Niederländer reiten Deutsche in Grund und Boden

Von: Michael Rossmann, dpa
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CHIO 2010 - Edward Gal
Der niederländische Dressur-Reiter Edward Gal reitet auf dem Rücken seines Pferdes Moorlands Tortilas am Donnerstag beim Preis der Teschinkasse. Foto: dpa

Aachen. Zu einer Demonstration der Stärke haben die niederländischen Dressurreiter den CHIO in Aachen genutzt. Knapp drei Monate vor der Weltmeisterschaft in den USA ritt das Oranje-Trio die Konkurrenz am Donnerstag in Grund und Boden. Mit 236,140 Prozentpunkten erreichten die Reiter aus dem Nachbarland einen riesigen Vorsprung vor den Gastgebern um Isabell Werth (219,665). „Sie sind derzeit das Maß alles Dinge”, lobte Bundestrainer Holger Schmezer den Dauer-Rivalen.

Mehr als die erwartete Niederlage ärgerte den Coach die Änderung des Reglements, das er als wenig zuschauerfreundlich und als „Durcheinander” bezeichnete.

Eindrucksvoll zeigten die Niederländer im Dressurviereck ihre derzeitige Vormachtstellung. Das deutsche Team war ohne den Hauch einer Chance. Das beste Einzelergebnis erzielte Europameister Edward Gal, der mit seinem schwarzen Hengst Totilas (83,860) den Grand Prix eindeutig dominierte. Beste deutsche Starterin war Isabell Werth (Rheinberg), die mit Satchmo (75,836) auf den dritten Platz der Einzelwertung kam.

Die Dominanz der Nachbarn schreckte die Deutschen indes wenig, denn die Niederländer sind seit mehr als einem Jahr schier unschlagbar. Entsprechend milde fielen die Kommentare aus. „Ich bin absolut zufrieden”, sagte Werth, die erstmals nach ihrer Dopingsperre wieder in der deutschen Mannschaft ritt. „Satchmo wird immer konstanter”, lobte sie ihren Wallach.

Entschieden wird der Nationenpreis der Dressur erst am Samstag nach dem Special. Diese neue Regelung wird in Aachen erstmals angewendet, genau wie die Reduzierung der Teams auf drei Starter. „Das ist nicht halbes und nichts ganzes, eine Mannschaft besteht aus vier Reitern”, kritisierte Werth. „Das ist auch für die Zuschauer blöd, weil sie nicht wissen, wer zum Team gehört.” Für Verwirrung sorgte tatsächlich, dass ein vierter Reiter pro Nation als Einzelreiter am Wettbewerb teilnehmen darf.

„Der Zuschauer möchte auch nach dem ersten Tag einen Sieger, den gibt es aber nicht”, sagte Schmezer. „Das bringt den Sport nicht nach vorne.” Neu ist in Aachen zudem, dass es statt fünf Richtern jetzt sieben plus drei Supervisor gibt. „Da sitzen welche als Supervisor, die als Richter zu alt sind, da macht man sich doch unglaubwürdig”, klagte Schmezer über das indirekte Aufheben der Altersgrenze von 70 Jahren.

Angetan war Schmezer hingegen vom Debüt von Christoph Koschel, der erstmals im deutschen CHIO-Team ritt. Der 34 Jahre alte Reiter aus Hagen bei Osnabrück erhielt für den Auftritt mit Donnperignon 72,644 Prozentpunkte und lag damit vor EM-Teilnehmer Matthias-Alexander Rath (Kronberg) mit Sterntaler (71,185), der einige schwere Patzer bei den Piaffen hatte.

„Es war ein tolles Gefühl”, kommentierte Koschel. „Ich habe gemerkt, heute kann was gehen.” Dennoch sei er „ein bisschen zu brav geritten”. Der Newcomer im deutschen Team zeigte sich optimistisch für das Dauerduell mit der Niederländern: „In den nächsten Jahren kommen viele nach. Ich sehe das nicht schwarz.”
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