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Gladbachs pomadiger Auftritt wird sofort bestraft

Von: Christof Ruf
Letzte Aktualisierung:
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Freud und Leid: Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen (vorne) verlässt frustriert den Arbeitsplatz, während im Hintergrund Darmstadt eine kleine Sensation feiert. Foto: dpa

Darmstadt. „Tradition trifft Tradition“, unter diesem Motto hatten sich Fans eines Odenwälder Mönchengladbach-Fanklubs auf das Erstrunden-Duell bei Darmstadt 98 eingestimmt. Sie hatten wohl selbst nicht unbedingt damit gerechnet, dass sich beide Mannschaften auch sportlich auf dem gleichen Niveau präsentieren würden.

Nach 120 Minuten stand kein Sieger fest. Erst als Branimir Hrgota den sechsten und entscheidenden Elfmeter an die Latte gesetzt hatte, war das Spiel entschieden: Mit 5:4 hatte der Drittligist den haushohen Favoriten blamiert. „Die Enttäuschung ist groß“, sagte Gladbach-Trainer Lucien Favre. „Wir hätten die Pässe flacher und schärfer spielen müssen, so haben wir es uns schwer gemacht.“

Vor ausverkauftem Haus tat sich der Bundesligist von Beginn an schwer. Die klareren Chancen hatten die Hessen, doch Jerôme Gondorf (8.), Aytac Sulu (28.) und Marcel Heller (45.) brachten den Ball nicht im Tor unter. Trainer Lucien Favre hatte mit mehreren Überraschungen in der Startformation aufgewartet. Statt Oscar Wendt spielte Filip Daems, Christoph Kramer spielte für Harvard Nordtveit, Julian Korb für Tony Jantschke und Lukas Rupp für Patrick Herrmann. Für Schwung sorgten auch die Neuen nicht. Alles in allem wirkte das Angriffsspiel des Bundesligisten uninspiriert.

Auch den zweiten Durchgang gingen die Hessen, die lange vor den Borussen aus der Kabine kamen, selbstbewusst an, Gladbach leistete sich hingegen weiterhin jede Menge Fehlpässe und andere Unkonzentriertheiten. In der 58. Minute hätte Marcel Heller nach einem Missverständnis zwischen Marc-André ter Stegen und Daems fast die Führung für den Drittligisten erzielt. Die Laune der emotionalen Darmstädter Fans wurde von Minute zu Minute besser. „Und ihr wollt erste Liga sein?“, sangen sie und trösteten sich damit darüber hinweg, dass einem Treffer von Behrens (87.) die Anerkennung wegen einer Abseitsstellung versagt wurde.

Umso mehr freuten sie sich, dass ihre Mannschaft es kurz darauf in die Verlängerung geschafft hatte. Die 3000 Anhänger der Borussia trauten auch nach 120 Minuten ihren Augen nicht: Ihre Elf hatte auch in der Verlängerung keinerlei konditionelle Vorteile, wirkte wenig gedankenschnell und konnte von Glück sagen, dass sie sich ins Elfmeterschießen retten konnte.

Dort versagten allerdings gleich zwei Gladbachern die Nerven. Vor dem lässig geschossenen Hrgota-Elfmeter war bereits Luuk de Jong an Jan Zimmermann gescheitert. Favre, der erkennbar sauer über den Vortrag seiner Mannschaft war, hatte sich allerdings bei der Pressekonferenz wieder so weit gefangen, dass er auf eine Kritik an Hrgotas gewagter Schusstechnik verzichtete: „Wenn er reingeht, loben ihn alle.“

Nach dem Schlusspfiff stürmten einige Gladbacher Fans durch ein geöffnetes Tor auf den Platz. Die Polizei konnte die Situation entschärfen – eine negative Begleiterscheinung eines Nachmittags, der aus Gladbacher Sicht nicht schlechter hätte laufen können.

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