blieb aus, jeder Versuch der Entlastung verpuffte. Die Defensive stand nun unter Dauerstrom, Cottbus drängte auf den Treffer zum ersten Heimsieg seit fast einem halben Jahr. Am Ende atmete Aachen auf.
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