Homburg - Hrgota siegt gegen die Erinnerung

Hrgota siegt gegen die Erinnerung

Von: dpa/zva
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In bester Torjäger-Manier: Branimir Hrgota trifft mit der Picke zum 2:1, da staunt auch Kollege André Hahn (2. von links). Foto: sport/Moritz Müller

Homburg. Nein, zurückblicken wollte Branimir Hrgota nicht mehr. Vor einem Jahr hatte er mit seinem verschossenen Elfmeter das frühe Gladbacher Pokal-Aus in Darmstadt besiegelt und danach heftige Kritik von Sportdirektor Max Eberl geerntet.

 Am Samstag sorgte er mit seinen beiden Treffern zum 3:1 (2:1) beim Regionalligisten FC Homburg für einen gelungenen Saisonaufgalopp der „Fohlen“ und eine erfolgreiche Generalprobe für das Play-off-Hinspiel in der Europa League bei FK Sarajevo am Donnerstag.

„Letztes Jahr war es eine andere Sache, jetzt beginnt eine neue Saison“, sagte Hrgota nach seinen beiden Toren kurz vor (45. Minute +2) und nach (51.) der Pause lediglich. Mit den beiden Treffern betrieb der von Trainer Lucien Favre hoch geschätzte Schwede willkommene Eigenwerbung. Schließlich soll der 21-Jährige beim strapaziösen Start der Gladbacher mit fünf Spielen in 16 Tagen Torjäger Max Kruse ersetzen. Der Nationalspieler fehlt nach einem Eingriff am Harnleiter mindestens bis Ende des Monats.

Gegen die in der ersten Halbzeit frechen, nach dem Seitenwechsel aber chancenlosen Homburger fand Hrgota zwar insgesamt nur wenig Bindung zum Spiel. Bei den beiden Toren stellte er aber wieder einmal seine große Stärke beim Abschluss unter Beweis. Nachdem Homburgs Tim Stegerer vor 17000 Zuschauern in der 20. Minute die frühe Führung von Gladbachs Neuzugang André Hahn (8.) wettgemacht hatte, traf Hrgota in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Pike. Kurz nach dem Seitenwechsel machte er mit einem Schuss aus der Drehung in bester Mittelstürmermanier alles klar.

„Branimir hat zwei Tore gemacht, das war gut. Er hat viel Talent, muss aber auch noch an sich arbeiten“, kommentierte Favre die Leistung des 1,85 Meter großen Schlacks. Hrgota dürfte auch am Donnerstag in Sarajevo in der Startelf stehen, wo die Gladbacher den ersten Schritt in Richtung Gruppenphase der Europa League machen wollen.

Ob Sportdirektor Eberl bis zum Ende der Transferperiode noch eine zusätzliche Offensivkraft holt, ist offen. Mit dem Weiterkommen im Pokal und den beiden Treffern Hrgotas hat der Druck auf ihn zumindest nicht zugenommen. „Für einen Stürmer ist es immer gut, wenn er zwei Tore macht“, sagte Hrgota mit einem Grinsen. Geht es nach ihm, kann Eberl seine Aktivitäten einstellen.

Auch ein anderer Stürmer war höchst zufrieden: André Hahn. Der ehemalige Augsburger bewies beim 1:0 erneut, dass er – anders als viele Teamkollegen – nicht lange fackelt, wenn er in Schussweite zum Tor kommt. Mit links schloss er volley ab. „Ich denke, schöner kann man sich sein erstes Pflichtspiel nicht erträumen. Ich bin sehr froh, dass wir heute gewonnen haben und dass wir eine Runde weiter sind. Das ist was zählt“, sagte Hahn. B-Noten zählen nicht im Pokal, erst recht nicht in der ersten Runde, in der kein Bundesligist so richtig weiß, wo er steht. Borussia Mönchengladbach ist in Sachen Selbsterkenntnis nach diesem 3:1 etwas weiter. „Wenn der Gegner das 3:2 gemacht hätte, weiß man nicht, was passiert wäre“, urteilte Lucien Favre. „Da hatten wir zu viele Ballverluste und haben zu viele technische Fehler gemacht.“

Der nicht gerade kurz gemähte Rasen erschwerte das schnelle Direktpassspiel der Borussia, speziell Ballstreichler wie Raffael hatten häufig Probleme, den Ball im gewohnten Tempo mitzunehmen. Aber abseits des Brems-Rasens gab es weitere Kritik-Punkte. Auch bei deren Analyse erwies sich Hrgota als Favres Musterschüler: „Wir müssen noch vieles verbessern, haben noch zu viele einfache Fehler gemacht.“

Da dürfte sich besonders die Abteilung Torverhinderung angesprochen fühlen. Beim wunderschön rausgespielten Gegentreffer zeigte sich erneut, dass die Abwehr sich noch nicht auf dem Stand der vergangenen Saison befindet. Wie sagte Favre nach dem 1:3 gegen Athletic Bilbao eine Woche vor dem Pokalspiel: „Gut verteidigen ist der erste Punkt, der Angriff ist der zweite: Vorne werden wir immer unsere Tore schießen.“ Zumindest gegen einen Regionalligisten . . .

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