Aachen - Wucherpfund statt Zentnerlast aus Not

Wucherpfund statt Zentnerlast aus Not

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Drei kurzfristige Ziele hatte sich Alemannia Aachens Sportdirektor Erik Meijer nach dem Ende der Winter-Transferperiode gesteckt: Verlängerung der auslaufenden Verträge mit Thomas Stehle, Kevin Kratz und Timo Achenbach. Zumindest bei der „Axt” war der Knoten schnell durchgeschlagen: Innenverteidiger Stehle verlängerte bis 2013.

Der 30-Jährige hat zudem eine Option für ein weiteres Jahr und soll anschließend nach seiner aktiven Zeit auch weiter im Verein eingebunden werden. Auch bei Torwart Tim Krumpen konnte der Verein Vollzug melden: Der 22-Jährige, der bereits seit neun Jahren für die Alemannia spielt, verlängerte bis 2013.

Eine Hängepartie hat sich momentan bei den Verhandlungen mit Timo Achenbach entwickelt, weil die finanziellen Vorstellungen zu weit auseinander liegen. „Achenbach hat noch einen Vertrag aus der Schmadtke-Zeit: vieles ist festgeschrieben, wenig leistungsabhängig und variabel. Ich möchte das ändern”, ist die Position, mit der Erik Meijer die Vertrags-Verhandlungen betreibt. „Aber ich weiß, dass ich jetzt für die linke Seite auch eine personelle Alternative habe.”

„Habe ein gutes Gefühl”

Ein Zeichen setzen dürfte die Unterschrift von Kevin Kratz unter einen neuen Vertrag. „Wir kommen uns immer näher. Es dauert nicht mehr lange, dann weiß ich, wo wir stehen. Aber ich habe ein gutes Gefühl”, beschreibt Meijer den aktuellen Stand - und hofft, bis zum Ende der Woche mit einer positiven Nachricht aufwarten zu können.

Mit Blick auf die Marktwert-Entwicklung des Kaders kann der 41-Jährige die erhoffte vorzeitige längere Bindung von Höger, Stieber, Uludag&Co. an den Verein dann auch mit größeren Erfolgsaussichten angehen. Die Alemannia spielt aktuell nach Jahren des uninspirierten Verwaltungs-Fußball den unter Trainer Michael Krüger versprochenen „Pfeffer-Kick”.

Peter Hyballa hat das Versprechen schließlich eingelöst, die jungen Spieler bekommen ihre Einsatzzeiten und können sich präsentieren. „Die Jungs haben gut gespielt, Hyballa steht für offensiven Fußball. Mittlerweile melden sich hier Interessenten schon freiwillig und fragen, ob nicht ein Plätzchen für sie frei wäre”, ist Meijer zufrieden.

Die Folge: Tobias Feisthammel kam aus der 3. Liga, spielte sich fast aus dem Stand in die Mannschaft - aktueller Marktwert: 750000 Euro. Der Transferwert von Zoltan Stieber, der ablösefrei von der abgestiegenen TuS Koblenz an den Tivoli kam, wird mittlerweile mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Kevin Kratz hat seinen Marktwert (jetzt eine Million) ebenso verdreifacht wie Kapitän Benny Auer (1,5 Millionen), der nach eigener Aussage als „Talent im Endstadium” kam, in Aachen Kapitän wurde, in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Zweiten Liga war und erneut das Ranking der „Knipser” anführt. Der Transferwert von Alper Uludag und Marco Höger, die beide aus dem eigenen Nachwuchs kamen, liegt mittlerweile ebenfalls im siebenstelligen Bereich. „Das ist eine schöne Entwicklung”, freut sich Erik Meijer über den erfolgreich eingeschlagenen Weg, der aus der Zentnerlast der finanziellen Not ein Wucherpfund gemacht hat. „Aber das kommt natürlich erst zum Tragen, wenn jemand kommt und das Geld auf den Tisch legt.”

Bislang hat es nach Angaben des Sportdirektors erst eine konkrete Anfrage gegeben von Vereinen oder Spielerberatern: Kurz vor Ende der Transferperiode erkundigte sich Stefan Kuntz vom 1. FC Kaiserslautern, ob Zoltan Stieber kurzfristig in die Pfalz wechseln könnte. „Ich habe ihm gesagt, dass ich in der kurzen Zeit keinen adäquaten Ersatz bekommen kann und abgelehnt”, beschreibt Meijer das kurze Telefonat, bei dem noch nicht einmal Ablöse-Vorstellungen ausgetauscht wurden.

Alemannia-Talk mit drei Youngstern

Mit Tobias Feisthammel, Tolgay Arslan und Marco Höger feiern beim Alemannia-Talk am Mittwoch gleich drei Profis aus der jungen Garde ihr Debüt. Über Perspektiven und Ziele des Aachener Zweitligisten wird sich zudem Trainer Peter Hyballa äußern.

Termin: Mittwoch, 16. Februar, um 19 Uhr im Sportpark Kohlscheid, Kaiserstraße 96.

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