Aachen - Brauchle verneigt sich und siegt

Brauchle verneigt sich und siegt

Von: wp
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Mittendrin im kühlen Nass: der 21-jährige Michael Brauchle auf seiner Siegesfahrt im Marathon. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Es war eine extrem feine Geste des jungen Mannes, der seinem Publikum Respekt zollte, weil es ihm gerade großen Respekt gezollt hatte. Als Michael Brauchle über die hölzerne Brücke in Hindernis 7, dem wasserdurchfluteten Rolex-Komplex, einfuhr, brandete tosender Beifall auf.

Er meisterte mit seinem Quartett Gambo, Rapa Nui, Shakira und Sunny sowie den „Beifahrern”, seiner Freundin Zita Magdalena Klinger und Bruder Steffen Brauchle, diese Aufgabe im kühlen Nass in 55 Sekunden. Wieder lautstarke Begeisterung der Zuschauer. Der Weg hinaus aus dem Hindernis führte erneut über die Brücke.

Brauchle entschied sich für die folgende Szene „ganz spontan”, wie er hinterher erzählt. „Ich habe bei aller Konzentration die Begeisterung natürlich mitbekommen.” Der „Marathon-Mann” stoppte seine Kutsche oben auf der Brücke, stand auf von seinem Bock, verneigte sich und winkte dankend ins Publikum. Sicher eine Premiere in der Aachener Soers, dass ein Fahrer sich während des laufenden Wettbewerbs so herzlich bedankt.

Keine Premiere war am Ende Brauchles Sieg in der schweren Prüfung, für die Dr. Wolfgang Asendorf mit Assistent Ulrich Schaffrath einmal mehr anspruchsvolle Hindernisse kreiert hatten. 2008, als der damals 18-Jährige aus dem baden-württembergischen Lauchheim-Hülen dank Bundestrainer Ewald Meier Aachen-Premiere feierte, kam, sah und siegte er. „Damals hatte ich Vaters Pferde im Gespann. Das war etwas einfacher, weil es routinierte Pferde waren.”

Früh musste er auf die Strecke. Als achter Starter war Brauchle der erste deutsche Teilnehmer, der Punkte für die Nationenwertung holen sollte. Die ganz Großen des Geschäfts, Ijsbrand Chardon, Chester Weber oder Weltmeister und Weltcup-Sieger Boyd Exell fuhren erst am Ende der Konkurrenz aus 25 Gespannen. „Früh zu starten hat auch Vorteile”, stellte der Bundestrainer später klar. „Da ist der Druck nicht so groß, weil die anderen reagieren müssen.”

Der Versuch einer adäquaten Reaktion scheiterte - bei allen folgenden Konkurrenten. Niemand war besser als der Bundeswehrsoldat, dessen Ziel es am Samstag war, „eine schöne Runde hinzulegen für die Mannschaftswertung. Wenn ich das Ergebnis sehe, hab ich das ganz gut hinbekommen”, strahlte Brauchle, den Meier optimal auf die schwere Prüfung und den Aachener Höhepunkt der Gespannfahrer eingestellt hatte.

Und so strahlte auch der Bundestrainer. Mit dem Sieg und Georg von Steins sechsten Rang überholte die deutsche Equipe die bis dahin führenden Niederländer (281,65 Punkte) in der Fendt Nationenpreis-Wertung und liegt vor der letzten Prüfung am heutigen Sonntag mit 280,63 Punkten vorne. Christoph Sandmann, dessen Pferde in den Zweispännern seiner Tochter Anna und Stallmeisterin Carola Diener zurzeit höchst erfolgreich unterwegs sind, lieferte als Marathon-17. gestern das Streichergebnis. Heute muss auch er eine Nullrunde hinlegen. . .
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