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Kruses Motor läuft wieder auf vollen Touren

Von: Bernd Schneiders
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Grell, Selbstbewusstsein und Erfolg sind wieder zurück: Max Kruse kann Borussia wieder stärker machen. Foto: sport/Horstmüller

Mönchengladbach. Nun röhrt er wieder, der Tarnfarben-Maserati von Max Kruse. Das Gefährt, das durch sein auffälliges Design noch mehr als durch sein aggressiv-kerniges Motorengeräusch auffällt, steht für den Beginn von besseren Zeiten. Wetterzeiten. Aber womöglich auch anderen.

Der Audi, sein Zweitwagen, hat seine Winter-Schuldigkeit getan, und parallel zur Entmottung seines Lieblingsautos scheint Borussia Mönchengladbachs Stürmer auch Selbstbewusstsein und Form wiedergefunden zu haben. Nach einer Durstrecke zeigt er nun – wie am vergangenen Sonntag gegen den Hamburger SV – nicht nur eine gute Performance auf dem Parkplatz vor dem Stadion, sondern auch im Borussia-Park.

Der Tabellensechste ist darauf angewiesen, dass sein gut durchstrukturiertes Spiel von einzelnen Spielern getunt wird. Max Kruse gehört zur erlauchten Auswahl der Kandidaten. Das macht Hoffnung für die schwierige Aufgabe am Samstag in Nürnberg. Nicht auf dem Norisring, aber im benachbarten Stadion des um den Klassenerhalt kämpfenden Traditionsvereins. Auch deshalb so schwierig, weil der „Club“ neben viel Kampfgeist unter seinem niederländischen Trainer Gertjan Verbeek auch spielerische Qualitäten zeigt. Schon im Hinspiel, dem dritten Bundesliga-Match unter dem 51-Jährigen, bereitete Borussia das offensive und selbstbewusst-aggressive Auftreten der Franken erhebliche Probleme, die allerdings durch das 3:1 der Gladbacher übertüncht wurden. Durch das frühe Stören fand die Favre-Elf überhaupt nicht in ihr Spiel und benötigte die Einzeltaten eines Juan Arango, um das Spiel noch zu drehen. Der Venezolaner gehört ebenfalls zu den fleischgewordenen Chips, die siegbringend in die Motorsteuerung des Borussen-Mobils eingreifen können. Als verlässlichstes Steigerungsmodul erwies sich über Strecke allerdings Raffael.

Granit Xhaka besitzt durchaus das Potenzial, in diesen Kreis der Auserwählten, der Spielentscheider, hineinzustoßen. Derzeit aber durchlebt der Mittelfeldspieler eine kleine Schaffenskrise. Nach seiner Gelbsperre, den vorher wie gebremst wirkenden Vorstellungen und der körperlichen Schwächung durch eine Grippe, hat der Schweizer seinen Sechser-Stammplatz an Havard Nordtveit verloren. Der Norweger hatte zuvor lange das harte Brot auf der Ersatzbank knabbern müssen. Im Unterschied zum Schweizer aber klaglos. Auch das macht einen Profi aus, und diese Haltung wird in der künftigen Spielzeit mit Verstärkungen wie André Hahn, Ibrahima Traoré (der Transfer ist von Borussia noch nicht bestätigt, aber Fakt) und Fabian Johnson noch mehr nötig sein. Mehr Konkurrenz, womöglich auch mehr Spiele (etwa durch die Europa League) und mehr Rotation. Da wird gefragt sein, auf zeitweilige Ruhigstellung nicht beleidigt oder unverständlich zu reagieren, sondern seine Qualitäten verschärft einzubringen.

Xhaka und sein kreativer Input

Xhaka besitzt sie, andere als Nordtveit, der seine Rolle eher defensiv interpretiert. Der noch so junge Schweizer aber kann das Offensiv-Spiel der Gladbacher strukturieren, verlagern, zielgerichtet (nach vorn) beschleunigen und aus der Distanz mit seinem guten Schuss auch torgefährlich werden. Das hat er, anders als in der Schweizer Nationalmannschaft, aber bei Borussia noch viel zu selten gezeigt. Gerade wegen dieses kreativen Inputs haben sich Favre & Co. im letzten Jahr für diesen Transfer entschieden. Und wurden bestätigt, spätestens nach dem Lernprozess des selbstbewussten Schweizer Nationalspielers, als es ihm gelang, seine Offensivarbeit nicht zu Lasten seiner Defensiv-Aufgaben zu vernachlässigen.

In Nürnberg könnte Favres Wahl dennoch auf Nordtveit fallen. Auch, weil er eh in der Defensive umstellen muss. Filip Daems fällt krank aus. Der einzig verbleibende Linksfuß in der Kette, Alvaro Dominguez, könnte seine Außenposition übernehmen, Jantschke mit Roel Brouwers innen verteidigen. Rechts in der Viererkette käme dann Julian Korb nach seiner schöpferischen Pause zum Einsatz.

Mögliche Aufstellung: ter Stegen - Korb, Brouwers, Jantschke, Dominguez - Nordtveit (Xhaka), Kramer - Herrmann, Arango - Raffael, Kruse

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