ALRV-Präsident: „Wollen immer besser werden”

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Auf dem Weg zur Europameisters
Auf dem Weg zur Europameisterschaft 2015: ALRV-Präsident Carl Meulenbergh. Foto: Thomas Rubel

Aachen. Für ALRV-Präsident Carl Meulenbergh geht es nicht mehr um den nächsten Zuschauerrekord, vielmehr wird an den Details gefeilscht. Zeitnah soll zudem eine Lösung gefunden werden, das Turniergelände zu vergrößern.

Wir treffen Sie gerade zwischen zwei Abendessen. Das wirft natürlich die Frage auf, wieviel man in einer Turnierwoche zunimmt?

Meulenbergh: Meine persönliche Bilanz lautet: Bei einem Turniertag mit jeweils 14 Stunden und diesen Temperaturen nimmt man kaum zu. Ich passe auch etwas mit dem Essen auf. So ein Gespräch zwischendurch wie gerade ist auch die Gelegenheit, mal einen Hauptgang auszulassen.

Wieviele Termine nimmt der Präsident in so einer Woche wahr?

Meulenbergh: Meine Auslastung ist hoch, ich bin ständig im Gespräch mit Gästen und Sponsoren. Es ist wichtig, dass sie Hintergründe zum CHIO erklärt bekommen.

Haben Sie schon eine Überschrift für den CHIO 2012?

Meulenbergh: Es war wieder eine Turnier, das von der Begeisterung der Zuschauer geprägt war und unter sehr günstigen klimatischen Bedingungen stand.

Zumindest in diesem Punkt hat sich der Präsidentenwechsel ja gelohnt. Ihr Vorgänger Klaus Pavel musste sich an dieser Stelle immer für schlechtes Wetter rechtfertigen.

Meulenbergh: Ich gebe mir Mühe...

Sie haben das Publikum schon gelobt. Haben Sie nicht registriert, dass tausende Menschen beim Preis der Nationen nach dem Ritt von Marco Kutscher hurtig das Stadion verlassen haben?

Meulenbergh: Ich widerspreche Ihnen bewusst: Mindestens 60 Prozent sind hiergeblieben. Das ist bei den Reitern positiv angekommen, weil es ein hoher Wert für Abendspringen ist. Wir wünschen uns natürlich, dass alle bis zur Siegerehrung bleiben, aber der Wettkampf war erst gegen 23 Uhr entschieden, und viele Berufstätige zieht es dann zurück.

Sie haben ein neues Sicherheitskonzept umsetzen müssen, dass breitere Schneisen vor der Haupttribüne vorsieht. Können Sie damit leben, dass der Veranstalter nun tausende Karten weniger verkaufen darf?

Meulenbergh: Vor fünf Jahren hätte ich die Auflagen für übertrieben gehalten. Nach den Vorkommnissen bei der Love Parade denke ich anders. Wir müssen alles tun, um ein solche Katastrophe wie in Duisburg zu verhindern. Da muss man auch Zuschauereinbußen in Kauf nehmen. Die Sicherheit geht vor.


Beim ALRV wird in so einer Woche eifrig festgehalten, in welchem Bereichen man sich verbessern kann. Was steht in Ihrem Protokoll?

Meulenbergh: Es ist nicht unser Ziel, immer größer zu werden, ob wir 355 000 oder 365 000 Zuschauer haben, ist nicht entscheidend. Wir wollen immer besser werden. Entscheidend ist, dass sich Zuschauer hier wohl fühlen, dass sie Spaß am Sport und dem Event haben.

Wo feilen Sie am Detail, was soll im nächsten Jahr besser sein?

Meulenbergh: Wir werden das Kommunikationssystem verbessern, wir wollen noch mehr kleine grüne Oasen schaffen. Kleinigkeiten, die das Turnier noch wärmer und angenehmer machen.

Der Verein beklagt seit langem Flächenarmut.

Meulenbergh: Wir haben der Stadt sehr deutlich gesagt, dass wir uns räumlich entwickeln wollen und müssen auch im Hinblick auf die Europameisterschaft 2015. Wir haben hier 22 Hektar, Kentucky besitzt 200 Hektar Fläche. Wir brauchen Stellflächen für die Transporter, die aus dem Stallbereich heraus sollen, wir brauchen noch mehr Pferde-Quartiere. Wir suchen jetzt mit der Stadt und den Grundstückseigentümern nach einvernehmlichen Lösungen. Die sollten wir in den nächsten sechs Monaten finden, um unseren Zeitplan einzuhalten, damit wir bei der EM-Generalprobe 2014 die Projekte umgesetzt haben. Wir werden zeitnah mit der Verwaltung, mit den Sponsoren, dem Land NRW und den Architekten überlegen, was wir verändern können.

Erlebt ein Präsident abseits aller Verpflichtungen die kleinen, wertvollen Momente?

Meulenbergh: Während der Woche habe ich keine Ruhe derzeit, aber ich bekomme mehr mit vom Sport mit als in früheren Zeiten, weil ich die wichtigsten Prüfungen gemeinsam mit den Sponsoren verfolge.

Welchen Plan haben Sie für den Montag, wenn das Turnier schon wieder Geschichte ist?

Meulenbergh: Mit Sicherheit werde ich Sicherheit länger schlafen. Das kam etwas zu kurz in den letzten Tagen. Mein Plan ist es, in aller Ruhe neun Löcher Golf zu spielen.


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