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Der erste Tag im neuen Thomas-Müller-Leben

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Nationalspieler mit Strahlkraft - auch auf dem Reitturnier: Thomas Müller mit Ehefrau Lisa. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Bis vor diesem großen Turnier war er der Welt ziemlich verborgen geblieben. Natürlich, Thomas Müller hatte eine großartige Saison beim FC Bayern absolviert. Als Belohnung wurde er freundlich im WM-Kader aufgenommen. Dass Müller zu den größten Attraktionen dieser Fachmesse in Südafrika werden würde, hatte nicht einmal die Krake Paul prophezeit.

Müller hat Orakel und Experten begeistert. Bester Nachwuchsspieler, bester Torschütze. Am Montagmorgen kehrte er zufrieden und urlaubsreif in die Heimat zurück. Und dann geschah es: Um 9.35 Uhr verlor sich die Spur.

„Ich brauche nur noch Urlaub”, ist das letzte überlieferte Zitat. Und dann wurde es ein müllerloser Tag. Keine Neuigkeit aus seinem parallel berühmt gewordenen Wohnort Pähl am Ammersee, kein Spruch, die WM hat ausgedient. Und selbst der Auftritt der Blaskapelle, die der Bürgermeister aufmarschieren lassen wollte, wurde abgesagt. Montags ist Ruhetag bei den Müllers.

Dann brach der Dienstag heran, und es müllerte wieder. Der Bomber der Nation II kam mit seiner Ehefrau Lisa nach Aachen. Zugesagt hatte er schon vor Wochen, und da wäre sein Besuch ein Nebensatz gewesen, jetzt ist es eine Schlagzeile.

Abschied vom Geländeritt

Die Müllers sind pferdebegeistert. In aller Ruhe wurden sie zwei Stunden durch die Stallungen geführt, schauten sich im Stadion um, das sich gerade von der Eröffnungsfeier erholte. Lisa Müller war selbst eine ehrgeizige Vielseitigkeitsreiterin. „Jetzt reite ich nur noch Dressur und Springen, Thomas war der Geländeritt zu gefährlich”, sagt die 21-Jährige. Ihr junger Ehemann ist ebenfalls ein passabler Reiter, als Hobby kommt das Reiten vorerst nicht in Frage, der FC Bayern sieht es nicht gerne, wenn sich Profis in Gefahr begeben.

Stattdessen hat Müller über seinen pferdebegeisterten Co-Trainer Hermann Gerland ein Pferd gekauft. Das Springpferd Low und das Dressurpferd Free Walker gehören zur jungen Familie. „Unser Traum ist es, später mal ein Gestüt zu haben”, sagt Lisa Müller.

Für das Paar war es mit der Ruhe vorbei, als sie zur Media Night kamen. Beifall brandete aus den Oberrängen des VIP-Zelts auf, für die lauernde Fotografen-Meute war das das Signal.

Der Pulk stürzte sich vehemnt auf die Prominenten, dass die Sicherheitskräfte schnell zur Ordnung mahnen mussten. So wurde Müller nicht einmal von seinen Gegenspielern in Südafrika bedrängt. In solchen Momenten lässt sich wohl erahnen, dass das Müller-Leben vor der WM nicht mehr vergleichbar ist mit dem Müller-Leben nach der WM.

In sechs Spielen ist er aufgestiegen zum Superstar. Am Dienstagabend holte sich Ludger Beerbaum ein Autogramm, Bürgermeister und Städteregionsrat zückten die Kamera, als die Müllers am Ehrentisch mit Nadine Capellmann, Franziska van Almsick und Air-Berlin-Chef Jürgen Hunold Platz nahmen. All die anderen Stars und Sternchen waren aus Fotografensicht nur noch Randfiguren.

Und was sagt der Fan-Liebling dazu? „Ich bin wieder gelandet, bin wieder in Deutschland, jetzt kann ich abschalten.” Das wurde am Dienstag noch ein bisschen schwierig, vielleicht wollen die Müllers noch mal beim CHIO vorbeischauen. „Wir sind ja an dem Sport interessiert”, sagt Müller.

Was keiner erfuhr, war, wie die Müllers den ersten Tag ihrer Rückkehr verbrachten. Sie flogen nach Köln, um die 90-jährige Großmutter von Lisa im Altersheim zu besuchen - ehe der Trubel einsetzte.
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