Aachen - Die erste Runde fährt der Vize

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Die erste Runde fährt der Vize

Von: Thorsten Karbach
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Er steht hinter einer erfolgre
Er steht hinter einer erfolgreichen Gespannfahrt: ALRV-Vizepräsident Baron Wolf von Buchholtz freut sich aufs Foto: Michael Jaspers

Aachen. Baron Wolf von Buchholtz trägt keine Startnummer. Er hat auch deutlich mehr Pferdestärken als vier. Und doch geht Baron Buchholtz heute als Erster auf die Marathonstrecke der Gespannfahrer - um zu von einem Geländewagen aus zu schauen, ob auch alles am rechten Fleck ist, alle Schilder stehen, alle Hindernisse im Gelände in Schuss sind.

Das muss er, denn immer wieder schnappen sich Souvenirjäger ein Andenken von den Wiesen. Um fatale Folgen auszuschließen machen sich also Baron Buchholtz und Parcoursbauer Dr. Wolfgang Asendorf vor all denn Kutschen auf den Weg. „Das ist die wichtigste Fahrveranstaltung der Welt - neben den Weltmeisterschaften. Da muss alles perfekt sein”, sagt der Vize-Präsident des Aachen-Laurensverger Rennvereins.

Aus dem Bösch auf die Wiese

Die Marathonfahrt (26.000 Euro Preisgeld) der Kutschen mitsamt der Geländestrecke zählt seit gefühlten Ewigkeiten zu den Höhepunkten der Turnierwoche. Früher im Öcher Bösch, heute eben auf den Wiesen der Soers. Es ist die vielleicht spektakulärste Strecke der Welt und mit Sicherheit eine der Schönsten. Dem verantwortlichen ALRV-Vizepräsidenten ist aber vor allem eines wichtig: „Wir müssen den Fahrern einen optimalen Ablauf garantieren.” Und er weiß, wie der sein muss. Denn seit 1992 fährt er selber Zwei- und Vierspänner. Seit fünf Jahren fährt er vorneweg - nur im letzten Jahr fehlte der Mann, er hatte sich bei einem Jagdunfall in Afrika verletzt.

In einem Zelt im Fahrerlager der Gespannfahrer jenseits des Eulerwegs steht seine Dressurkutsche. Eine feine Maßanfertigung mit edlem Holz und schicken Leder. Baron Buchholtz nimmt auf dem Bock Platz. Vorne rechts sitzt der Fahrer, Gespannfahren ist eben eine sehr britische Tradition. Er zeigt auf eine der Kutschen, die für die Marathonfahrt präpariert wird. Sehr robust ist sie, muss unter extremen Bedingungen in der Spur bleiben. Der Sitz des Fahrers wurde Richtung Mitte verlegt.

Es sind die Bilder von verbissenen Fahrern, die durch die Wasserhindernisse preschen, die das Spektakel am besten dokumentieren. Ab 14.30 Uhr gehen die Starter auf die Strecke, die sich in drei Abschnitte unterteilt. Die Verantwortlichen sprechen von einem Drei-Phasen-Marathon. Erste Phase ist die Aufwärmstrecke über 7500 Meter bei freier Gangart. Dann kommt die Schrittstrecke über tausend Meter. Und dann geht es eben ins Gelände. 9000 Meter, acht Hindernisse, gewaltige Action. Alle fünf Minuten geht ein Starter ins Rennen.

Vom Fahrerlage kann Baron Buchholtz einen Teil der Strecke überblicken. Es hatte damals viel Wirbel um den Umzug aus dem Wald in die Soers gegeben. Nun kommen die Menschen wie selbstverständlich (ohne Hunde, die sind verboten) an den Soerser Weg. Der Eintritt ist weiterhin frei, allein wer morgens die Vielseitigkeitsreiter im Gelände anfeuern will, muss bezahlen. „Es ist pferdefreundlicher, fahrerfreundlicher und zuschauerfreundlicher geworden”, erklärt der Vize. In diesem Jahr wurden für die Zuschauer die Hindernisse sogar noch kompakter zusammengefasst.

Toby hat er ausgeliehen

Wenn Baron Wolf von Buchholtz mit dem Geländewagen im Ziel ist, dann muss „Toby” ran . Das Pferd heißt eigentlich „Try on” hört aber besser auf Toby und geht als Vorderpferd bei Favorit Ijsbrand Chardon ins Rennen. Am Freitag hat Toby mit Chardon schon das Reit-Fahr-Championat „Jump & Drive” gewonnen. Zur Freude seines Besitzers - Baron Wolf von Buchholtz. Der hat Chardon den zuverlässigen Toby ausgeliehen. „Ein Pferd mit tollem Charakter”, schwärmt der Besitzer. Und deswegen gefragt. Nach dem CHIO ist seine Frau mit Toby beim Zweiergespann-CAIO in Riesenbeck und anschließend der WM in Frankreich am Start. „Danach hole ich ihn mir aber nach Hause - wenn es sein muss mit dem Lasso”, sagt er. Denn am liebsten ist auch er mit nur vier Pferdestärken unterwegs. So wie ihm heute die Stars in der Soers folgen werden.
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