Aachen - Eine poppige Kür für El Santo

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Eine poppige Kür für El Santo

Von: ust
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Isabell Werth auf ihr El Santo
Isabell Werth auf ihr El Santo nach Rang 3 im Grand Foto: Uwe Anspach

Aachen. Wenn Isabell Werth in diesen Tagen mit drei Pferden am Start ist, kann sie das nicht aus der Fassung bringen. „Jetzt mal im Ernst: Zu Hause ist das Pensum größer”, erklärt die deutsche Ausnahme-Dressursportlerin. Eine Riesenhilfe hat sie sich aus dem heimatlichen Stall in Rheinberg mitgebracht. „Mein Mitarbeiter ist wunderbar, er hält mir jeden Stress fern und sorgt dafür, dass im Stall keine Hektik aufkommt.”

Sich mal zurückziehen, mal tief durchatmen zu können, ist Isabell Werth wichtig. So tankt sie die Kraft, ihren Shooting-Star El Santo im Großen Preis zu präsentieren, den ebenfalls zehnjährigen Stern im Prix St. Georges und Warum Nicht in der CDI-Tour.

Ein braunes Kraftpaket

Wenn Werth morgen einreitet, wird es poppig. Sie stellt El Santos neue Kür vor, zur Musik von David Bowie. Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve ritt sie noch die „alte” Kür von Satchmo, findet aber selbst, dass sie zu diesem braunen Kraftpaket nicht passt.

„Satchmos Kür ist schwer von der Musik her, und an El Santo hat mich immer der unheimliche Rhythmus, die Kraft und die Dynamik fasziniert.” Außerdem hat bisher noch keiner ihrer Vorreiter diese Musik gewählt - soweit sie weiß. „Wir wollen ja immer alle das Rad neu erfinden”, erklärt sie schmunzelnd.

Konditionell verbessert

Es sei ein echter Kraftakt gewesen, die Choreographie bis zum CHIO fertigzustellen. „In Balve habe ich vielleicht den Fehler gemacht, mich vorher im Training gar nicht näher mit der Kür zu beschäftigen. Da habe ich mich noch auf Grand Prix und Spécial konzentriert.”

Was sich auszahlte: Beide Prüfungen meisterte El Santo überzeugend, nur in der Kür gab es kleine Unsicherheiten. „Inzwischen ist er auch konditionell viel stärker geworden”, bekräftigt Werth, die es darauf anlegt, „den ein oder anderen Etablierten zu ärgern”.

Sie hat El Santo vierjährig beim Rheinischen Pferdestammbuch in Wickrath gekauft, sein langer Schwung hat sie sofort gefesselt. Die Absprache mit ihrer Pferdebesitzerin, der Mäzenin Madeleine Winter-Schulze, lief denkbar einfach: „Ich habe ihr vollstes Vertrauen. Sie merkt meiner Stimme sofort an, wenn ich mich in ein Pferde verguckt habe, dann wird meine Stimme ganz fickrig.”

Außerdem bleibt Werth mit beiden Beinen auf dem Boden. „Wir machen hier kein Kamikaze. Für 20 000 oder 40 000 Euro kann ich ein Pferd finden, das Grand-Prix-fähig ist.”

Werth hat ihre sportlichen Ziele fest gesteckt. Sie peilt die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in London an, hat neben El Santo und dem neunjährigen Don Johnson noch zwei „tolle Siebenjährige” im Stall. Sie lacht und sagt: „Ich kann mir vorstellen, noch ein paar Tage zu reiten.”
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