„Olympia 2012 ist mein Traum”

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Ein stolzer Vater: Frank Ostholt und Wilma-Sophie, im Januar geboren.

Aachen. Eben hat er sich in Saumur an die Spitze gesetzt und wichtige Punkte geholt, die ihm auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Kentucky noch fehlten. Nun bezieht Vielseitigkeitsreiter Frank Ostholt mit seinem Pferd Mr. Medicott Quartier in der Soers und im Gespräch mit Ute Steinbusch Stellung.

Wie haben Sie die vergangenen Wochen nach Saumur verbracht?

Ostholt: Ich habe nur zu Hause an Geländesprüngen trainiert, bin eine L-Dressur geritten und ein M-Springen. Gerade bin ich mal gucken gegangen: Mein Mister steht zufrieden in der Box, so dass ich ihn gleich locker arbeiten werde.

Die ersten CHIO-Tage waren von brütender Hitze geprägt. Wie stark ist der Einfluss auf Pferd und Reiter?

Ostholt: Ich habe ja nun schon einige Erfahrungen bei extremen Temperaturen gemacht, zum Beispiel bei den Olympischen Spielen in Hongkong. Ich denke, die Pferde stecken das besser weg als wir.

Was fehlt Ihnen noch, um in Kentucky bei der WM starten zu können?

Ostholt: Ich stehe auf der Longlist und möchte diesen Platz hier zementieren. Um mein Ticket direkt lösen zu können, brauche ich in der Dressur mindestens 50 Prozent - das sollte doch machbar sein - sowie im Springen und im Gelände jeweils keine Fehler. Sollte das nicht klappen, muss ich fehlende Punkte in den nächsten Wochen sammeln. Aber mein Ziel ist klar: Ich möchte gerne in Aachen gewinnen.

Auf Ihrer Homepage machen Sie klar, dass das Leben zu kurz ist, um schlechte Zigarren zu rauchen und nur Schritt zu reiten - eine Lebensphilosophie?

Ostholt: Ich bin gar nicht so philosophisch, aber ich mag´s schnell und rasant. Der Spruch heißt für mich eher, dass ich immer an mir arbeiten möchte. Ich kann nicht untätig sein.

Sind Auszeiten trotzdem zulässig?

Ostholt: Schon, nach Aachen fahren meine Frau und ich ein paar Tage nach Langeoog, wir haben Hochzeitstag.

Sie sind Leiter des Bundesleistungszentrums in Warendorf. Wie vereinbaren Sie Bürojob und Sport?

Ostholt: Schwierig. Ich habe schon mitunter das Gefühl, zwischen den Stühlen zu hängen. Als Sportler will man Leistung bringen, immer an den Schrauben drehen, dass man noch besser wird, zum Beispiel an der körperlichen Fitness. Aber abends ist auch bei mir oft die Luft raus. Auf der anderen Seite komme ich allein mit dem Sport finanziell nicht über die Runden.

Was sind Ihre Ziele als Manager des Leistungszentrums?

Ostholt: Jeder, der zu uns kommt, soll sagen, dass sich die Fahrt gelohnt hat, egal ob er an einem Lehrgang, einem Seminar teilnimmt oder eben trainiert. Ich möchte die Infrastruktur weiterentwickeln.

Was planen Sie nach Kentucky?

Ostholt: Olympia 2012 in London ist mein Traum, die Begegnung mit anderen Sportlern für mich das Größte. In Athen durfte ich bei der Eröffnungsfeier dabei sein. Das war etwas ganz Besonderes. Da sieht man Hünen und denkt, das ist vielleicht ein Basketballer. Daneben steht jemand ganz Kleines, und man denkt, das ist vielleicht ein Turner. Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Spiele erst noch kommen. In Hongkong hätte ich als Siebtplatzierter eigentlich auch im Einzel starten dürfen, was die Teilnehmerbegrenzung pro Nation nicht zuließ. So schön Teamgold auch ist, mein Ziel ist eine Medaille im Einzel.
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