Der letzte große Auftritt der 17-jährigen Leilani

Von: zva
Letzte Aktualisierung:
5785972.jpg
Der Sieger strahlt, dem Pferd scheint‘s egal zu sein: Christopher Burton und Leilani. Foto: T. Rubel

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nur der Australier Christopher Burton störte mit seinem Sieg im Einzel ein wenig die Festspiele der Gastgeber in der Soers.

Zum sechsten Mal holten sich die Team-Olympiasieger überlegen den Nationenpreis bei ihrem Heimturnier und präsentierten sich zwei Monate vor der EM in Malmö in starker Verfassung. Beim abschließenden Geländeritt verteidigten Michael Jung (Horb) mit Halunke, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip, Andreas Dibowski (Döhle) mit Butts Leon und Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo ihre Führung, die sie sich am Freitag in der Dressur und im Springen erobert hatten. Mit 134,60 Strafpunkten wiesen sie die Briten (182,60) und Schweden (219,0) deutlich auf die Plätze zwei und drei.

„Wenn man das Teamergebnis anguckt, ist das mehr als souverän. Alle Teamreiter hatten nicht einen Hindernisfehler. So ein ausgeglichenes Ergebnis hatten wir noch nie“, sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Da konnte er es auch gut verkraften, dass Sandra Auffarth in der Einzelwertung um weniger als eine Sekunde im Gelände oder 0,2 Strafpunkte den Sieg auf ihrem Erfolgspferd Opgun Louvo (35,8) verpasste. „Ich war glücklich, dass es so gut gelaufen war. Als ich gesehen habe, wie knapp es war, war das schon etwas ärgerlich“, sagte sie.

Sieger Burton schaffte es auf Leilani als einziger der 42 Starter, die 4000 Meter lange Strecke mit ihren 25 Hindernissen in der Richtzeit von sieben Minuten zurückzulegen und sein Ergebnis nach Dressur und Springen von 35,6 Strafpunkten zu halten. „Das hätte ich nicht erwartet. Die Deutschen sind einfach saumäßig gut gewesen. Ich bin total glücklich“, strahlte der 31-Jährige.

Für den Mann aus Down Under war der CHIO in Aachen ein ganz besonderes Turnier. Denn die Station in Deutschland war der allerletzte Wettkampf für die 17-jährige Stute Leilani. Erst sollte sie nach den Olympischen Spielen in London aus dem Sport genommen werden, dann nach dem Traditionsturnier in Badminton. „Ich habe die Besitzer Jean und Jade Findlay dann gefragt, ob ich nicht auch noch in Aachen mit ihr reiten könne.“ Die Zustimmung erhielt der Australier – und wandelte die Chance in einen Sieg um. Besser hätte der Abschluss für Leilani, die im September nach Australien zurückkehren wird und da ihr Stuten-Dasein genießen kann, also nicht laufen können.

Trotz des Erfolges des Australiers war das deutsche Gesamtergebnis eindrucksvoll: Auf sieben der ersten neun Plätze landeten deutsche Paare. Nicht ganz zufrieden war Doppel-Olympiasieger Jung, der mit seinem Ausnahmepferd Sam (42,40) als Dritter den erhofften Sieg verpasste.

Auf dem nach dem Dauerregen schweren Boden hatte sein Wallach zwei Hufeisen verloren und war bei einigen Wendungen weggerutscht. Bei einem Hindernis geriet das Paar sogar ins Straucheln. Das wurde zunächst als Verweigerung gewertet, nach Jungs Protest nahm die Jury diese Entscheidung zurück.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert