Auto, Bus, Fahrrad: Wie geht es am besten zum CHIO?

Letzte Aktualisierung:
anfahrt_bu
Auf die Plätze, fertig, los: Am Elsassplatz starten Radler Werner Breuer, Bus-Passagier Georg Dünwald und Autofahrer Holger Richter (v. links) das Rennen über knapp vier Kilometer zum Turniergelände in der Soers. Breuer kommt ohne Helm und kassiert direkt eine Zeitstrafe. Foto: Harald Krömer

Aachen. Aber doch nicht alle mit dem eigenen Auto... Vor Großveranstaltungen wie dem CHIO ergeht regelmäßig der Aufruf, doch bitte mit öffentlichen Verkehrsmittel anzureisen. Auch das Fahrrad gilt als probates Mittel gegen den sonst drohenden Verkehrsinfarkt. Wie kommt also der Öcher am schnellsten, günstigsten oder bequemsten in die Soers?

Die „Nachrichten”-Redaktion hat es getestet: Werner Breuer schwang sich aufs Rad, Georg Dünnwald bestieg den Bus, und Holger Richter klemmte sich hinter das Lenkrad. Startpunkt war der Elsassplatz, Ziel die erste Theke auf dem Turniergelände.

Radfahrer Werner Breuer: Ich gebe mich geschlagen. Üblicherweise müsste ich auf der Vier-Kilometer-Distanz durch die Randbereiche der Innenstadt Holgers 115-PS-Flitzer locker abhängen. Aber bei knapp 30 Grad Fahrtwindtemperatur entspricht mein sportlicher Ehrgeiz dem eines auf Lebenszeit verbeamteten Boule-Spielers kurz vor der Pensionierung. Im gemächlichen Tempo eines holländischen Caravan-Gespanns rolle ich über die Elsassstraße zur Dresdener Straße und von dort über die Breslauer zum Berliner Ring.

Andere Wege wären vielleicht kürzer, führen aber durchs Hochgebirge oberhalb des Ludwig-Forums. Da gibt es sogar eine Passstraße, der Name kommt doch nicht von ungefähr.

Außerdem will ich unbedingt an der Kreuzung Prager Ring/Krefelder Straße mit gehässigem Grinsen an den Autos vorbeifahren, die sich als Linksabbieger dort die Reifen viereckig stehen. Dumm nur, dass man auch als Radler dort überwiegend rot sieht. Vom Radweg des Prager Rings auf den der Krefelder Straße und dort noch einmal auf die richtige Straßenseite - das zieht sich.

Die letzten paar hundert Meter bis zum Haupteingang an der Albert-Servais-Allee zeigen zudem, dass kombinierte Rad- und Fußwege nur funktionieren, wenn es keine Fußgänger gibt. Am Ziel aber genieße ich das wahre Glück des Radlers: Direkt im Eingangsbereich kette ich meinen Drahtesel an die dafür vorgesehen Bügel (wenn Holger mich jetzt sehen könnte...)

Holger hat mich gesehen, er steht schon mit einer Cola am verabredeten Getränkestand. Meine 25 Minuten Fahrzeit hat er knapp unterboten. Außerdem wirkt er kühl und trocken - ich bin das Gegenteil.

Autofahrer Holger Richter: Autofahrer sind bequeme Menschen. Sie wollen nicht auf Busse warten, sie wollen sich nicht abstrampeln, sie wollen nicht schwitzen. Ich bin ein bequemer Mensch, also fahre ich mit dem Auto zur Soers.

Und das geht einigermaßen flott: Vom Elsassplatz über Düppelstraße, Joseph-von-Görres-Straße, Europaplatz, Jülicher und Lombardenstraße zum VIP-Parkplatz 3 am alten Tivoli brauche ich zwölf Minuten für 3,6 Kilometer.

Der VIP-Parkplatz ist deshalb „VIP”, weil er relativ nah dran ist an der Soers und nicht etwa, weil dort Cocktails mit Schirmchen serviert würden. Dafür ist der Parkplatz aber auch recht teuer. Elf Euro kostet das Tagesticket.

Direkt am Haupteingang zur Soers gibt es übrigens in der Hubert-Wienen-Straße - etwa an der Eissporthalle - Parkplätze, die noch näher dran sind, und mit zehn Euro sogar billiger. Doch die Plätze waren alle schon belegt.

Autofahrer sind bequeme Menschen, wie gesagt. Aber auch etwas dumm. Denn in ihrer Bequemlichkeit haben sie nicht den Fußweg vom Park- zum Turnierplatz eingerechnet. Und so muss sich der bequeme Autofahrer durch die pralle Mittagshitze an zwei kompletten Fußballstadien vorbei einen knappen Kilometer zur Soers schleppen. Dazu brauche ich nochmal neun Minuten, so dass ich nach insgesamt etwas mehr als 20 Minuten am Treffpunkt eintreffe. Pünktlich zwar, aber ganz so bequem war es dann doch nicht.

Bus-Passagier Georg Dünnwald: Es ist heiß, der beste Platz am Elsassplatz, Haltestelle Kennedypark, auf den Bus zu warten, ist hinter dem Wartehäuschen. Dort ist Schatten, da lässt es sich einigermaßen aushalten. Punkt 12.25 Uhr kommt die 2. Der Aseag-Omnibus ist schwach besetzt. Prima, ich ergattere sogar einen Sitzplatz.

Es stimmt so gut wie alles. Die Mitreisenden sind ruhig, der Fahrer ist freundlich, der Bus ist sauber. Die Dachlüftung in dem Gelenkbus funktioniert, ein kleiner Luftzug macht die Fahrt bis zum Bushof einigermaßen erträglich.

Zehn Minuten später fährt die Großkutsche am Bushof vor. Zur Weiterfahrt in die Soers muss ich ins Gebäude, zur Haltestelle 4. Oh Gott, total viele Menschen, meist ältere Leute, wollen wie ich zum CHIO. Das kann ja heiter werden.

Auf dem schmalen Perron zieht es ein wenig, was sonst stört, ist bei Außentemperaturen von 34 Grad ausgesprochen willkommen. Endlich, um 12.46 Uhr, rollt der C-Shuttle-Bus an. Er ist schon halb voll, gefühlte 1000 weitere Leute strömen in den Öcher Long Wajong, der Traum von Sitzplatz ist jäh zerplatzt, irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Stehkomfort im Doppelgelenkbus schlechter ist als in „normalen” Bussen.

Die Luft ist stickig, die Dachlüftung ausgesprochen dürftig, bei den vielen Stopps vor roten Ampeln wird die Wartezeit zur Qual. Sechs Haltestellen weiter fährt die rollende Sauna vor dem neuen Tivoli vor. Wegen der vielen Fahrgäste dauert es etwa sechs Minuten bis zum Haupteingang.

Die Fahrzeit betrug 40 Minuten, der Fahrpreis hätte bei 2,35 Euro gelegen, aber mein CHIO-Ticket gilt gleichzeitig als Fahrkarte. Zum verabredeten Treffpunkt komme ich zu spät.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert