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Hrgota & Co. sorgen für warme Gefühle

Von: Bernd Schneiders
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 Traoré Xhaka
Lächelnd in die K.o.-Runde: Der starke Ibrahima Traoré (von links), Granit Xhaka (applaudierend), Matchwinner Branimir Hrgota, Tony Jantschke und Alvaro Dominguez jubeln über den Einzug in die Runde der besten 32 Mannschaften. Foto: sport/ MIS

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach darf am mollig-warmen Europa-League-Bollerofen überwintern. Und nicht nur das: Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre erwärmte obendrein ihre Anhänger durch ein hochverdientes 3:0 (1:0) mit spektakulären Toren gegen den FC Zürich und zieht damit als Gruppenerster ins Sechzehntelfinale ein.

„Es war verdient“, urteilte Favre, „und es war nicht so einfach, wie es das 3:0 ausdrückt.“ Tenor vor der Partie bei den meisten Gladbacher Spielern: Auf Sieg spielen, weil es zu gefährlich sei, auf ein Remis zu gehen! Wie aber geht man auf Sieg? Personell steuerte Lucien Favre vier Änderungen im Vergleich zum Sieg über Hertha BSC bei: drei Neue und eine Verschiebung. Ibrahima Traoré, Branimir Hrgota und Oscar Wendt für Thorgan Hazard, Max Kruse und Julian Korb. Dazu rückte Alvaro Dominguez in die Innenverteidigung und verdrängte Tony Jantschke auf die Rechtsverteidigerposition. Martin Stranzl saß auf der Bank, ebenso wie Kruse.

Für Zürich war es ein Spiel: Alles oder Nichts. Doch Urs Meier ließ seine Mannschaft so risikoarm aufspielen, als wäre er bei seinem Landsmann Favre in die Lehre gegangen. Der Taktik-Guru selbst hatte natürlich auch nicht Sturm pur gepredigt. Immerhin aber standen seine Spieler extrem hoch. Doch Raffael & Co. blieben geduldig, vermieden zu viele Risiko-Pässe in die Tiefe. FC-Kicker Nico Elvedi versuchte dagegen, den Gladbacher Angriffsbemühungen Schwung zu verleihen. Der Züricher schickte Hrgota mit einem perfekten Zuspiel auf die Reise – aufs eigene Tor. Doch Borussias schwedischer Stürmer vertändelte die Riesenchance (16.). Ebenso liederlich aber anders ging Raffael mit einem perfekten Rückpass des agilen Traoré um. Der brasilianische Edeltechniker semmelte den Ball haushoch übers Tor (23.).

Dennoch zahlte sich der unwiderstehliche Sprint des Guineers aus. Ivan Kecojevic musste seinen Begleit-Versuch mit einer Zerrung bezahlen. Schiedsrichter Luca Bandi kreierte eine neue Regel und wartete artig, bis die Züricher Cederic Brunner für den Innenverteidiger eingewechselt hatte. Aber es lohnte sich – für Borussia. Der Einwechselspieler leistete Schweizer Entwicklungshilfe Nummer 2: Er fälschte ein Irr-Pass von Hrgota in den Lauf von Patrick Herrmann ab. Der Flügelflitzer umkurvte überraschend kaltblütig Keeper David Da Costa und netzte konzentriert zum 1:0 ein (31.).

„Wir wollten ein frühes Tor machen“, sagte Favre. Der Treffer ließ die Gäste schlucken : Nun mussten sie zwei Tore schießen, um im Wettbewerb zu bleiben. Stattdessen aber wirbelte vor allem Gladbachs Flügelzange weiter. Speedy Traoré zirkelte von Rechts mit dem starken linken Fuß den Ball an den Pfosten (38.), auf der anderen Seite scheiterte Herrmann aus spitzem Winkel an Da Costa (41.).

Immerhin gaben die Züricher nach der Pause ihre Schonhaltung auf, Gladbach geriet erstmals unter Druck – und nutzte das für die Entscheidung: Jetzt bewies Hrgota seine Qualitäten, der zuvor dem Kombinationsvermögen seiner Kollegen nicht immer gewachsen war. Der 21-Jährige flog entschlossen mit langem Bein in einen Rückpass von Raffael – 2:0 (59.). „Im Verlauf war es ein Spiel zum Genießen“, goutierte Sportdirektor Max Eberl. Dazu trug erneut der Schwede bei. Hrgota demonstrierte seine Schlitzohrigkeit: Einen Zuckerpass von Granit Xhaka lupfte er frech über den FC-Torhüter zum 3:0 ins Netz (63.). Geduld, eine brillante Flügelzange und ein frecher Mittelstürmer – Gladbachs Weg muss auch mit dem ersten Spiel der K.o.-Runde noch nicht beendet sein. „Ich war nur so gut, weil die Kollegen mich mit tollen Pässen gefüttert haben“, unterstrich Traoré die kollektiv ansehnliche Leistung. Einziger Wermutstropfen: Christoph Kramer verletzte sich kurz vor Schluss und droht am Sonntag in Leverkusen auszufallen.

Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt - Traoré (78. Johnson), Kramer, Xhaka, Herrmann (67. Hazard) - Raffael (67. Kruse), Hrgota

Zürich: Da Costa - P. Koch, Kecojevic (25. C. Brunner), Elvedi - Rodriguez (70. M. Brunner), Buff, Kukeli, Schönbächler - Chiumiento - Chikhaoui, Etoundi (69. Chermiti)

Schiedsrichter: Banti (Italien) Zuschauer: 44323 Tore: 1:0 Herrmann (31.), 2:0, 3:0 Hrgota (59., 64.) Gelbe Karten: -/P. Koch

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