Aachen - Michaels-Beerbaum feiert trotz Platz vier

Michaels-Beerbaum feiert trotz Platz vier

Von: Michael Rossmann, dpa
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Lamaze
Sieger im Großen Preis von Aachen: Der kanadische Springreiter Eric Lamaze mit seinem Pferd Hickstead. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Die schwarze Serie riss am vorletzten Tag, doch beim Höhepunkt gingen die deutschen Springreiter wieder leer aus: Meredith Michaels-Beerbaum vergab am Sonntag beim CHIO in Aachen den Sieg im Großen Preis im Stechen und musste dem Kanadier Eric Lamaze zum Sieg gratulieren.

Mit Platz vier gelang es der 40-Jährigen nicht, die magere deutsche Bilanz beim größten Turnier der Welt zu retten. In der Dressur dominierten die Niederländer, Isabell Werth wurde Vierte und schimpfte auf die Richter.

Michaels Beerbaum war trotz des Scheiterns zufrieden und feierte. „Ich freue mich so sehr”, sagte Michaels-Beerbaum. „Shutterfly ist das beste der Pferd der Welt.” Sie war schlichtweg begeistert. „Das ist sehr emotional für mich”, erklärte sie: „Was Shutterfly geleistet hat, ist Wahnsinn.”

Olympiasieger Lamaze gewann mit dem Hengst Hickstead vor dem Schweizer Pius Schwizer mit Carlina und dem Spanier Sergio Alvarez Moya mit Action-Breaker. Ein Erfolg im Großen Preis wäre für Michaels-Beerbaum der zweite große CHIO-Sieg nach 2005 gewesen. Dennoch ist die ehemalige Weltranglisten-Erste nach ihrer Babypause wieder auf dem Weg nach oben.

„Langsam vertraue ich mir wieder selber”, sagte Michaels-Beerbaum, die vor drei Jahren Europameisterin war und nach der Geburt ihrer Tochter vor fünf Monaten immer stärker wird. Siege bei kleineren Turniere feierte sie bereits vorher, doch jetzt „finde ich meinen Rhythmus”.

„Die WM wäre schön”, sagte Michaels-Beerbaum, die sich bei vier Startplätzen selbst aber als „Nummer sechs auf der Liste” sieht. „Hoffentlich bleiben alle anderen fit und gesund, dann bleibe ich zu Hause”, erklärte sie lächelnd. Die gebürtige Amerikanerin sagte aber auch: „Wenn Otto mich braucht, dann ruft er mich an.” Allerdings ist nicht Shutterfly ein WM-Kandidat, sondern Checkmate. Der im Großen Preis eingesetzte Shutterfly ist mit 17 Jahren zu alt: „Das will ich ihm nicht mehr antun.”

Zweitbester deutscher Starter war Ehning, der mit Küchengirl knapp scheiterte und auf Rang acht kam. „Das war ein ärgerlicher Fehler”, sagte der Weltcupsieger. „Einen wirklichen Grund gibt es nicht.” Vielleicht war „ein bisschen Unruhe drin”. Elfte wurde Janne- Friederike Meyer (Schenefeld) mit Lambrasco.

2 Siege in 16 Springen - das ist kein Debakel, aber eine eher magere Bilanz für die erfolgsverwöhnten deutschen Reiter. „Wir haben nicht die Anzahl von Siegen, aber ich bin nicht unzufrieden”, sagte Bundestrainer Otto Becker. „Die Hauptpaare für die WM haben sich gut präsentiert.” Auch wenn die „Decke dünner geworden ist”: „Wir können trotzdem eine gute WM reiten.” Mit dem Abschneiden im Großen Preis war Becker zufrieden: „Fünf von zehn Startern in der zweiten Runde, das ist nicht schlecht.”

Die Anzahl der CHIO-Siege ist im Vergleich zu früheren Zeiten aber zuletzt deutlich gesunken. Woran das liegt? „Wenn ich es wüsste, würde ich es abstellen”, sagte Marcus Ehning augenzwinkernd. Der Reiter aus Borken, der dieses Jahr bereits den Weltcup gewann, erklärte: „Es ist ein bisschen unglücklich, aber andere Nationen sind auch stärker geworden.”

Zudem haben die besten deutschen Reiter ihre Toppferde am Donnerstag im Nationenpreis geritten und „konnten sie sonst nicht einsetzen. Mit Zweitpferden kann man die schweren Springen nicht gewinnen”, so Ehning. Das galt wohl auch für ihn im Großen Preis. Er sattelte Küchengirl statt Plot Blue und verpasste das Stechen.

Immerhin hatte Ehning für den ersten deutschen Sieg beim CHIO gesorgt. Vier Tage hielt die schwarze Serie, ehe der Weltcupsieger sich am vorletzten Turniertag in einer kleinen Prüfung für Nachwuchspferde im Sattel von Campbel im Stechen durchsetzte und den Bann brach. Einen zweiten Sieg gab es am Sonntagmorgen durch Janne-Friederike Meyer. Allerdings gehören beide Springen zu den kleinen Prüfungen.

Noch schwächer war die Dressur. In der Teamwertung gab es Platz zwei hinter den Niederlanden. Im Einzel wurde Werth dreimal nur Vierte, während der Niederländer Edward Gal alles gewann. Werth war mit ihren Ritten zufrieden, schimpfte aber über die Wertungsrichter. „Bei aller Liebe, einen Abstand von zwölf Prozent, den haben wir bestimmt nicht”, klagte die fünfmalige Olympiasiegerin aus Rheinberg.
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