Damon Hill tanzt zur Musik nach London

Von: Helga Raue
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„Hallo, London, wir kommen”:
„Hallo, London, wir kommen”: Helen Langehanenberg und Damon Hill gewinnen den Großen Dressurpreis von Aachen und sind für das deutsche Olympia-Team nominiert. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Als in der Musik eine Stimme erklang und Damon Hill aus dem Cockpit seinen Formel-1-Sieg bejubelte, da war auch für seinen Namensvetter schon alles klar. Im starken Trab ging es noch einmal die Mittellinie hinunter zu den Richtern, und dann kannte der Jubel bei der Reiterin und auf den Rängen keine Grenzen mehr.

Es gab an diesem Tag eigentlich keine zwei Meinungen, wer den „Großen Dressurpreis von Aachen” gewinnen würde - trotzdem sahen drei der fünf Richter die Zweitplatzierte Kristina Sprehe (Dinklage/84,70) auf Desperados vorne. Doch in der Addition der Punkte setzte sich die zweifache Deutsche Meisterin Helen Langehanenberg (Havixbeck) auf Damon Hill mit 85,150 Punkten durch. Den deutschen Triumph komplettierte Dorothee Schneider (Framersheim/81,100) auf Diva Royal als Dritte.

„Wir haben versucht, unser Bestes zu geben und Spaß zu haben”, freute sich Langehanenberg. Und Spaß hatten Dami und seine Reiterin: Da passt alles, wie schon im Weltcup-Finale in sHertogenbosch, als das Paar hinter Doppel-Europameisterin Adelinde Cornelissen (Niederlande) als Zweite begeisterte. Im Grand Prix am Donnerstag und im Spezial am Samstag hatten die Deutschen Meister jeweils Rang 2 hinter Sprehe und Desperados belegt, im Spezial allerdings nur um eine Nasenspitze. „Ich hatte schon im Spezial ein gutes Gefühl, auch im Grand Prix, aber da hatten wir ein paar teure Fehler”, analysierte die 30-Jährige, die damit bei Olympia zu den Mitfavoriten gehören dürfte.

Mit seiner Leichtfüßigkeit begeisterte erneut Desperados, doch in Sprehes Kür fehlt es im Gegensatz zu der der Konkurrentin noch an einigen Schwierigkeiten. „Wir reiten die Kür erst zum dritten Mal, da haben wir uns entschieden, für Aachen nichts zu ändern. Möglicherweise wird das vor London noch passieren, wir arbeiten daran”, weiß auch die 25-Jährige, dass sie nachlegen muss. „Wir hatten ein paar kleine Abstimmungsprobleme, waren in den Piaffen etwas vor der Musik, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden.”

Darf die Newcomerin auch sein, da sie in ihrer ersten Grand-Prix-Saison bei den „Großen” gleich zwei Mal in Aachen siegte und neben Langehanenberg fürs Olympia-Team nominiert wurde.

Das komplettiert Dorothee Schneider, die ihr Glück kaum fassen konnte: „Ich muss aufpassen, dass ich keine Schnappatmung bekomme. Das ist total verrückt”, jubelte die 42-jährige Ausbilderin, die erst nach dem Ausfall von Matthias Alexander Rath (Kronberg) mit Totilas in die CHIO-Equipe, die den Nationenpreis gewann, nachgerückt war. Sie schob sich mit Diva Royal nach den Plätzen 6 bzw. 4 im Grand Prix und im Spezial in der Kür an der Österreicherin Victoria Max-Theurer vorbei. „Diva hat sich von München über die DM in Balve bis Aachen noch einmal deutlich gesteigert. Wie sie sich hier präsentierte, das hatte ich nicht zu hoffen gewagt. Heute Abend werden erst einmal viele Korken knallen.” Schneider und die schwarze Stute begeisterten mit einer wunderbar zur Musik „The Black Swan” gerittenen Kür, für deren künstlerischen Wert ihr ein Richter sogar 90 Prozent gab.


Ein wenig traurig musste Anabel Balkenhol (Rosendahl) gestern zuschauen. Mit einem tollen Grand Prix und Platz 4 hatte sie begonnen, doch im Spezial sprang nur Rang 10 heraus. Zwar bekam ihr Dablino für die Trabtour sogar die höchsten Noten im Starterfeld, doch dann warfen ein paar sehr teure Fehler, u.a. in der Pirouette und den Einerwechseln, sie zurück. „Ich weiß auch nicht, was los war, so etwas hat Dablino noch nie gemacht”, war „Belli” Balkenhol ratlos. Und die Team-Nominierung für Olympia los. Sie wurde als Reservistin bzw. Einzelreiterin für London nominiert.

Die ausländischen Dressurreiter waren diesmal eher „Staffage” für die deutsche Elite, denn die favorisierten Olympia-Starter, wie Cornelissen oder die Britin Laura Bechtolsheimer, hatten die Konfrontation in Aachen gescheut.


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