Aachen - Kempermans „Sommernachtstraum”

Kempermans „Sommernachtstraum”

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Die Zufriedenheit über den guten CHIO-Verlauf versperrt ihm nicht den Blick auf die nächsten Events: Frank Kemperman. Foto: imago/CoverSpot

Aachen. Von wenigen Wetter-Kapriolen einmal abgesehen, lief es ziemlich rund bei diesem CHIO in der Aachener Soers. Sportlich blieb im Springen zwar der ganz große Erfolg der deutschen Reiter aus. Dennoch zieht Frank Kemperman, der Sportchef des Turniers, im Gespräch mit Wilhelm Peters ein positives Fazit.

Wie geht es Ihnen am letzten CHIO-Tag?

Kemperman: Nach einem Jahr Vorbereitung ist man ein bisschen froh, wenn es vorbei ist. Es war spannend, anstrengend, über eine Woche Arbeit unter Hochspannung. Aber es waren gute Tage.

Nach denen immer auch über das Wetter gesprochen werden muss.

Kemperman: Ja, stimmt. Es war nicht einfach, wie immer hat das Wetter eine große Rolle gespielt. Zu Beginn, beim Voltigieren, war es in der Halle zu heiß. Dann hat uns ein kleiner Sturm heimgesucht, der „Preis der StädteRegion” im Springstadion musste unterbrochen werden. Aber es ist insgesamt ja wunderbares Wetter gewesen.

Und der Boden, der letztes Jahr heftig kritisiert worden ist, hat gehalten.

Kemperman: Ich bin sehr glücklich darüber, dass der Boden so super in Schuss ist. Das haben wir unserem Platzmeister Rolf Zillekens und seinem Team zu verdanken, die hervorragende Arbeit geleistet haben. Es gab nur Lob von seiten der Reiter.

Was bleibt sportlich von diesem CHIO hängen?

Kemperman: Der Samstag zum Beispiel. Da sehen die Zuschauer vier verschiedene Disziplinen. Dann Donnerstag der Nationenpreis. Der war wie ein Sommernachtstraum.

Wegen des Wetters?

Kemperman (lacht): Ja, das sicher auch. Diese Atmosphäre, das Wetter, die Zuschauer, da bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Dafür arbeitet man jahrelang. Ich fand es sehr cool und war überrascht, wie die Iren den Nationenpreis nach Hause geritten haben.

Und die anderen Disziplinen?

Kemperman: Die Dressur hat mich nicht überrascht. Edward Gal mit Totilas - das war ihr Turnier. Ich habe im Dressur-Stadion auf den Tribünen viele Gesichter gesehen, die vorher noch nie dort waren, weil dieses Pferd der ganz große Star war. Boyd Exell und Ijsbrand Chardon - was soll ich sagen? Sie waren wieder unglaublich stark mit ihren Gespannen unterwegs. Mit Andrew Nicholson hatten wir in der Vielseitigkeit erstmals einen ausländischen Einzelsieger. Und Deutschland hatte in der Vielseitigkeit die besten Pferde, war in voller Stärke hier und hat als Weltmeister zu Recht die Mannschaftswertung gewonnen.

Das Abschneiden der Deutschen in Springen und Dressur war dagegen eher bescheiden ...

Kemperman: Das stimmt. Es hat auch mich ein wenig überrascht, dass kein Sieg in einer großen Prüfung geholt wurde.

Schade, dass Publikumsliebling Ludger Beerbaum sich nicht für den Großen Preis qualifiziert hat.

Kemperman: Hätte ich eine Liste machen dürfen, hätte er natürlich draufgestanden. Aber bekanntlich ist nur der Vorjahressieger qualifiziert. Der Sport entscheidet, wir haben ein sehr faires Qualifikationssystem.

Gab es außer Beerbaums „Ausfall” beim Großen Preis Überraschungen für Sie?

Kemperman: Die junge Garde der deutschen Dressurreiter. Gut, dass Bundestrainer Holger Schmezer auch auf Christoph Koschel und Anabel Balkenhol setzt, die sehr gut abgeschnitten haben. Gut für den Sport ist auch, dass Otto Becker einer Janne-Friederike Meyer in der Equipe eine Chance gegeben hat. Jetzt hat Becker natürlich im Hinblick auf die Weltreiterspiele in Kentucky das Luxusproblem, welche fünf Reiter er nominiert.

Wen sehen Sie in Kentucky vorne?

Kemperman: Im Springen die Franzosen, Amerikaner und Deutschen. Irland bleibt trotz des Sieges hier für mich Außenseiter; in der Dressur sicher die Niederlande, Deutschland und Großbritannien; im Fahren die Teams aus den Niederlanden und den USA, im Einzel Exell und Chardon.

Gibt es Dinge, die Sie in Aachen noch besser machen können?

Kemperman: Die gibt es immer. Es sind Kleinigkeiten, keine großen Projekte. Ich habe immer eine Digitalkamera bei mir, fotografiere nur, was mir nicht gefällt. Und wir haben eine Liste. Alles wird nach dem Turnier aufgearbeitet, damit es nächstes Mal noch besser wird.

Vor dem nächsten Mal liegen die Tage zwischen dem 13. und 15. August, da richten Sie die Deutschen Jugendmeisterschaften in den Disziplinen Springen, Dressur und Voltigieren in der Soers aus.

Kemperman: Die diesmal bei uns etwas größer als sonst werden. Ich hoffe, dass das beste Publikum der Welt, das Aachener, die jungen Sportler auch dann unterstützt und zu uns kommt. Die Springen finden dann auf dem Fahrplatz statt, das Voltigieren in der Halle, die Dressur auf dem Trainingsplatz vor dem Dressurstadion, wo wir Tribünen aufbauen.

Haben Sie einen persönlichen Wunsch am Ende dieses CHIO?

Kemperman: Dass Aachen weiter der Standort für Reiter und Zuschauer bleibt. Das wünsche ich mir, daran arbeiten wir und sind ein wenig stolz auf unseren CHIO. Was hier gezeigt wird, ist eine wunderbare Werbung für den Reitsport und die Stadt Aachen. Es ist ein gutes Gefühl, dass ich das mitorganisieren darf.
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