Borussia Mönchengladbach: Setzen die Spieler eine Duftmarke?

Von: Heribert Förster
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Dürfen sie mal wieder jubeln? Borussias Offensivabteilung mit Luuk de Jong (von links), Amin Younes und Patrick Herrmann. Foto: imago/v.d.Laage

Mönchengladbach. „Duftmarken zu setzen“, sagt Max Eberl, „das schadet nie.“ Borussia Mönchengladbachs Manager meint die Kritik von Rainer Bonhof, der auf der Vereinshomepage die Spielweise der Mannschaft in Freiburg angeprangert hatte.

Zusammengefasst hatte der Vizepräsident verkündet, dass man Spiel und Kampf nicht angenommen hätte, kein Risiko eingegangen sei. Das ging auch gegen Trainer Lucien Favre, der aber diesen Duft gar nicht erst an seine Nase gelassen hatte. „Ich habe nichts von Bonhof gelesen, und es interessiert mich auch nicht, was er sagt.“

„Rumms!“ schreibt der Boulevard und freut sich über vermeintlich schlagzeilenträchtiges Konflikt-Potenzial. Doch wer glaubt, dass Bonhof auf der Vereinshomepage unbedacht „gezündelt“ hätte, der glaubt auch, dass die Bayern dieses Jahr nicht Meister werden.

Eberls „Patrone“...

Duftmarken gehören zum Fußball wie Elfmeter, und diesmal hat halt der Vize die verbale Grätsche ausgepackt und die allgemeine Unzufriedenheit nach dem 0:2 in Freiburg in Worte gefasst (Eberl verwahrt seine „Patrone“ noch ein bisschen auf ...).

Der kleine Haken: Lucien Favre ist ein Trainer, der mit solchen Scharmützeln nichts anfangen kann. Der Schweizer würde wieder die gleiche Taktik wählen, müsste die Borussia am Samstag erneut in Freiburg antreten. Vorsicht walten lassen, erst einmal das 0:0 halten, das Risiko scheuen. Und deshalb prallt die Kritik an ihm ab.

Samstag (15.30 Uhr) aber geht es nicht gegen Freiburg, sondern es geht gegen die SpVgg Greuther Fürth. Gegen den Tabellenletzten, gegen den trotz aller Favre‘scher Hinweise („auswärts gefährlich“) ganz schlicht ein Sieg Pflicht ist, um die europäischen Ambitionen zu erhalten. Das darf man so schreiben, auch wenn für Favre die Spieler nur von Spiel zu Spiel denken sollen. In Freiburg hätten sie seiner Meinung nach aus einem Grund vergessen, Fußball zu spielen: „Ich hatte das Gefühl, das sie die Tabelle im Kopf haben.“

Xhaka für Marx?

Die Mannschaft stellt sich von alleine auf, bis auf den gelb-gesperrten Martin Stranzl (für ihn spielt Roel Brouwers) sind alle Akteure einsatzfähig. Und deshalb dürfte Favre seine bewährte Aufstellung aufs Feld schicken, auch wenn die Partie am Samstag eigentlich perfekt für einen erneuten Versuch mit Granit Xhaka wäre. Der ohne Zweifel spielstärkste Mittelfeldakteur im Aufgebot könnte der zuletzt arg schwächelnden Offensive, die alleine von Patrick Hermanns Schnelligkeit lebte, besser unterstützen als zum Beispiel die den Sicherheitspass liebende „Ordnungskraft“ Thorben Marx. Gerne würde man wieder einmal wie Rainer Bonhof sehen: „Mal sein Herz in die Hand nehmen, mutig und entschlossen den Weg nach vorne antreten.“

<i>Mögliche Aufstellung: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Marx (Xhaka) - Younes, Arango - Herrmann, de Jong</i>

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