Aachen - Deutsche Springreiter verpassen CHIO-Sieg knapp

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Deutsche Springreiter verpassen CHIO-Sieg knapp

Von: Michael Rossmann, dpa
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CHIO Aachen - Carsten-Otto Nagel
Stimmungsvolles Springen in der Soers. Foto: dpa

Aachen. Der Tag begann mit Tränen und endete mit einem verpassten Sieg im strömenden Regen. Die deutschen Springreiter mussten sich beim CHIO mit dem zweiten Platz im Nationenpreis begnügen, weil Ludger Beerbaum den greifbar nahen Sieg vergab.Es gewann vor 40.000 Zuschauern das Team aus den Niederlanden. Jubel gab es hingegen bei der Dressur-Mannschaft.

Sie siegte, obwohl es morgens einen Schock durch den Ausfall von Anabel Balkenhol wegen der Verletzung ihres Pferdes Dablino gegeben hatte.

„Das ist bitter”, kommentierte Otto Becker den zweiten Platz, gleichauf mit Irland und Großbritannien. Der Bundestrainer der Springreiter wartet nach zweieinhalb Jahren im Amt noch auf seinen ersten Nationenpreis-Erfolg. Wie in den beiden Vorjahren mussten die Gastgeber der Konkurrenz gratulieren und verpassten erneut den 27. Sieg einer Gastgeber-Equipe bei dem traditionsreichen Wettbewerb.

„Ich bin heilfroh, dass es gut gegangen ist”, sagte Carsten-Otto Nagel, der mit Corradina als einziger deutscher Starter in zwei Runden makellos ritt, bevor Ludger Beerbaum den Sieg vergab. Beerbaum kassierte mit Gotha acht Strafpunkte. „Das Pferd sprang bis dahin super”, sagte der Trainer. Die Niederländer gewannen mit zwölf Strafpunkten. Deutschland hatte 16 wie die Iren dun Briten.

„Ich hatte eigentlich erst ein gutes Gefühl”, kommentierte Beerbaum: „Ich dachte, es könnte was werde.” Doch Gotha patzte. „Das waren zwei Flüchtigkeitsfehler”, meinte der Reiter aus Riesenbeck: „Vielleicht hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit nehmen sollen.”

Nicht gut angefangen hatte es schon mit Startreiter Christian Ahlmann. Bei seinem Comeback im deutschen Team nach drei Jahren Pause kassierte der Reiter aus Marl mit seinem Hengst Taloubet im ersten Umlauf vier Strafpunkte und im zweiten acht. „Das war sicher nicht gut genug”, sagte der Weltcup-Sieger.

Sein elfjähriger Hengst „hat sich nicht so wohlgefühlt”, sagte Ahlmann angesichts von Wind und Regen: „Normale Bedingungen sind das nicht, aber es ist für alle gleich.” Erfahrene Pferde „sind da sicher ein bisschen im Vorteil”.

Besser machte es Janne-Friederike Meyer aus Schenefeld mit Lambrasco, die nur einen unglücklichen Abwurf am letzten Sprung hatte. „Über den Fehler ärgere ich mich natürlich ein bisschen”, sagte sie. Insgesamt sei sie aber „sehr zufrieden.”

Vor den Springreitern hatten das Dressur-Team ihren Wettbewerb gewonnen. „Freude und Erleichterung zugleich” empfand Bundestrainer Holger Schmezer, dass es auch mit einem Starter weniger geklappt hat. Denn begonnen hatte die Dressur mit entsetzten und ratlosen Gesichtern. Als die meisten Zuschauer sich gerade auf dem Weg ins Aachener Soers machten, war der Wettkampf für Balkenhol bereits beendet. „Das ist natürlich sehr enttäuschend”, kommentierte die Reiterin aus Rosendahl. Beim Warmmachen bemerkte sie eine Verletzung bei Dablino, „wahrscheinlich eine Prellung”.

Die drei verbliebenen Paare machten den Sieg perfekt. „Das war eine fantastische Runde”, jubilierte Matthias Rath, der mit Totilas (82,149) auch die Einzelwertung gewann. Der 26-Jährige durfte gemeinsam mit Christoph Koschel und Isabell Werth feiern. „Hier in Aachen zu gewinnen, ist natürlich etwas ganz besonderes”, kommentierte der 26-Jährige. Mit 233,341 Prozentpunkten lag das deutsche Team klar vor Großbritannien (222,873) und den Niederlande (218,957).

„Das berühmte Wort, das mit Sch... anfängt”, kam Werth in den Sinn. Am Ende durfte sie aber mit den verbliebenen Mannschaftsmitgliedern jubeln. „Ich bin super-happy”, kommentierte sie ihren Ritt mit El Santo, der ihr 77,830 Prozentpunkte und Platz drei einbrachte.

Rath und Totilas zeigten bei ihrem CHIO-Debüt einen starken Auftritt, den besten von bisher acht. „Er hat bewiesen, dass er der richtige Reiter ist”, sagte der Bundestrainer. „Er hat optimal alles rausgeholt.”
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