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Wie damals im Pokal: Alemannia legt Jubel-DVD ein

Von: Klaus Schmidt
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Eine Rarität: Alemannia jubel
Auch am Montagabend im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt wollen die Alemannen wieder jubeln. Foto: imago/Krieger

Aachen. Vielleicht ist die Eintracht ja schon am frühen Sonntagnachmittag aufgestiegen, nach dem (geheimen) Abschlusstraining in Frankfurt, das Armin Veh angesetzt hat, während der SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf spielen.

Vielleicht wird doch das Feierverbot missachtet, abends im Mannschaftshotel die Bar geplündert und am Montag der eine oder andere etwas schwach auf den Beinen sein. Das könnte die Aufgabe für Alemannia Aachen etwas erleichtern - einerseits.

Andererseits: Es würde auch bedeuten, dass der Karlsruher SC - neben Hansa Rostock einzig verbliebener Konkurrent im Abstiegskampf - gepunktet und den Druck im schwarz-gelben Kessel fast bis zur Explosion getrieben hätte. „Wir können es eh nicht beeinflussen”, sagt Ralf Aussem, es ist auch nicht von Belang, was auf den anderen Plätzen passiert.

„Wir können im Prinzip nur noch gewinnen”, oder besser: Der Interimscoach und seine Equipe müssen gewinnen. „Vielleicht sind wir ja die Ersten, die die Statistik widerlegen.” Tabellenletzter drei Spieltage vor Saisonschluss, das bedeutete bislang immer auch Abstieg.

Wirtschaftlich ist Alemannia für eine weitere Zweitliga-Saison qualifiziert, die Lizenz erteilt, wenn der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Verträge zur Umfinanzierung des Stadions vorliegen, eine Formsache. Sportlich wird die Luft immer dünner, doch Aussem hat auch nach dem 0:2 beim MSV Duisburg versucht, „die positiven Dinge herauszustellen. Die negativen bringen uns nicht weiter.”

Einiges erinnert nun an das letzte Gastspiel von Eintracht Frankfurt auf dem Tivoli, kurz vor Weihnachten 2010. Peter Hyballa hatte die Mannschaft damals mit einer euphorischen DVD eingestimmt, im Elfmeter-Krimi warf Aachen den Erstligisten aus dem Pokal. Auch Aussem hat eine Zusammenstellung von Toren und Jubelszenen in Auftrag gegeben, immerhin fünf Treffer sind seit seinem Dienstantritt hinzugekommen.

Die Partie am Montag habe durchaus „Pokalspiel-Charakter, da muss alles stimmen. Wir müssen die Zuschauer von Anfang an mit ins Boot nehmen.” Eine zusätzliche Herausforderung - unter den erwarteten 25.000 werden 5000 Frankfurter sein.

Heute soll auch Kim Falkenberg wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, einige Profis schleppten sich durch die Woche wie Aimen Demai (ebenfalls Adduktoren) oder Benny Auer (muskuläre Probleme). Vermutlich wird Ralf Aussem die Startelf nur auf einer Position verändern und der zuletzt gesperrte Alper Uludag für U 23-Mann Sascha Marquet ins Team zurückkehren.

„Alle ziehen mit”, sagt der Coach. „Das ist das, was ich von außen sehe”, und er gehe davon aus, „dass auch der eine oder andere, der schon was in petto hat für die nächste Saison, bis zum Schluss alles für Alemannia gibt”. Zu erkennen, was in den Köpfen vorgeht, „so weit bin ich noch nicht mit meiner Zauberei”. Doch als Zauberer war Aussem ja auch nicht angetreten.
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