Hamburg - Reiter-Chefin Haya kündigt härtere Strafen an

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Reiter-Chefin Haya kündigt härtere Strafen an

Von: dpa
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Hamburg. Die umstrittene Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI ergreift die Flucht nach vorne. Schwer belastet durch mehrere Doping-Fälle in der eigenen Familie, kündigt Prinzessin Haya bint al Hussein nun härtere Strafen an.

Die aus Jordanien stammende Königstochter gewährte Anfang der Woche einigen Medien Audienz, um den verschärften Kampf gegen Manipulation und Betrug auszurufen. „Das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit unseres Sports sind immens wichtig”, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung”: „Sonst ist unser Sport tot.”

Zu der Doping-Diskussion, die hierzulande durch den spektakulären Fall der fünfmaligen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth angeheizt wurde, sagte die Prinzessin mit ungewohnt schmeichelnden Worten: „Deutschland ist das Juwel in der Krone des Pferdesports, schon aufgrund der Erfolge. Es ist normal, dass das Erdbeben auch dort beginnt.” Tatsächlich ist die Stimmung zwischen der FEI-Präsidentin und dem deutschen Verband FN derzeit eher kühl, weil das unbequeme FEI-Vorstandsmitglied Hanfried Haring abserviert werden sollte. Und das „Erdbeben” ist in ihrer Heimat, den Vereinigten Arabischen Emiraten viel stärker.

Die Prinzessin, die auch IOC-Mitglied ist, steht noch viel stärker unter Druck als der deutsche Verband: Ihr Ehemann Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum muss sich wegen zwei positiver Dopingproben verantworten, und auch gegen dessen Sohn Scheich Hamdan bin Mohammed al Maktoum wird ermittelt. Haya von Jordanien ist eine von mehreren Frauen des Staatsoberhauptes von Dubai, der Sohn stammt von einer weiteren Ehefrau.

Alle drei positiven Tests sind klare Doping-Fälle. Bei dem Pferd (Tahhan) des Scheichs aus den Emiraten wurde das anbole Steroid Stanozolol sowie zweimal das Psychopharmakon Guananbenz gefunden. Beim Pferd des Sohnes ((Eo Fawati) war es auch Stanozolol. Insgesamt wird derzeit gegen zehn Reiter aus den Emiraten ermittelt.

Vor dem Hintergrund der Familien-Problematik ist klar, dass die FEI-Präsidentin versichern musste, dass die Verantwortung nicht vom Reiter auf die Tierärzte abgewälzt werden kann. „Wenn ich die Verantwortung des Reiters anzweifeln würde, sähe es so aus, als wollte ich meinen Mann schützen”, sagte sie: „Es muss von einem Reiter verlangt werden, dass er wirklich alles über sein Pferd weiß, wenn er an den Start geht. Der Reiter als verantwortliche Person steht nicht zur Diskussion.”

Die FEI-Präsidentin bemüht sich darum, Härte zu zeigen und kündigte verschärfte Strafen an: „Wir müssen darauf bauen, dass unsere Sanktionen streng genug sind um abzuschrecken.” Bisher kommen Doping-Sünder im Pferdesport mit Sperren von einigen Monaten davon, während in anderen Sportarten die Athleten für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen werden.

Andererseits wirkt der Doping-Kampf halbherzig, denn die Chefin spricht sich gegen Trainingskontrollen der FEI aus. „Das obliegt den einzelnen Verbänden”, sagte sie. Ohne Kontrollen in den Ställen, wie sie der deutsche Verband einführen will, dürften viele Betrüger nicht erwischt werden. Zudem soll für verbotene Medikation die Null-Lösung abgeschafft und durch Grenzwerte ersetzt werden.

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