Aachen - Hallas Sprünge zum Olympia-Gold sind unvergessen

Hallas Sprünge zum Olympia-Gold sind unvergessen

Von: Helga Raue
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Kommentierten ihre „Ritte des Jahrhunderts” selbst: Jos Lansink (Zweiter von links) und Hans Günter Winkler im Gespräch mit Janne-Frederike Meyer (links) und Christoph Hess (rechts). Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Aachen ist wie eine italienische Oper. Hier habe ich die größten Siege, aber auch die größten Niederlagen erlebt. Aachen ist meine reiterliche Heimat.” Hans Günter Winkler, lebende Legende und immer noch der erfolgreichste deutsche Springreiter bei Olympischen Spielen macht dem CHIO Aachen eins der größten Komplimente.

In der Soers hatte Winkler so manche unvergessliche Runde gezeigt, die nur durch einen Ritt getopt werden: Seinen Sieg bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm, wo Halla ihn trotz schmerzhafter Leistenverletzung zum Doppel-Gold trug.

Dieser Sieg steht ganz oben bei den „Ritten des Jahrhunderts”. So hieß auch die gleichnamige Soirées des Pferde-Spitzensports, bei der bekannte Reiter und Zeitzeugen auf Einladung des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) einige der berühmtesten oder auch spektakulärsten Ritte noch einmal lebendig werden ließen.

Olympiasieger, Welt- und Europameister nahmen auf den weißen Sofas in der Aachener Albert-Vahle-Halle Platz und blickten launig auf Höhepunkte ihrer Karrieren zurück, moderiert von Christoph Hess und Springreiterin Janne Friederike Meyer. Viele von ihnen haben ihre wichtigsten Ritte in Aachen erlebt, wie Dressur-Olympiasiegerin Nadine Capellmann, die 2002 Doppel-Weltmeisterin in Jerez de la Frontera wurde.

„Das war sportlich der größte Erfolg. Aber beim CHIO nach der Kür als Öcher Mädchen vom Publikum gefeiert zu werden, war das Schönste überhaupt”, gestand die Aachenerin. Ähnlich erging es auch Springreiter Willibert Mehlkopf, wie Peter Schmitz Lokalmatador im Parcours, der hier für den deutschen Hochsprungrekord über die 2,30 Meter hohe Mauer mit Wabbs gefeiert wurde.

In filmischen Rückblicken wurde ein weiter Bogen gespannt von Olympia 1936 in Berlin bis heute, kommentiert von der „Stimme des deutschen Reitsports”, Hans-Heinrich Isenbart. Da tanzte noch einmal Rembrandt unter Nicole Uphoff, die ebenso auf der Couch saß wie Ruth Klimke, Witwe des unvergessenen Dr. Reiner Klimke, der auf Ahlerich Dressurgeschichte geschrieben hat.

Aber es gab auch überraschende Erkenntnisse: „Mein Ritt des Jahrhunderts war die zweite Parcoursrunde in Athen”, gestand Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike lachend. „Auf einmal hatte ich den Parcours vergessen, und wenn mein Freund Jörg Naeve nicht ,Planke´ geschrien hätte, hätte ich mich im nächsten Augenblick verritten.”

Der Vielseitigkeits-Reiter war einer von fünf anwesenden Weltmeistern, die ihren Titel 2006 in Aachen gewonnen hatten, wie Kai Vorberg, der im Video noch einmal zu Amadeus” turnte, Gespannfahrer Michael Freund oder auch Springreiter Jos Lansink, der hier sportlich und gefühlsmäßig den Ritt des Jahrhunderts erlebte.

„Für mich war das Stechen bei der WM in Aachen ganz besonders, denn ich habe den Titel mit meinem eigenen Pferd gewonnen”, gestand der Belgier, während über die Großleinwände sein Schimmelhengst Cumano galoppierte.
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