Otto Beckers Fazit: „Wir waren gut, aber das letzte Quäntchen hat gefehlt “

Von: Guido Jansen
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Der beste Deutsche: Daniel Deußer springt mit Cornet d‘Amour auf den vierten Platz und zu 100000 Euro. Foto: Michael von Fisenne

„Ich könnte mir in den Allerwertesten beißen“, hat Daniel Deußer nach seinem vierten Platz gesagt. Fast jedenfalls. Denn statt Allerwertester hat er ein anderes, bekannteres Wort benutzt. Einen Augenblick, genau 63 Hundertstelsekunden, war der Deutsche Meister am Stechen vorbei geritten. „Das nehme ich zu 100 Prozent auf meine Kappe. Cornet d‘Amour ist super gegangen“, ärgerte sich der einzig fehlerfreie Deutsche am Sonntag über einen Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung.

 „Ich habe mich zu lange damit beschäftigt, wo die anderen Reiter Fehler machen. Weil ich zu sehr darauf geachtet habe, habe ich Zeit gelassen“, schilderte er während des Stechens, warum er nicht mehr im Rennen war und bereits als Vierter feststand. Wegen dieses einen Augenblicks, den er zu langsam war. „Ich habe es verschenkt, hier mehr zu erreichen.“

So lautete auch die Analyse von Bundestrainer Otto Becker. „Es war wie im Nationenpreis am Donnerstag. Wir waren gut, aber das letzte Quäntchen hat gefehlt.“ Damit hat es das deutsche Team verpasst, mit dem erhofften Schub aus Aachen in die Wochen der Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Dänemark zu gehen.

„Knüppelige“ Nominierung

Genau das war des Bundestrainers Devise gewesen nach dem dritten Platz im Nationenpreis. „Das ist trotzdem kein Problem. Hansi Dreher und Ludger Beerbaum haben große Springen in Aachen gewonnen. Für das größte Springen hat es nicht gereicht.“ Trotzdem zog Becker ein positives Fazit und sprach davon, dass er ob der Vielzahl von guten deutschen Reitern vor einer „knüppeligen Nominierung für die Europameisterschaft“ stehe.

Zu den Kandidaten gehört mit Sicherheit Christian Ahlmann, die Nummer eins der Weltrangliste. Als Achter war er drittbester Deutscher beim Großen Preis von Aachen, hinter Ludger Beerbaum (6.) und Deußer. Auch er war denkbar knapp am Einzug in das Stechen gescheitert. Es war wieder das Hindernis in der Ecke vor dem Richterturm. Im Nationenpreis riss er dort einen Steilsprung kurz vor Schluss, beim Großen Preis passierte ihm genau dieses Missgeschick wieder.

„Wir waren gut. Aber leider wieder nur gut und nicht gut genug“, ärgerte sich Ahlmann. Vor dem vorletzten Hindernis wähnte sich der Deutsche fälschlicherweise in Zeitproblemen und ritt den Steilsprung schneller und zu flach an. „Der Parcoursbauer weiß, dass die Reiter es am Ende eilig haben. Deswegen stellt er dort einen solchen Steilsprung hin. Die Anforderung ist hoch, sonst wäre es nicht Aachen.“

Den Schub eines großen Siegs auf dem Weg zur EM haben Ahlmann, Deußer, Beerbaum und Co. verpasst. „Das ist schade, aber kein Problem. Wir haben reichlich Qualität“, sagte die Nummer eins der Welt.

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