Aachen - Monica Theodorescu gibt Totilas ihre Stimme

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Monica Theodorescu gibt Totilas ihre Stimme

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Eine dreifache Team-Olympiasie
Eine dreifache Team-Olympiasiegerin am Mikrofon: Monica Theodorescu ist bei diesem CHIO die Stimme im „Eventradio”. Eine fachkundigere Moderatorin hätte der ALRV in Sachen Dressur kaum finden Foto: Michael Jaspers

Aachen. Monica Theodorescu folgt dem Ritt, jeden Schritt erfassen ihre Augen. Sie hat ein Mikrofon vor dem Mund, durch das ihre Stimme an hunderte Empfänger übertragen wird. Sie sagt: „Die große Übersetzung ist sehr ausdrucksstark.” Später schwärmt sie: „Das ist ein absolutes Spitzenpferd, auch wenn es als junges Pferd sehr schwierig war.

Beide haben sehr gut zueinander gefunden.” Und dann erklärt sie: „Sehr kraftvoll, alles absolut sicher. Eine unglaubliche Piaffe, das kann nicht besser sein. Sehr gut.”

Blick auf Wunderpferd erhaschen

Es gibt keinen Grund für die dreimalige Team-Olympiasiegerin der Dressurreiter, diesen Ritt nicht zu loben. Die Leute jubeln auf den Rängen. Voll ist es hier, voller denn je an einem Donnerstag, merkt Theodorescu an. Man muss von einem Totilas-Fieber sprechen, das die Tribünen füllt und zusätzliche Passierkontrollen bereits auf dem Weg zum Dressurstadion bedingt.

Doch Monica Theodorescu meint Mistral Hojris und seine Reiterin, die Britin Laura Bechtoldsheimer. Wunderhengst Totilas mit Reiter Matthias Alexander Rath kommt noch. Er geht gerade draußen über den Trainingsplatz. Hunderte Menschen stehen am Wegesrand, stehen auf den Zehenspitzen, um über die umliegenden Hecken einen Blick erhaschen zu können. Sie alle zieht der Hengst in seinen Bann, auch wenn die meisten nicht erklären können, warum. Für den ALRV bedeutet dies, den Ansturm auf das Dressurstadion aufzufangen. Und für Monica Theodorescu bedeutet dies, den Ritt für besonders viele Menschen im Dressurradio zu kommentieren. Gezählt wurde noch nicht, aber die Geräte fanden reißenden Absatz. Es gibt das Radio beim CHIO schon länger, diesmal ist es besonders kompetent besetzt. Als Moderatorinnen auf 103,1 MHz wechselt sich die 48-jährige Theodorescu, Gewinnerin des Großen Preises von Aachen 1990 mit Ganimedes, ab mit Nicole Uphoff-Selke, Gewinnerin dieses renommierten Championates 1988 und ein Jahr später auf dem legendären Rembrandt.

Natürlich wäre Theodorescu lieber in der deutschen Dressurequipe und damit im Stadion unterwegs. Aber die Konkurrenz in Deutschland ist größer denn je. Und über allen thront das neue Wunderpaar Totilas/Rath. „Totilas hat dem Dressursport schon letztes Jahr gut getan. Nun tut er dem deutschen Dressursport besonders gut”, sagt Monica Theodorescu und setzt sich wieder die Kopfhörer mit dem fest montierten Mikro auf.

Ein paar Wochen vor dem Turnier hatte ihr Turnierdirektor Frank Kemperman diesen Job angeboten. 1999 hatte ART-Geschäftsführer Michael Mronz die Idee. Seit 2000 gibt es die kleinen Mietradios vor dem Dressurstadion. Immer wieder waren es bekannte Fachleute, die dem Angebot ihre Stimme gaben. Darunter auch der ehemalige Equipechef Klaus Balkenhol. Theodorescu hat spontan zugesagt. „Es macht mir viel Freude, besonders wenn ich so guten Sport zu sehen bekomme.” Und dann kommt Totilas.

Fachleute nicht langweilen

Grand Prix CHIO, Preis der Teschnikasso - und der Wunderhengst trabt an. „Die Grußaufstellung ist ihm sehr gut gelungen, Matthias ist forsch angeritten”, sagt Theodorescu. „So soll das sein”, sagt sie. Dann: „Diese Ausstrahlung ist einmalig”, „die Traversale hätte ein wenig mehr parallel sein können, aber sehr ausdrucksstark war sie” und „die Piaffe ist fantastisch”. Es sind anmutige Bewegungen, die das Publikum geradezu andächtig schweigen lassen. Nur Theodorescu redet. Sie erklärt den Leuten alles - solchen, die jedes Jahr kommen wie auch solchen, die zum ersten Mal eine Dressurprüfung sehen, weil sie von diesem Toti-Dingsbums gehört haben. „Das war ein ganz sicherer Zweierwechsel, sehr schön durchgesprungen”, erläutert Theodorescu. Später: „Diese Passage ist einmalig, bei diesem Pferd. Es reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt. Noch später wird sie erklären, dass es ihre Herausforderung sei, das Fachpublikum nicht zu langweilen und gleichzeitig Unwissenden die Dressur zu erklären.

„In Aachen gibt es so viel Fachpublikum. Das darf ich nicht zu doof machen. Viele verstehen etwas davon. Und ich mag die Leute auch nicht zulabern. Wenn ich jeden Tritt beschreiben würde, wäre ich als Zuhörer jedenfalls genervt”, erzählt sie. Als Kommentatorin hatte sie zuletzt auch schon fürs Fernsehen gearbeitet. „Aber man reitet auch als Kommentator immer mit”, sagt sie. Raths Ritt, Totilas Show endet. „Hut ab vor Pferd und Reiter, absolute Spitzenklasse”, kommentiert Theodorescu im Dressur- oder Eventradio, wie es offiziell heißt, das Finale. Menschen springen auf, der Jubel ist groß. Theodorescu klatscht: „Das war sehr beeindruckend.” Und brachte mit 82,175 Prozent den Sieg.
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