Trotz Remis Beifall zum Jahresausklang

Von: Christoph Pauli
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Alemannia Aachen - SC Paderborn 07
Der Aachener Cristian Fiel (links) und der Paderborner Rolf-Cristel Guie-Mien kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Aachen. Der letzte Beifall am Tivoli fiel dann überraschend lautstark aus. 1:1 endete Alemannias Partie gegen den SC Paderborn. Eine Enttäuschung mehr in einer an Enttäuschungen nicht sonderlich armen Saison.

Das Publikum, das nach dem letzten Heimspiel kollektiv den Daumen gesenkt hatte, honorierte den Willen und die Einsatzbereitschaft, obwohl selbst das kurzfristige Hinrundenziel „20 plus X” Punkte gefährdet ist. Vor dem Jahresfinale in Duisburg hat das Team exakt 20 Punkte.

„Wohl oder übel findet hier ein Umbruch statt”, sagt Trainer Michael Krüger. „Diese 20 Punkte sind für Aachener Verhältnisse nicht zufriedenstellend, aber letztlich muss man die Dinge so annehmen.”

Annehmen muss man, dass die Mannschaft definitiv stark genug ist, die Liga zu halten, aber definitiv nicht stark genug ist für deutlich höhere Ansprüche.

In der Pause kündigte Stadionsprecher Robert Moonen die Highlights der ersten Halbzeit auf der Videowand an. Wirklich Highlights, gleich mehrere Höhepunkte? Sie mussten minutenlang zusammengekratzt werden, heraus kam nur ein Torschuss. Da waren schon 42 Minuten gespielt, und dieser Torschuss verdiente auch deshalb besondere Erwähnung, weil er gleich zu einem Treffer führte. Mirko Casper verwandelte freistehend am Fünfmeterraum zum ersten Saisontreffer. Casper war etwas überraschend in der Startformation aufgetaucht, für den zuletzt nicht schwachen Aimen Demai, der Trainer setzte mehr auf das Programm „Malocher”. Aachens rechte Verteidiger haben nun immerhin drei Treffer in dieser unerquicklichen Hinrunde erzielt, eine Quote, von der alle Mittelfeldspieler zusammen noch träumen.

Trainer Krüger hatte gleich die gesamte rechte Seite neu formiert. Polenz stand erstmals in dieser Saison in der Startelf und ersetzte den knöchelgeplagten Adlung. Das Spiel bis zum Gegentreffer ist in einem Satz erzählt: Drei harmlose Eckbälle, Fehlpässe im dreckigen Dutzend. Im Kern war das Spiel bis zum überraschenden Höhepunkt eher ein Vergehen an der eigentlich doch sehenswerten Sportart Fußball.

Und zu dem wenig attraktiven Spiel passte vorzüglich der hübsch gebräunte Schiedsrichter Deniz Aytekin, der notorisch die Vorteils-Regel ignorierte und eher konfus unterwegs war.

Aachen machte aus einer Chance einen Treffer, die Bilanz von Paderborn war am Ende noch besser: Sie schafften aus keiner Chance einen Treffer. Aytekin sah beim Zweikampf von Olajengbesi gegen Sören Brandy ein Foul, im Gegensatz zu seinem besser postierten Assistenten. Den zumindest umstrittenen Strafstoß verwandelte Gaetano Manno zum 1:1 (65.).

Die Hausherren standen mit dem Rücken zur Wand, und dennoch war das letzte Drittel ihr bestes. Sie nahmen Fahrt auf, spielten zielstrebiger, kreierten endlich Chancen. Aachens Torschütze Mirko Casper lag da schon nach einem Zusammenprall mit Sören Gonther in der Kabine, genäht an einer Platzwunde über dem linken Auge. „Ein Glück, dass er gerade geheiratet hat, mit dem aktuellen Aussehen würde er so schnell kein Mädel finden”, witzelte Aachens Trainer.

Am Ende war es ein schmeichelhafter Erfolg für die gut organisierten Gäste. Nemeths Kopfball zischte nur hauchzart am Pfosten vorbei (83.), Auers Linksschuss war zu harmlos (86.).

„Auch wenn es keiner so recht hören will, aber es geht nur langsam Schritt für Schritt nach vorne”, bilanzierte Kapitän Cristian Fiel, der überraschend ausgewechselt wurde. Zufriedenheit sieht dennoch anders aus. Im Spiel kassierten die Aachener drei Gelbe Karte wegen Meckerns oder Reklamierens. Sturmführer Benny Auer sammelte gleich zwei Verwarnungen ein (92.) und geht nun gesperrt vorzeitig in die kurzen Weihnachtsferien.
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