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OB hat ein Herz für Cowboys

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
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OB auf „Socke”: Marcel Philipp hat die Schirmherrschaft über die Meisterschaft der Quarter Horses im Septmber in der Soers übernommen. Katrin Werz und Hubertus Lüring helfen ihm in den Sattel. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nach zwei Minuten Probesitzen sind sich Ross und Reiter einig: „Mit Socke bin ich dabei”, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp, steigt vom Pferd und verabschiedet sich von Hubertus Luing: „Bis September dann...”

Dann treffen sie sich wieder bei der Deutschen Quarter Horse Meisterschaft in der Aachener Soers: Lüring als Vizepräsident der Deutschen Quarter Horse Association (DQHA), Philipp als Schirmherr des Turniers und „Socke” vermutlich doch mit einem anderen Reiter als dem Aachener OB. Mit bürgerlichem Namen heißt Socke eigentlich Spanish Sailin´ Socks, was aber für so ein wendiges Quarter Horse ähnlich sperrig klingt wie „Hauptverwaltungsbeamter”. Deshalb wird der eine nur Socke gerufen, der andere nur OB - und selbst die Deutsche Meisterschaft geht auch kürzer, „Das ist die Q 10 in diesem Jahr”, erklärt Lüring, „letztes Jahr war es die Q 9 und davor...”

Es sind eben praktisch denkende Leute, diese Westernreiter. Und wenn sie schon einmal beim CHIO in Aachen sind, um bei der Eröffnungsfeier mit einem Schaubild ihre Pferde vorzustellen oder die Kutsche mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen auf dem Weg zu ihrer Ehrung mit dem „Silbernen Pferd” (in der Kategorie Persönlichkeit) zu begleiten, dann können sie bei dieser Gelegenheit auch gleich dem OB die Schirmherrschaft für die Q 10. vom 19. bis zum 19. September in der Soers antragen.

Vorgeschmack auf Kentucky

Das wird dann gewissermaßen die Vorspeise zu den kurz darauf folgenden Weltreiterspielen in Kentucky. Da sind die deutschen Westernreiter natürlich dabei, wie sie auch bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen ihre Wettkämpfe austrugen. Inzwischen hat die DQHA einiges zu verlieren: „Wir sind Vizeweltmeister”, sagt DQHA-Pressesprecherin Melanie König. Vor den Deutschen kommen nur noch die USA, was aber laut König fast ein Naturgesetz ist. „Das ist nun mal das Mutterland.”

Dort haben auch die praktischen Disziplinen bei den Wettkämpfen ihren Ursprung. Das Reining etwa, eine Art Dressur im Galopp, wo Pferde bei schnellen Stopps so spektakulär abbremsen wie ihre Artgenossen im Comic. Oder das Cutting, bei dem Pferd und Reiter ein Kalb aus einer Herde herausholen müssen - hat wohl jeder schon einmal in alten John-Wayne-Filmen gesehen. Eigentlich ginge es bei allen elf Diziplinen um solche praktischen Fertigkeiten, die den wahren Cowboy vom Greenhorn unterscheiden, erklärt Pressesprecherin König. Und sie kann auch erklären, wie die Pferde zu ihrem Namen kamen: Gezüchtet wurden sie, um früher bei Rennen möglichst schnell über amerikanische Dorfstraßen zu fegen; die klassische Distanz lag bei einer Viertelmeile. „Mit Quarter ist nicht ein Viertel Pferd gemeint”, stellt König klar.

Etwa 32000 solcher Viertelmeilenpferde gibt es inzwischen in Deutschland. Mehr gebe es nur im Mutterland USA und in Kanada, weiß Melanie König. Geschätzt würden sie auch wegen ihrer Gelassenheit, meint Hubertus Lüring. „Die Pferde sind einfach sehr klar vom Kopf her.”

So wie Socke eben, der am Rande der Budenstadt auf dem Turniergelände steht und sich vom hektischen Treiben um ihn herum nicht aus der Ruhe bringen lässt. Greenhorn Philipp im Sattel weiß das zu schätzen.
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