Gladbach gastiert mit „neuer“ Abwehr beim HSV

Von: Bernd Schneiders
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Siegertypen: Julian Korb (links mit Granit Xhaka) feiert ein starkes Spiel und den Erfolg gegen Frankfurt. Foto: sport/Sven Simon

Mönchengladbach. Lucien Favre hängt den Korb recht hoch: „Er ist taktisch sehr gut, er bringt auch etwas nach vorne“, urteilt Borussia Mönchengladbachs Trainer über die Neuentdeckung rechts in der Viererkette – die der 21-Jährige natürlich gar nicht ist. „Ich bin nicht überrascht“, tat Favre nach dem Bundesliga-Startelf-Debüt von Julian Korb beim 4:1 gegen Eintracht Frankfurt kund.

Eine Woche später, vor dem Spiel beim Hamburger SV, steht die Wiederholung des Glücksgriffes fest. „Es fängt jetzt ein wenig an für ihn . . .“, sagt Favre. Womöglich ist dieser Anfang ein guter Moment, einem anderen Phänomen ein Ende zu setzen. Borussia hat in den vergangenen Wochen kräftig und zynischerweise erfolgreich daran gearbeitet, eine eklatante Auswärtsschwäche zu manifestieren. Bei der Lösung solcher oft unerklärlichen Probleme – Borussia spielte etwa bei den Bayern, in Augsburg oder zuletzt in Berlin nicht unbedingt wie ein Verlierer – helfen oft Neuigkeiten.

Die Verletzung von Roel Brouwers gegen Frankfurt (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) zwingt Favre, diese mentale Krücke einzusetzen. Tony Jantschke wird durch den Ausfall des Niederländers erneut in der Innenverteidigung aushelfen müssen, diesmal mit Martin Stranzl als Partner, der nach seiner (unberechtigten) Gelb-Rot-Sperre zurückkehrt. Der Weg ist frei für Korb, sich auf Rechts etwas fester zu spielen.

Als Mitglied der Mannschaft, die den ersten Auswärtsdreier in der laufenden Saison holt, gäbe es beim ansonsten eher wechselunwilligen Favre einen Bonuspunkt. Die theoretischen Zeichen stehen also gut: Zuletzt war auch Linksverteidiger Oscar Wendt in Top-Form. Damit besitzt Gladbach eine Außen-Besetzung, die mehr offensive Akzente setzen kann als etwa die Variante Daems/Jantschke. Ein Vorteil bei einem HSV, der zwar unter Bert van Marwijk strukturelle Fortschritte gemacht hat, für eine offensiv- und konterstarke Mannschaft wie die Favre-Elf immer noch genügend Möglichkeiten bietet.

Selbst der erzwungene Verzicht auf einen zweiten spezialisierten Innenverteidiger könnte zum Vorteil werden. Gegen Mannschaften mit nur einer Spitze ist der zweite zentrale Verteidiger zwar nicht überflüssig, aber anders gefordert. Er muss sich öfter rausschieben, um die Spieler aus dem offensiven Mittelfeld früh zu blocken. Jantschke kann das mit seiner Fußball-Intelligenz.

Auf dem Reißbrett sieht es gut aus

In der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt zeigte der 23-Jährige erstklassiges Antizipationsvermögen – ideal, um auch Gladbach-Schreck Rafael van der Vaart zu stoppen. Derweil könnte sich Abwehrrecke Stranzl gewohnt liebevoll um Pierre-Michel Lasogga kümmern. Auf dem Reißbrett also sieht’s für das Unternehmen erster Auswärtssieg gar nicht schlecht aus. In der Wirklichkeit aber taugt das wenig als Allheilmittel, wenn nicht der „soziale“ Aspekt von allen wie gegen Frankfurt verinnerlicht wird: seinem Teamkollegen zu helfen. Juan Arango inklusive.

Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen – Korb, Stranzl, Jantschke, Wendt – Kramer, Xhaka – Herrmann, Arango – Kruse, Raffael

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