Alemannia Aachen stellt BVB-Talenten den Tivoli vor

Von: Christoph Pauli
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Aachen. Über Lasse Sobiech gibt es eine spektakuläre Geschichte. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund saß im letzten Sommerurlaub am Jungfernstieg in Hamburg und ließ Seele und Beine baumeln. Der 19-Jährige kam ins Träumen, schloss ein wenig die Augen, was sich als gröberer Fehler erwies.

Auf der Alster schipperte der Ausflugsdampfer „Schleusenwärter S.C.” heran. Dessen Fahrt endete an Sobiechs linkem Schienbein. Der Fußballer kam sofort in die Klinik, die schlimmen Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Die Diagnose ergab eine schwere Muskelverletzung, die Gummileiste rundum den 40-Tonner hat die Karriere des Wasserfreundes gerettet.

Auf dem Spielfeld ist der 196 Zentimeter große Innenverteidiger alles andere als ein Träumer, er bekommt regelmäßig bemerkenswerte Zeugnisse seiner Trainer ausgestellt. Längst ist der 20-Jährige Fachkraft in der U21-Auswahl. „Er hat eine gute Spieleröffnung, ein gutes Tempo auf Strecke, ist hochintelligent, kopfballstark, kurzum: ein Top-Profi”, schwärmt Alemannia Aachens Coach Peter Hyballa über den jungen Mann, dessen Talent fast immer in der Regionalliga West in Dortmunds zweiter Mannschaft versteckt wird. Der Champions-League-Teilnehmer hat mit Hummels, Subotic und Santana etablierte Spezialisten in seinen Reihen.

Hyballa kennt Sobiech, leitete ihn in Dortmunds A-Jugend an. Er würde ihn gerne nach Aachen ausleihen. In der letzten Woche stellte Erik Meijer Sobiech schon einmal den Tivoli vor. Der Manager kann natürlich auf eine hafenfreie Stadt hinweisen, ansonsten setzt er auf Emotionen und Begeisterung, seine finanziellen Möglichkeiten dagegen sind begrenzt. Der Nachschlag bei den TV-Geldern ist deutlich gefährdet, und auch vom Hauptsponsor AachenMünchener ist kein weiterer Scheck zu erwarten: Der war an einen Platz im oberen Tabellendrittel und an einen Zuschauerschnitt gekoppelt, den Alemannias Geschäftsführer Frithjof Kraemer wohl zu optimistisch angesetzt hatte.

Meijer operiert vorsichtig, weil er seinen finanziellen Bewegungsrahmen noch nicht abschließend kennt. „Es ist nicht mein Geld, das ich ausgebe, ich habe Verantwortung gegenüber dem Verein”, sagt er denjenigen, die sich eine etwas forschere Herangehensweise wünschen.

Der Limburger buhlt um junge Talente, die noch am Anfang ihrer Karriere sind, die sich im anerkannten Ausbildungszentrum Tivoli gerne weiterbilden möchten. In diese Abteilung gehört auch Marco Stiepermann, ein weiterer Rohdiamant aus Dortmunds Talentschmiede. Auch der Angreifer, der am Wochenende wieder Bundesligaluft schnupperte, hat sich am Tivoli schon umgeschaut.

Auch er hat alle Nachwuchsmannschaften beim DFB durchlaufen. „Ein Super-Linksfuß, der starke Standards schlägt”, urteilt Hyballa über seinen ehemaligen Spieler. Der 20-Jährige könnte im Sommer den dann verwaisten Platz von Zoltan Stieber einnehmen. „Auf Stiebi folgt Stiepi”, hat Hyballa gleich eine Wunsch-Überschrift parat. „Er wäre ein Stürmer, den wir so nicht nicht im Kader haben”, wirbt Erik Meijer.

Alemannia buhlt nicht alleine um die jungen Spieler. „Das sind zwei Top-Talente, die nicht nur Angebote aus der Zweiten Liga haben”, sagt Erik Meijer. St. Pauli oder der VfL Bochum gelten als weitere Interessenten.

Interesse hat Alemannia nach Informationen unserer Zeitung erneut an Deniz Naki. Gespräche hat es bereits gegeben. Der Dürener gehört noch Bayer Leverkusen, ist bis 2012 an St. Pauli gebunden. Der abstiegsbedrohte Erstligist hat sich noch nicht geäußert, wie seine Pläne sind. Naki, der in der Bundesliga meistens ein- oder ausgewechselt wird, wäre gerne schon vor zwei Jahren nach Aachen gekommen. Nach einem Gespräch mit dem damaligen Trainer Jürgen Seeberger sagte er allerdings irritiert ab. Die Zeiten haben sich allerdings geändert. In Aachen wird inzwischen - auch aus der Not heraus - ein Talentförderprogramm gefahren.
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