Fürth - Zoltan Stieber, (fast) ein Volltreffer

Zoltan Stieber, (fast) ein Volltreffer

Von: Klaus Schmidt
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Fürth. Tolgay Arslan war gerade im Spiel, eine Minute höchstens. Der frischgebackene U21-Internationale der Türkei bekam den Ball, Arslan stand nicht weit weg vom Tor, und der Schusswinkel ließ noch die Option, platziert zu vollenden.

Es wäre der durchaus verdiente Lohn gewesen für Alemannia Aachen, Trainer Peter Hyballa durfte nach dem 1:1 bei der SpVgg Greuther Fürth feststellen, dass sich seine „blutjunge Mannschaft” von den Prügeln in Karlsruhe bestens erholt hatte.

„Wir haben wieder gut Fußball gespielt - das ist unser Credo.” Und Sport-Geschäftsführer Erik Meijer, als Spieler vor sieben Jahren am historischen 1:7-Debakel beteiligt, war ebenfalls „zufrieden, vor allem mit der Art und Weise”.

„Offene rechte Seite”

Dabei hatte der Auftakt wieder mal Schlimmes befürchten lassen. Mit der vom Trainerstab ausbaldowerten „offenen rechten Seite” war Alemannia aufmarschiert: Zoltan Stieber gab einen verkappten Linksaußen, über den verstärkten Flügel sollte gleich Druck auf Fürths vermeintlich starken Mann Stephan Schröck ausgeübt werden. Nach nicht einmal sechs Minuten kam der „Nackenschlag” (Meijer). Schiedsrichter Sascha Thielert pfiff Handelfmeter, Nicolai Müller verwandelte.

„Eine Fehlentscheidung”, nicht nur aus der Sicht von Verursacher Thomas Stehle. „Klar bekomme ich den Ball an den Ellenbogen. Aber ich versuche mich ja noch wegzudrehen, und der Arm lag am Körper.” Zehn Minuten brauchte Aachen noch, dann wurde das Spiel neu sortiert und der Gastgeber dominiert. „Nach der Führung haben wir dem Gegner die Initiative überlassen. Das war nur noch Reaktionsfußball”, Fürths Trainer Mike Büskens hatte den Anschauungsunterricht nicht bestellt.

Peter Hyballa und Eric van der Luer beobachteten, wie ihr unerfahrene Ensemble mit gerade mal 544 Zweitliga-Einsätzen von Aktion zu Aktion an Sicherheit gewann und die Absprachen strikt einhielt. „Wir sind nicht naiv wie kleine Kinder auf den Ball gegangen, wir hatten immer eine Absicherung nach hinten”, das hatte der Chefcoach sehen wollen.

Die Idee, Stieber in die Startelf zu schicken, erwies sich als Volltreffer. „Ich hatte mir diese Woche schon so etwas gedacht”, sagte der Ungar, „so ist Fußball: Wenn du eine Chance bekommst, dann musst du sie nehmen. Ich denke, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe”, natürlich wolle er jetzt in der ersten Elf bleiben.

„Die erste Halbzeit war richtig stark”, so hatte es Marco Höger auch auf dem Platz empfunden. Da wächst erkennbar was heran in Schwarz-Gelb, Höger ist einer der Protagonisten der neuen Generation und einigermaßen unerschrocken. „Bei den Amas habe ich das genauso gemacht”, warum also sollte er nicht auch als Profi einen Elfmeter versenken so wie in der 55. Minute von Fürth? Darauf hatten sie schon in der Halbzeit spekuliert, dass Sascha Thielert das schlechte Gewissen mit sich herumträgt und bei der nächsten „fifty-fifty-Situation für uns Elfmeter pfeift” - Zoltan Stieber wurde nicht enttäuscht. Es gab wohl einen Kontakt durch Edgar Prib, als der Aachener Zugang aus Koblenz einen Torschuss abgegeben hatte, strafstoßreif war allerdings auch das nicht. Erik Meijer schmunzelte: „Der Schiedsrichter hat da eine Korrektur vorgenommen.”

Danach wurde das Spiel zu einer zerfahrenen Angelegenheit, Alemannia setzte nicht entschlossen nach. Das bemängelte auch der Manager: „Ich hätte da vielleicht erwartet, dass die Jungs sagen: ,So, jetzt killen wir die.´ Die Fürther waren ja fertig.” Und hätten doch noch gewinnen können durch den rasanten Müller oder dank erneut nervöser Lippen von Sascha Thielert kurz vor Schluss. Da bekam Thomas Stehle erneut im Strafraum den Ball an die Hand. „Das wär´s noch gewesen”, sagte der Innenverteidiger, „wegen mir durch zwei Handelfmeter hier zu verlieren.”
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