Verfahren zwischen Alemannia und Kraemer unterbrochen

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Alemannias Ex-Geschäftsführer Frithjof Kraemer wird vorerst nicht im Aachener Landgericht Platz nehmen. Das Verfahren ist unterbrochen.

Aachen. Das Verfahren, das Alemannias ehemaliger Geschäftsführer Frithjof Kraemer vor der Kammer für Handelssachen am Aachener Landgericht angestrengt hat, wird unterbrochen. Der Grund dafür ist die Eröffnung der Insolvenz der Spielbetriebs GmbH von Alemannia Aachen. Die Zivilprozessordnung (§ 240) schreibt die Pause vor, sobald im Verfahren die Insolvenzmasse einer Partei betroffen ist.

Ursprünglich sollte der dritte Termin Ende dieser Woche stattfinden. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Bender hat alle vorsorglich ins Auge gefassten Termine bereits aufgehoben. Da Bender Ende Juli in den Ruhestand tritt, zeichnet sich ab, dass das gesamte Verfahren mit neuer Kammerbesetzung Ende des Jahres fortgesetzt werden muss, wenn Alemannias Insolvenz dann möglicherweise beendet ist.

Bislang sind an den ersten Verhandlungstagen weder Zeugen noch Gutachter vernommen worden. Der neue Vorsitzende übernimmt das Verfahren beim gegenwärtigen Stand. Die Kammer wird selbst entscheiden, ob sie das Verfahren noch einmal komplett neu aufrollt oder schon auf die bestehenden Feststellungen und Erkenntnisse zurückgreift.

Kraemer will vom Gericht feststellen lassen, dass seine fristlose Kündigung von Ende Oktober letzten Jahres nicht wirksam ist. Erst ein paar Wochen vorher hatte Alemannias Aufsichtsrat seinen Vertrag zumindest bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Vor Gericht zeichnete sich bereits nach wenigen „Spielminuten“ ab, dass es eine gütliche Einigung zwischen den Parteien nicht geben wird. Weder wollte Kraemer seine Klage, noch Alemannia die fristlose Kündigung zurückziehen.

Und so wurden ins Verfahren ein paar schöne Details aus dem Binnenleben des kranken Klubs eingeführt. Alemannia-Anwalt Johannes Delheid hatte ein ganzes Paket an Verstößen und Inkompetenzen angeführt, die allesamt aus seiner Sicht schon einzeln die „fristlose Kündigung“ rechtfertigen würden. Alemannias Prozessbevollmächtigter kündigte schon einmal zivilrechtlich eine „Millionen-Klage“ gegen den langjährigen leitenden Angestellten an. Kraemer dagegen hatte sich als „Opfer“ der fortgesetzten sportlichen Misere und der kaufmännischen Ignoranz von Ex-Manager Erik Meijer geschildert. Der 40-Jährige berichtete auch, dass er fortgesetzt an den damaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Meino Heyen, berichtet habe.

Kraemers möglicherweise mangelhafte Unterrichtung des Kontrollgremiums ist einer der Streitpunkte im Verfahren. Heyen war als Zeuge vorgesehen.

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