Mönchengladbach - Gelingt Branimir Hrgota der Durchbruch?

Gelingt Branimir Hrgota der Durchbruch?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
8339347.jpg
Überzeugte in der Vorbereitung als Borussias torgefährlichster Stürmer: Branimir Hrgota. Foto: sport/schwörer

Mönchengladbach. Erinnerungen und Vorsicht: Die Pflichtspiel-Saison für Borussia Mönchengladbach ist noch nicht gestartet, da richtet sich der Blick bei vielen Protagonisten bereits nach hinten. Das schafft Regionalligist FC Homburg, bei dem der Bundesligist heute in der ersten Runde des DFB-Pokals antreten muss.

„Das wollen wir nicht noch mal erleben“, zeigt sich sogar Trainer Lucien Favre rückwärtsgewandt, aber natürlich nur, um wiederholtes Übel zu verhindern. Wie das Aus im letzten Jahr beim damaligen Drittligisten Darmstadt. Die kollektive Vermeidungsstrategie des Schweizers wird ein Mann blind unterschreiben: Branimir Hrgota, Borussias 21-jähriger Stürmer, lupfte beim Elfmeterschießen in Darmstadt den entscheidenden Versuch an die Latte.

Ein gebrochenes Versprechen

Es war nicht die erste Szene, die bewies, dass der schwedische Angreifer nicht gerade unter mangelndem Selbstvertrauen leidet. Und dass Hrgota heute in der Sturmzentrale auflaufen kann, verdankt er auch einer nicht umgesetzten Strafe seines Sportdirektors. Max Eberl hatte dem Wiederholungstäter bereits drei Monate vor dem Pokal-Aus gedroht: „Ich hätte ihm den Kopf abgerissen, wenn er nicht getroffen hätte.“

Beim vorletzten Spieltag der Saison 2012/2013 chippte der 20-Jährige extrem frech einen Strafstoß ins Netz – eins seiner drei Tore beim 4:2-Sieg in Mainz. Heute setzen der Manager wie auch sein Trainer darauf, dass Hrgota die ausgebliebene Kopflosigkeit dazu nutzt, sein Selbstbewusstsein unter Kontrolle zu halten. Die inzwischen als geflügeltes Wort am Borussia Park geltende Erinnerung Favres „Vergessen Sie Hrgota nicht!“, war nie aktueller als in diesen Wochen:

Der hoch veranlagte Schwede muss nach zwei Jahren Jugendschutz auch endlich über Strecke zeigen, was sich vor allem sein Trainer von ihm verspricht: Gladbachs torgefährlichster Stürmer zu sein. In der Vorbereitung deutete Hrgota mit vier Treffern dieses Vermögen erneut an. In Homburg bietet sich für ihn eine perfekte Gelegenheit. Fängt er hier damit an, den in zwei Jahren angesammelten Kredit seiner Förderer zurückzuzahlen, würde das Max Eberl bei der Suche nach einem schnellen, durchschlagskräftigen Torjäger deutlich entlasten.

Erinnerungen, allerdings der guten Art, kommen auch bei Steffen Korell hoch. Der Teammanager spielte fünf Jahre für Homburg. Seine Kenntnisse frischte der 42-Jährige wieder auf: Sein Ex-Klub wurde wie ein Bundesliga-Gegner beobachtet, Videoanalysen erstellt: Scouting kennt keine Vorurteile, keine David-Goliath-Konstellation. Die Anreise erfolgte professionell bereits am Freitag.

Auch Patrick Herrmann besitzt eine saarländische Vergangenheit. Er kam als 17-Jähriger vom 1.FC Saarbrücken. Homburgs neuer Trainer Jens Kiefer war zwei Jahre lang sein Trainer in Saarbrücken. „Wenn man auf dem Platz steht, muss man Freundschaften vergessen“, kramt der 23-Jährige eine Fußball-Binse raus.

Hahn vor Herrmann

Ob Herrmann sie für 90 Minuten umsetzen kann, ist unwahrscheinlich. Am Beispiel des Flügelflitzers wird das neue Potenzial der Borussia deutlich: Bis dato als schnellster Gladbacher Profi gesetzt, droht ihm derzeit ein Platz auf der Bank, weil Hauptkonkurrent André Hahn neben Sprint- auch Kämpfer-Qualitäten mitbringt und wohl in Homburg auflaufen wird.

Der FC läuft dagegen seiner Form hinterher. Nur ein Punkt aus drei Spielen wird mit dem vorletzten Platz in der Regionalliga Südwest bestraft. Die neu zusammengestellte Mannschaft muss sich erst noch finden. Ginge es nach Präsident Herbert Eder, wäre heute ein guter Zeitpunkt, die Suche erfolgreich abzuschließen: „Vielleicht können wir uns mit einer herausragenden Leistung selbst wieder aus dem Sumpf ziehen.“ Gladbach aber möchte auch nicht in einer schlechten Erinnerung versinken.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Johnson, Sranzl, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Xhaka - Hahn, Traoré - Hrgota, Rafael

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert