Erhält der „irrende“ Dahoud gegen Ingolstadt eine Chance?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
13082445.jpg
Wenn schon kein anderer Beifall klatscht: Bankdrücker Mo Dahoud. Foto: imago/Jan Hübner

Mönchengladbach. Fußball ist manchmal hart. Oder gar asozial? Verletzungen bieten Spielern, die – aus welchen Gründen auch immer – hintenanstehen, Chancen. Das ist bei Borussia Mönchengladbach nicht anders. In Leipzig hat sich Tobias Strobl früh verletzt, der Überraschungsstammspieler fällt rund drei Wochen aus.

Eigentlich eine, um nicht zu sagen die Chance am Samstag gegen den FC Ingolstadt für Mo Dahoud, Gladbachs Riesentalent. Aber der 20-Jährige durchschreitet gerade ein Tief, das sich als recht groß erweist. Und das ausgerechnet in einer Situation, in der Borussia sich keine Risiko-Spiele leisten kann.

Die Mannschaft von André Schubert ist noch nicht gefestigt, der 45-jährige Fußballlehrer bastelt noch an der idealen Besetzung im Herzstück seiner Elf: Nach dem Weggang von Granit Xhaka ist die Renovierung der Doppelsechs hin zu einer festen und stabilen Zentrale der Achse Sommer - Christensen - Stindl/Raffael noch nicht vollendet.

Der Versuch mit Rückkehrer Christoph Kramer und Dahoud scheiterte spektakulär bei Manchester City. Eine Wiederholung drängt sich deshalb nicht gerade für einen so unangenehmen und aggressiven Gegner wie die Schanzer auf. Rein sportlich wäre ein Starteinsatz von Dahoud nur nachvollziehbar, wenn er durch einen Defensivspezialisten wie Christensen oder eben Strobl abgesichert werden würde. Doch bei dem Dänen mag es Schubert in jüngster Zeit lieber, wenn er zwischen Abwehrkette und Sechserposition pendelt.

Dahoud hatte durchaus Möglichkeiten, Vorbehalte, wenn nicht auszuräumen, so doch zumindest zu reduzieren. Doch weder auf der Insel noch in der zweiten Halbzeit gegen Werder Bremen zeigte er den Grell, die Zweikampfstärke und die Balleroberungslust, die er beispielhaft beim Spiel 1 unter Schubert im September 2015 gegen Augsburg gezeigt hat. Offenbar sind ihm diese Qualitäten in der Rückrunde der vergangenen Saison abhanden gekommen.

Gescheitertes „Wunderkind“

Die Heranführung Dahouds, den Wiederaufbau des offensichtlich „irrenden“ Jünglings ist eines der größten Probleme der Gladbacher und eine enorme Herausforderung für Schubert. Deshalb wäre es abwegig, wenn sich die Borussia als „Sanatorium“ für ein gescheitertes „Wunderkind“ anbietet. Gladbach soll an einem Leihgeschäft mit Martin Odegaard interessiert sein, der bei Real Madrid einen Vertrag bis 2021 besitzt und im Dezember 18 Jahre alt wird.

Sportdirektor Max Eberl wollte den Norweger vor gut zwei Jahren kaufen – vergeblich. Einem Leihspieler aber in einem halben Jahr so viele Spiele und so intensive „Reha“-Maßnahmen zu garantieren, in der Hoffnung, dass er – für Real Madrid – wieder auf die talentierten Beine kommt, hat keinen Sinn. Gladbach braucht Spieler, die dem Klub und der Mannschaft helfen können. Mo Dahoud kann das. Und er gehört Borussia. Diese verschüttete Qualität wieder freizulegen, ist wichtiger.

Wenn Schubert ihm dafür am Samstag im Laufe des Spiels oder gar von Anfang an erneut eine Chance bietet, muss der 20-Jährige diese nutzen. In Leipzig hat seine Mannschaft bewiesen, dass sie kämpfen kann. Dahoud muss nachziehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert