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Ehnings Küchengirl und das Aachener Trauma

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
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Am vorletzten Sprung gepatzt: Marcus Ehning und Küchengirl kommen vom Siegkurs ab. Foto: gettyimages

Aachen. Es war ein denkwürdiger Tag in der Soers. Zwei Schweizer landeten im Springen um den Stawag-Preis auf den vorderen Plätzen. „An einen Doppelsieg in Aachen kann ich mich nicht erinnern”, staunte Pius Schwizer beim Blick in die Ergebnisliste.

Der Weltranglisten-Zweite musste mit Ulysse (0 Fehlerpunkte/74,09 Sekunden) nur seinem Landsmann Steve Guerdat mit Jalisca Soleir (0/72,55) den Vortritt lassen. Die beiden profitierten allerdings von einem Flüchtigkeitsfehler bei Marcus Ehnings Küchengirl.

Der Borkener war klar auf Siegkurs, als seine Stute am Aussprung der Dreifachen Kombination - dem vorletzten Hindernis - eine Stange mit den Hinterbeinen aus der Halterung rollte. Statt 13.200 Euro Preisgeld am Ende nur Platz 28 für das Paar, das bei der WM 2006 am selben Ort in eine Sinnkrise rutschte, als es im Teamwettbewerb in die Mauer krachte. Küchengirl und Aachen: Das scheint sich zu einem Trauma auszuwachsen.

Grund zur Zufriedenheit im Lager der deutschen Springreiter hatte Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen). Die ehemalige Weltranglisten-Erste, die noch um ihr Ticket zu den Weltreiterspielen in Kentucky kämpft, wurde mit Checkmate Dritte. 1,87 Sekunden hinter Gewinner Guerdat. „Ich habe nicht probiert, Steve unbedingt zu schlagen”, sagte die 40-Jährige. „Ich wollte nur flüssig reiten.” Die entscheidende Zeit hatte sie wohl schon zwischen den ersten beiden Hindernissen verloren. „Mein Tempo war am Anfang ein bisschen langsam. Danach habe ich meinen Rhythmus gefunden.”

Michaels-Beerbaum, die im Februar Mutter geworden ist und eine Babypause einlegen musste, fühlt sich auf dem Weg nach Kentucky noch nicht im Kreis der WM-Fahrer angekommen. „Im Moment sehe ich mich noch eher als Sechste”, sagt sie. „Die anderen sind noch besser.” Aber diese Rangfolge will sie bald ändern.
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