Jahresendspiel mit Sechs-Punkte-Bonus

Von: Bernd Schneiders
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Ihre Wege werden sich wieder kreuzen: Granit Xhaka (links) und Maximilian Arnold. Foto: sport/Sven Simon

Mönchengladbach. Wahrscheinlich geht dieser Rekord in keine DFL-Statistik ein, doch das ändert nichts an seinem einmaligen Charakter: Das Heimspiel von Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga ist ausverkauft. Das kommt in dieser Saison häufig vor.

Einmalig aber ist, dass dieser Gunsterweis der Fans sich nicht wie gewohnt gegen die Bayern, die andere Borussia oder Schalke vollzieht. Der Gegner – und das ist die Sensation – heißt: VfL Wolfsburg. Nun ist der VW-Klub nicht unbedingt in der Hitliste der Fußballfans raketenartig in die Höhe geschossen. Zu verdanken ist das gesteigerte Interesse vor allem der Borussia und ihrem Trainer Lucien Favre. „Es ist eine Anerkennung dafür, wie wir in dieser Saison agiert haben“, analysiert Sportdirektor Max Eberl.

Aber etwas hat sich auch beim bundesweit recht unpopulären VfL Wolfsburg geändert, was sich aber weniger im Zuschaueraufkommen als im Schwierigkeitsgrad für den Gegner niederschlägt: Aus einem mit namhaften Profis überfüllten und -teuerten Kader hat Dieter Hecking nach einjähriger Schaffenszeit eine echte Mannschaft geformt, die kaum noch abhängig ist von der Wankelmütigkeit ihrer Stars. „Sehr diszipliniert, sehr engagiert, sehr gefährlich“, bringt Favre neben der individuellen Klasse die neuen Qualitäten auf den Punkt. Mit drei Siegen und einem Unentschieden liegen die Niedersachsen in der Auswärtstabelle sogar noch vor Mönchengladbach (2 Siege/2 Remis). Doch durch ihre Heimstärke steht Borussia noch drei Punkte vor den Gästen auf Platz vier. Genau diese Konstellation erhöht in den Augen Max Eberls den Reiz dieses Jahres-Endspiels. „Die Wertigkeit diesesrPartie“ haben sich beide Mannschaften hart erarbeitet. Doch gegen eine künstliche Überhöhung wehrt sich der Manager. „Das ist keine wegweisende Partie.“ Eberls nüchterne Einordnung: „Es geht um drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten.“

Aus drei mach sechs – Punkte Abstand. Die Aufgabe ist nicht einfach für die Favre-Schüler. „Die Wolfsburger machen ein gutes Pressing. Wir müssen vermeiden, dass sie in unseren Rücken kommen“, lautet eine der Lektionen des Schweizer Fußballlehrers. Zwei weitere sind relativ simpel umschrieben. Shootingstar Maximilian Arnold ist Wolfsburgs Mann für wichtige Tore. Der Distanzschütze hat in zehn Liga-Spielen bereits fünf Mal zugeschlagen. Eine Aufgabe für Gladbachs Sechser, die den offensiven Mittelfeldspieler frühzeitig im Rückraum aufnehmen müssen.

Granit Xhaka ist bei dieser Aufgabe gehandicapt. Der Schweizer Nationalspieler muss zum Schutz seines gebrochenen Mittelhandknochens eine Schiene tragen. Das sollte beim Stellen des gefährlichen Arnolds nicht so hinderlich sein wie bei der Arbeitsvorbereitung. „Die Stutzen und die Schuhe anzuziehen, war ein wenig schwierig. Da musste mir Julian Korb helfen“, berichtete Xhaka.

Das passt: Korb arbeitete bis vor wenigen Monaten als Praktikant bei Borussia. In Sachen Arnolds wird aber eher Christoph Kramer assistieren. Gladbachs Marathon-Mann beherrscht zudem das intensive Stören weniger foulhaltig als sein Sechser-Partner. Und damit sind wir bei der zweiten Zusatz-Lektion: Xhaka & Co. sollten sich nicht zu sehr darauf verlassen, dass die Heimbilanz weiterhin makellos bleibt, wenn sie wie gegen Schalke (zu) viele entscheidende Zweikämpfe im Mittelfeld verlieren. Nur so wird der Zeitplan ihres Sportdirektors ein erfolgreicher. „Zwei Tage später ist Weihnachten. Dann kann man sich was wünschen“, sagte Max Eberl. Was sein Herz begehrt, ist klar: sechs Punkte Vorsprung vor Wolfsburg.

Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen – Korb, Jantschke, Stranzl, Wendt – Kramer, Xhaka – Herrmann, Arango – Kruse, Raffael

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