„Völlig unnötig“: Alemannias Auswärtsserie reißt

Von: Klaus Schmidt
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Luftduell: Alemannias Sasa Strujic (links) mit dem Kölner Daniel Reiche, der nach einer Verletzung stets mit Kopfschutz spielt. Foto: H. Bucco

Köln. Sage und schreibe 21 Spieler, die schon als Profis unterwegs waren, stehen im Kader von Viktoria Köln. Doch auch unter dem prominenten Trainer „Pele“ Wollitz wird der Klub das Klassenziel verfehlen, zu viele Unentschieden verderben die Rechnung. Und nun kam auch noch Alemannia Aachen in den Sportpark Höhenberg, mit der Empfehlung einer Niederlagen-losen Auswärtsserie seit 20. Oktober letzten Jahres.

Die endete jetzt, 0:2 unterlagen die Schwarz-Gelben, „total unnötig“, wie Chefcoach Peter Schubert resümierte. „Wir hatten gerade in der ersten Halbzeit die besseren Chancen, haben nichts zugelassen, waren die aktivere Mannschaft.“

Warum es am Rhein so schön ist, konnte Alemannia vor dem Anpfiff sportlich beantworten: Sowohl bei Fortuna als auch beim „kleinen“ FC hatte das Team gewonnen. Mitten in der „englischen Woche“ verordnete der Cheftrainer seinem Team eine fast schon Bayern-mäßige Rotation. Marco Neppe (Bank), Jochen Schumacher, Jannik Stevens und Domagoj Duspara wurden geschont, in die Mannschaft rückten Sasa Strujic, Armand Drevina, Mazan Moslehe und erstmals nach siebenmonatiger Verletzungspause Kris Thackray. Auch auf den Positionen mischte Alemannia durch; der englische Innenverteidiger verteidigte rechts, Michael Lejan links, Drevina bildete mit Aimen Demai die Doppelsechs, Rafael Garcia gab den „Zehner“.

Auf Abwarten war Aachens Spiel nicht justiert. Die Gäste standen hoch, sie beschäftigten Viktoria vom Anstoß weg und suchten mit schnellen vertikalen Pässen den Weg zum Tor. Auch wenn Köln die erste Chance hatte – Pagano setzte sich gegen Marcus Hoffmann durch, Frederic Löhe lenkte den Ball zur Ecke (8.) –, strahlte die Ale- mannia eindeutig mehr Engagement und Dominanz aus. Wie in der 19. Minute: Garcia ließ drei Gegner ins Leere laufen, er hatte den Blick für den frei stehenden Sascha Marquet, dem der Ball jedoch über den Spann rutschte.

Die rund 800 Aachener Fans unter den 1537 Zuschauern bekamen richtig Spaß mit ihrer Mannschaft. Hoffmann kam zu einer Kopfballchance (30.), Peter Hackenbergs eigentlich schon verunglückter Befreiungsschlag wurde zur Vorlage für Garcia, der am Fuß von Viktoria-Keeper Pellatz scheiterte (33.), „ich wollte ihm durch die Beine spielen“. Keine Minute später klärte Kölns Kapitän Wunderlich nach einem Marquet-Kopfball auf der Linie. Während der vermeintliche Favorit (in diesem Jahr ungeschlagen) nur noch ein Mal durch einen Distanzschuss von Nottbeck in Löhes Nähe kam, verzichtete Alemannia auf das Mittel des langen Balls und beeindruckte mit einer der spielerisch besten Leistungen in dieser Saison. Es ist nicht allzu weit hergeholt, die Rückkehr von Aimen Demai in diesen Zusammenhang zu stellen.

Aachen hielt die Schlagzahl hoch, presste, lief, kämpfte um den Sieg. Das war durchaus mit Gefahren verbunden, Spinrath hatte Platz auf der linken Seite und verzog den Ball knapp am langen Eck vorbei (57.). Die Intensität forderte Tribut von der Schubert-Elf. Nach einer Stunde ging die Tankanzeige Richtung Reserve, die Konzentration ließ nach, die Fehlerquote stieg. Manno durfte flanken, Thackray kam zu spät, der eingewechselte Fatih Candan köpfte Viktoria in Führung (70.).

Unverbrauchte Kräfte mussten her, Neppe, Marvin Ajani und als zweite Spitze Abedin Krasniqi. Den großen Sturmlauf zum siebten ungeschlagenen Auswärtsspiel in Serie konnte Alemannia aber nicht mehr starten, Candan (87.) hämmerte den Ball nach einem Konter auf Vorlage von Pagano zum 2:0 unter die Latte.

„Wir waren klar auf Augenhöhe, wenn nicht mehr“, sagte Aimen Demai. „Aber damit kann man nicht zufrieden sein, wenn man besser im Spiel ist.

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