Aachen - Totilas zeigt seine „menschliche” Seite

Totilas zeigt seine „menschliche” Seite

Von: Helga Raue
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Der Dressur-Dominator in Aachen: Edward Gal. Foto: Uwe Anspach

Aachen. „Ich bin nur ein Reiter, und Totilas ist nur ein Pferd”, hatte Edward Gal nach seinem überlegenen Sieg im Grand Prix Spécial mit der neuen Rekordprozentzahl von 86, am Samstag noch die Konkurrenz getröstet. „Ich muss auch erst einmal reiten, und auch wir machen Fehler.” Am Sonntag, in der Kür um den Großen Dressurpreis, zeigten die beiden für einen Moment ihre „menschliche” Seite. In der Verstärkung galoppierte Totilas kurz an, machte später einen kleinen Sprung in der Piaffe.

„Wir müssen weiter üben, damit wir noch besser werden”, tat Edward Gal später gut gelaunt. Denn mit 90,964 Prozent ritt der Niederländer erneut in Dimensionen, in die die Konkurrenz nicht folgen konnte.

Hinter den beiden Niederländerinnen Adelinde Cornelissen auf Parzival (85,607) und Imke Schellekens-Bartels auf Sunrise (81,0) folgte Isabell Werth (Rheinberg/80,786) mit Satchmo als beste Deutsche auf Rang 4.

Drei Starts, drei überlegene Siege. 24 Mal zückten die Richter alleine die Traumnote 10. „Wenn Totilas so geht wie hier in Aachen, dann bin ich bei den Weltreiterspiele in Kentucky sicher in der Favoritenrolle”, konnte Gal angesichts seiner eigenen Dominanz über die fast komplett versammelte Weltelite nicht mehr drum herumreden, und so fügte er, selbst grinsend, hinzu: „Aber erst muss ich ja mal reiten...”

Eine Kür zur Musik von Roberto Blanco - wer würde in heutiger Zeit auf eine solche Idee kommen? Isabell Werth! „Die Kürmusiken werden immer schwermütiger, und ich wollte etwas fröhliches machen, wollte einfach Spaß haben”, begründet die 40-Jährige ihre auf den ersten Blick ungewöhnliche Wahl. Und in der Tat - die Musik, die eigens mit Roberto Blanco eingespielt wurde, machte Spaß und passte bestens zur Kür.

Die Zuschauer feierten die noch amtierende Spécial-Weltmeisterin so enthusiastisch wie sonst nur Gal. Einige Fehler, wie in den Einer-Wechseln, wurden allerdings teuer. „In der zweiten Piaffe hat Satchmo sich selbst getreten. Aber ansonsten war ich zufrieden mit ihm, da er sich von Tag zu Tag gesteigert hat”, sagte Werth, deren Punktausbeute an allen Tagen aber im Vergleich zu ihrer Leistung ein wenig mager war.

„Wilhelmus”, die Nationalhymne der Niederlande, erklang zum zweiten Mal überhaupt im Aachener Nationenpreis. Mit 478,640 Punkten fiel der Sieg von Gal & Co. vor Deutschland (442,998) und Großbritannien (423,38) sehr deutlich aus. Neben Werth gehörten Christoph Koschel (Hagen a.T.W) auf Donnperignon und Matthias-Alexander Rath (Kronberg) auf Sterntaler zur Equipe.

In der Kür präsentierte sich Donnperignon ein wenig müde, kam auf Rang 7. „Drei Prüfungen auf einem Turnier ist er noch nicht so oft gegangen”, war Koschel trotz allem sehr zufrieden. Da nur drei Reiter pro Nation in der Kür starten durften, musste Rath zusehen, denn Anabel Balkenhol (Rosendahl) war mit Dablino besser gewesen. Doch die 39-Jährige musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig passen.

Pech hatte Nadine Capellmann: Im Grand Prix der CDI-Tour brach zuerst das Gewitter über sie und Elvis herein, und im Spcial unterliefen Fehler, was Rang 5 bzw. 4 bedeutete. Freuen durfte sich die Aachenerin aber trotzdem: Die Zuschauer honorierten ihren Kampfgeist und wählten sie einmal mehr zum Publikumsliebling.
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