Aachen - Nur der „Zweifler” Nagel reitet makellos

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Nur der „Zweifler” Nagel reitet makellos

Von: Michael Rossmann, dpa
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Die Nummer 75 der Welt ist die deutsche Nummer eins. Carsten-Otto Nagel reitet beim CHIO in Aachen als einziger zweimal fehlerfrei und hat nun seinen Platz im EM-Team sicher. Foto: dpa

Aachen. So ein emotionaler Ausbruch ist bei Carsten-Otto Nagel eher selten. Doch nach seiner zweiten makellosen Runde gab es kein Halten mehr: Der sonst so zurückhaltende Norddeutsche riss sich den Helm vom Kopf, schmiss ihn hoch in den regnerischen Himmel und feierte im Sattel seiner Stute Corradina.

Seinen Platz im deutschen Team für die Europameisterschaft hat Nagel spätestens nach dieser doppelten Null im Nationenpreis von Aachen sicher.

Die Nummer 75 der Weltrangliste ist derzeit die Nummer 1 im deutschen Team für Madrid. Nach dem zweiten Platz der deutschen Mannschaft beim CHIO bleibt die Nominierung des Quartetts spannend, nur der Reiter aus Norderstedt darf sich sicher sein. Auch wenn Nagel selber sagte: „Ich bin ja so ein Zweifler. Ich muss mir das manchmal ausreden.”

Der 48-Jährige hätte eigentlich wenig Grund für Skepsis. Vize-Europameister und Mannschafts-Weltmeister - er war in den beiden zurückliegenden Jahren bei internationalen Großeinsätzen der erfolgreichste Reiter. Und nun glänzte er mit seiner Schimmelstute wieder in Aachen. „Er hat sicher seine Chancen verbessert”, kommentierte Bundestrainer Otto Becker vergnügt.

Aussichtsreiche EM-Kandidaten sind auch Christian Ahlmann (Marl) mit Taloubet und Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Gotha. Da die beiden Reiter beim zweiten Platz in Aachen hinter den Niederländern aber jeweils drei Abwürfe hatten, ist Nagels Position noch unangefochtener.

Becker sagte: „Ich habe sieben heiße Kandidaten. So eng, wie die beieinander sind, kann es sein, dass wir erst drei Wochen vor der EM nominieren.” Gute Aussichten hat auch Janne-Friederike Meyer (Schenefeld), die mit Lambrasco beim Nationenpreis nur einen Abwurf hatte.

Zu Beckers Lieblingssätzen gehört: „Einen Freifahrtschein hat keiner.” Doch wenn Nagel und seine 13-jährige Stute bis Mitte September fit bleiben, führt ihr Weg direkt in die spanischen Hauptstadt. „Die Form muss so sein, wie sie jetzt ist”, sagte Nagel, der schon 1999 mit LEperon zum EM-Siegerteam gehörte.

In der Weltrangliste wird Nagel dennoch weiterhin weiter hinten bleiben. „Ich habe nur ein Pferd für schwere Prüfungen”, erklärte der 48-Jährige. Zum Vergleich: Ludger Beerbaum ist in Aachen im Dauereinsatz. Der erfolgreichste Reiter der vergangenen 20 Jahre gewann bisher eine Prüfung mit Couleur Rubin und holte zweite Plätze mit Chaman und mit Gotha.

Nagel hat nur Corradina, muss die Stute daher gezielt und schonend einsetzen. Am Tag nach der Doppel-Null im Nationenpreis hatte die Stute Pause, ist erst am Sonntag beim Großen Preis wieder im Einsatz. Beim Höhepunkt des Turniers können Nagel und Corradina - sofern noch vorhanden - letzte Zweifel beseitigen.
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