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Und es gibt doch Potenzial am Tivoli

Von: Klaus Schmidt
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Welch eine Freude: Mirko Casper (links) hat nach langer Verletzungspause endlich als Profi getroffen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Gerade mal drei Spiele waren gespielt Anfang September, als eine Abordnung des Kaders beim damaligen Sportdirektor Jörg Schmadtke um einen Termin bat. Die Mannschaft fühlte sich herrlich unwohl im taktischen Konzept von Trainer Jürgen Seeberger, primär ausgelegt auf das Zerstören gegnerischer Pläne und weniger auf die Entwicklung eigener Ideen.

Ein paar Tage nach dem Verzweiflungsruf tauchte der FC Ingolstadt am Tivoli auf, und Alemannia Aachen presste, ging ein höllisches Tempo und kreierte Chancen, die zu einem Schützenfest gelangt hätten.

Es war eher die Ausnahme von der Regel, die sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht: Die Schwarz-Gelben laufen zu großer Form auf, wenn der Gegner an einem Fußballspiel interessiert ist, und sie stehen wie der Ochs vorm Berg, wenn die andere Elf Beton anrührt.

Am Freitagabend bittet Ingolstadt - Letzter der Rückrundentabelle - zur Revanche für das 0:1; Seeberger bemüht nach dem grandiosen 6:2 gegen den 1. FC Nürnberg wieder mal das Wort vom „Nachlegen” in einem Auswärtsspiel.

Mirko Casper kannte den Fluch bislang nur als Unbeteiligter, dem einzigen Sieg in der Fremde (3:0 in Frankfurt) war ein 0:2 gegen Ahlen vorausgegangen, nun - eine Woche nach seinem Comeback mit Premieren-Tor - ist der Verteidiger „gespannt, was diesmal rauskommt. Ich kann das schwer einordnen.”

Ein schöner Schutzschild

Der neue Sportdirektor Andreas Bornemann hat es jüngst sogar im Vereinsblatt Tivoli-Echo allen schriftlich mitgegeben: Die wirtschaftlichen Möglichkeiten begründen Platz 6 bis 8 als realistische Zielsetzung.

Das ist natürlich ein schöner Schutzschild für den Trainer - die Mannschaft versteht das noch lange nicht als Legitimation oder gar als Aufforderung, am Ende tatsächlich Sechster oder Achter zu werden.

„Jeder will aufsteigen”, sagt Mirko Casper. „Wenn du die Chance hast, an den vorderen Plätzen zu schnuppern, dann willst du auch dran bleiben.”

Mit dem im Vereinsorgan als lästig und nervend dargestellten „ständigen Gerede vom Potenzial” hat die Belegschaft in kurzen Hosen offensichtlich kein Problem. „Das Potenzial steckt auf jeden Fall in der Mannschaft. Und es wäre fahrlässig, dieses Potenzial liegenzulassen.”

Ingolstadt ist nun die nächste Gelegenheit, mit einer schlechten Tradition zu brechen. „Wir wollen dieses Spiel gewinnen”, sagt Jürgen Seeberger, „sonst ist unsere Ausgangslage wieder die gleiche wie vor dem Nürnberg-Spiel.”

Noch hat die Deutsche Fußball Liga es nicht hinbekommen, eine Klasse zu gründen, die nur aus einem oberen Tabellendrittel besteht: Gegen die Spitzenteams Freiburg, Fürth, Mainz, Kaiserslautern und Nürnberg hat Alemannia (ohne Niederlage) im Schnitt zwei Punkte pro Spiel geholt. Aus den restlichen 20 Partien verbucht der Zweitligist nur noch einen Schnitt von 1,4.

Und das liegt wohl kaum am Etat.
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