Aachen - Am Samstag tanzen die Pferde in der Soers

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Am Samstag tanzen die Pferde in der Soers

Von: Maxi Wegener und Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ein halbes Jahr hat Renate Dahmen auf diesen großen Auftritt hingearbeitet. Viele schlaflose Nächte liegen hinter ihr und vermutlich werden noch einige folgen. Am Samstagabend ist es soweit.

Dann stehen Pferde und Reiter bereit für die große Show, bereit für den Einritt in das Deutsche Bank Stadion. Das Sinfonie-Orchester Aachen wird spielen und die Pferde werden zu diesen Klängen tanzen.

Präzise eingeübt

„Es darf bloß keiner vergessen, was er machen soll”, hofft die Dressurreiterin. „Bei einer solchen Choreografie muss alles absolut präzise und eingeübt sein.” Deswegen hat Dahmen mit Pferden und Reitern unzählige Stunden trainiert und große Mengen an Zuckerstückchen an die tierischen Darsteller verfüttert. Während der Show werden tausende Menschen die Ränge füllen.

Gerneralmusikdirektor Marcus R. Bosch hat die Idee zu „Pferd und Sinfonie” vor einigen Jahren nach Aachen gebracht. Am Anfang einer jeden Show steht die Musik, stehen die klassischen und modernen Melodien des Generalmusikdirektors. Zu diesen entwickelt Renate Dahmen die passenden Choreografien. So eine Show-Choreografie ist ein ganz schön komplexes Gebilde: Fast wie in einem Drehbuch schreibt Dahmen die einzelnen Schritte auf, zeichnet Linien in das Dressurviereck und probiert die einzelnen Elemente aus. „Der Anspruch, den ich an unsere Show stelle, steigt mit jedem Jahr”, erzählt Dahmen.

Außerdem muss überlegt werden, welches Pferd am besten zu welcher Rolle passt? Genau wie Schauspieler haben auch Pferde ihre Stärken und Schwächen. Hengst Metternich spielt natürlich eine Hauptrolle. Er liebt das Rampenlicht und genießt das Blitzlichtgewitter. „Aber auch er wird am Samstag ganz schön nervös sein”, weiß seine Trainerin.

Nach der Planung und dem „Casting” kommt die Praxis. Die schwere Stereoanlage mit den dicken Boxen wird aus dem Haus geholt und dann dröhnt klassische Musik über das Trainingsfeld. Die Schrittfolgen werden mit jedem Pferd einzeln geübt. Immer und immer wieder. Dahmens Nachbarn sind tolerant. „Einige vermissen die laute Musik sogar, wenn die Proben für das CHIO vorbei sind”, erzählt Dahmen.

Großer Ehrgeiz

„Die nächste große Herausforderung ist es, Menschen und Tiere zusammenzubringen”, erklärt die Trainerin, schließlich harmoniere nicht jeder Reiter mit jedem Pferd. Mit großem Ehrgeiz und unter den aufmerksamen Augen der Trainerin wird dann weiter geprobt. Auch Reit-Profis wie Ingrid Klimke, Kai Vorberg und Jana Kun müssen ganz schön viel üben, um ihren Part zur Perfektion zu bringen. Wie ein Gedicht lernen die Reiter und Trainer die Choreografien auswendig. Die Verbindung von Reitsport, Kunst und Gemeinschaft macht für Dahmen den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. „Wichtig ist, dass die Reiter aufeinander achten und mitdenken”, betont die Reitlehrerin. Schließlich müsse am Ende das Gesamtbild stimmen, und wenn ein Pferd den falschen Weg einschlage, dann müssten die anderen halt hinterher. Und so lernen auch schon die kleinsten Pferdefreunde - die jüngste Reiterin bei der Show ist 7 Jahre alt - aufeinander zu achten, Rücksicht zu nehmen und einander zu vertrauen.

„Ich mache das einfach gerne. Auch, wenn es so viele Kleinigkeiten gibt, die ich bedenken muss.” Denn auch um Kostüme und Pferdeschmuck muss sich die Dressurreiterin kümmern. Aber sie hat viele helfende Hände um sich.
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