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Wie ein Sprung über die Alpen

Von: rom
Letzte Aktualisierung:
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Der Trainer und sein Schützling: Ton de Ridder und die schwedische Nachwuchs-Dressurreiterin Juliette Ramel. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Die Anreise zum CHIO hat für die schwedische Dressurreiterin Juliette Ramel fast genau sieben Monate gedauert - und war doch nur ein Katzensprung: Seit Mitte Dezember ist die 23-Jährige unter den Fittichen von Ton de Ridder und arbeitet intensiv daran, den Sprung von den Jungen Reitern in die Senioren-Tour zu schaffen.

Eine tägliche Arbeit, die sich in den Augen von Juliette Ramel bereits ausgezahlt hat: „Alles ist schon wesentlich präziser geworden, alles passiert jetzt in den richtigen Spots”, beschreibt sie ihre Fortschritte.

Trotz einiger Erfolge, vor allem bei deutschen Grand-Prix-Turnieren in den vergangenen Monaten, ist der CHIO für die schwedische Nachwuchs-Reiterin ein noch weitgehend unerforschtes Universum, auch wenn sie sich gelassen gibt. „Hier gefällt es mir sehr gut, aber ich denke, die große Anspannung wird noch kommen, wenn der Wettbewerb am heutigen Mittwoch ansteht. Ich hoffe, dass wir dem Namen meines Pferdes alle Ehre machen werden.”

Das Pferd der sympathischen Schwedin heißt Ten Points und ist somit Programm für einen Dressur-Wettkampf. Und der Wettbewerb, das ist die erstmalig beim CHIO ausgetragene U25-Tour. Juliette bildet mit ihrer Schwester Antoine die schwedische Equipe.

Die U25-Tour ist auch eine Idee von Frank Kemperman, um dem Dressur-Nachwuchs ein Sprungbrett in die Senioren-Tour zu bieten. Eine Hilfestellung, die vor allem Ramels Trainer Ton de Ridder zu würdigen weiß: „Der Unterschied zwischen der Nachwuchs- und der Senioren-Tour ist gewaltig. Dazwischen liegt ein Sprung über die Alpen”, beschreibt der Niederländer die Schwierigkeiten beim Umstieg, die bislang dazu führten, dass viele hoffnungsvolle Talente auf der Strecke blieben.

An den sportlichen Qualitäten dürfte der Riesenschritt in den Augen de Ridders nicht scheitern: „Juliette ist ein Riesentalent, sie hat ein hervorragendes Rhythmus-Gefühl.”

Zudem legt sie ein Engagement an den Tag, das über drei bis vier Stunden tägliches Training hinausgeht, kümmert sich selbst um die Tiere und reitet mit ihnen auch ins Gelände, wo sich nicht allzu häufig Dressur-Pferde über den Weg laufen.

Auch die charakterlichen Eigenschaften dürften der jungen Schwedin keinen Streich spielen beim Eintritt in den Profi-Zirkus. „Wir waren in den letzten Monaten schon sehr glücklich, aber auch etwas unglücklich, um ehrlich zu sein”, lässt Ton de Ridder die Turnier-Auftritte von Juliette Ramel Revue passieren.

„Turin war ein Debakel, aber Juliette hat das sehr gelassen genommen und keine schlechte Laune bekommen. Auf der anderen Seite bleibt sie auch cool, wenn sie einen Grand Prix gewinnt.”

Was ein Problem werden könnte, ist die Tatsache, dass Pferdesport auch so etwas wie ein Mannschaftssport ist. „Im Moment liegt unser Fokus darauf, ein Pferd zu bekommen, das den Ansprüchen der Senioren-Tour genügt. Das ist auf jeden Fall unser vordringliches Ziel”, will Juliette Ramel keine konkreteren sportlichen Ansprüche für die nähere Zukunft nennen.

Plakativ schildert de Ridder die Notwendigkeiten: „Wir wollen in die Formel1 und sind jetzt mit einem Porsche unterwegs.”
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