Aachen - „Momos” Traum wird wahr

„Momos” Traum wird wahr

Von: ust
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Tanzt bei der EM auch im Einzel: Simone Wiegele. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Ihren Auftritt in Aachen könnte man glatt mit dem Stoff von Charles Dickens namens „Große Erwartungen” betiteln. Nur dass Simone Wiegele nicht auf einen Traumprinzen wie Ethan Hawke wartete, sondern die 23-jährige kämpfte um einen Fahrschein nach Schweden, zur Voltigier-Europameisterschaft Ende Juli. Zum guten Schluss der Voltigierwettkämpfe beim CHIO wollte Bundestrainerin Ursula Ramge die Entscheidung bekanntgeben, welche Einzelstarter Deutschland bei der EM vertreten. Vorweg: Simone Wiegele, die junge Grevenbroicherin, ist als Einzel-Voltigiererin noch nie bei einer Europameisterschaft gestartet.

Als Teamplayerin hat sie in internationalen Wettkämpfen schon jede Menge Erfahrung gesammelt, gewann bei der WM in Aachen 2006 die Goldmedaille mit Neuss-Grimlinghausen.

Seit einiger Zeit will „Momo” es aber auch allein schaffen. Das machte ihr in Aachen ganz schön Arbeit. Nachdem das Team bereits im Vorfeld nicht für die Europameisterschaft nominiert worden war, weil die Kür nicht überzeugen konnte, wollte man es jetzt allen zeigen. Die nominierten Ingelsberger starteten zwar aufgrund einer Verletzung ihres Pferdes in Aachen nicht.

Als größte Konkurrenz stellte sich die JRG Köln dar. Auch diesmal bewerteten die Richter die Kür der „jungen Wilden” höher, aber Simone & Co. machten ihnen dennoch einen Strich durch die Rechnung, denn die Kür alleine ist nicht alles. „Das war eine Ausnahme-Pflicht”, staunte selbst Bundestrainerin Ursula Ramge über den Neusser Erfolg.

Kanariengelber Anzug

So weit so gut für Simone. Aber im Einzel blieb es spannend. Die Britin Joanne Eccles gab die Spitze nicht mehr ab, aber mit der Ingelsbergerin Anja Barwig konnte Simone recht gut mithalten. In der Kür zeigte sie im kanariengelben Anzug keine Schwächen.

Wer so gelenkig ist, schafft kuriose Verbiegungs-Übungen oder den Flick-Flack ohne Makel. Dabei waren ihr Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz und „Arki”, der elfjährige Braune, der mit vollem Namen Arkansas heißt, wie immer zuverlässige Partner.

Dann ging Ines Jückstock an den Start in der Technik, der letzten Teilprüfung. Ines hat einen unglaublichen Erfahrungsschatz. „Die Jungen aus Neuss müssen zumindest an Ines Leistungen herankommen, dann wird man vielleicht gewillt sein, in die Zukunft zu schauen”, hatte die Bundestrainerin noch zuvor über die größte Konkurrentin um den EM-Startplatz für Simone Wiegele und ihre Teamkollegin, selbst auch Einzelstarterin Antje Hill, gesagt.

Erfahrung oder Nachwuchs, so lautete hier die Frage. Nun sind von jeher Pflicht und Technik die Paradedisziplinen der Hamburgerin. Aber diesmal patzte sie in der Technik, so dass Simone nicht nur an ihre Leistungen heranreichen, sondern die Fünftplatzierte mit einem tollen zweiten Platz überholen konnte.

Glücklich drückte Jessica Schmitz bei der Verkündung der Ergebnisse im „Kiss&Cry Corner” ihren Zögling, der nicht nur zu Hause Nesthäkchen sein darf. Und es kam noch besser: Im Nationenpreis, einer Öcher Erfindung im Voltigiersport anno 2008, siegte Simone als weibliche Einzelstarterin gemeinsam mit Kai Vorberg (Männer-Einzel) und der Mannschaft der JRG Köln.
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