Trotz engagierter Darbietung: Alemannias sechste Niederlage in Folge

Von: Christoph Pauli
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An engagierter Leistung hat es nicht gemangelt. Trotzdem geht für Alemannia Aachen die Fahrt weiter in den Keller. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Am Ende stand das erwartete Ergebnis: Viktoria Köln siegt am Tivoli 1:0. Die Reaktionen darauf fielen ungewöhnlich aus. Während der siegreiche Gästetrainer Pele Wollitz mit der Leistung seiner Mannschaft haderte, betonte Alemannias Trainer Peter Schubert den Aufwärtstrend.

Die Mannschaft hat in der Tat schon schlechter gespielt und gewonnen, den dramatischen Trend stoppte sie trotz engagierter Darbietung nicht: 4800 Zuschauer sahen die sechste Niederlage in Folge. Der Fahrstuhl kennt nur eine Richtung, Alemannia ist wieder auf dem Keller in den Keller. Und doch gab es keine Pfiffe am Tivoli, die Mannschaft hat sich mit aufopferungsvollen Kampf nicht angreifbar gemacht. „Das Aachener Publikum ist schon krass", staunte Keeper Frederic Löhe begeistert. "Wenn du hier diese Leidenschaft zeigst, akzeptieren sie auch die sechste Niederlage in Serie.“

Peter Schubert hatte wieder ein bisschen umsortiert. Sascha Marquet kehrte zurück, Mazan Moslehe stand erstmals in der Startformation, während für den bislang besten Torschützen, Dennis Dowidat sich kein Kaderplatz mehr fand. „Wir müssten mal 20 Minuten ohne Gegentreffer überstehen“, hatte sich Sasa Strujic vor dem Anpfiff gewünscht. Der kleine Teilerfolg gelang - wenn auch glücklich. Sebastian Glasner hätte aus sechs Metern abstauben können, nachdem der gute Niko Opper den Ball geblockt hatte (14.), dann köpfte Lukas Nottbeck den Ball aus sechs Metern genauso hoch über das Tor (20.). Die Gäste vergaben Luxus-Chancen. „Das Gefühl wird schon mal besser, wenn nicht der Eindruck entsteht, dass wir wieder bei den ersten Gelegenheiten in Rückstand geraten“, atmete Peter Hackenberg durch.

Die Mannschaft war gut unterwegs. Nach einer zielstrebigen Kombination über Strujic und Drevina, fischte Kölns Keeper Rafael Koczor Sascha Marquet den Ball in letzter Sekunde vom Stiefel (14.). Der Torwart ließ sich später auch nicht von Moslehe (26.) und vom torgefährlichen Marquet (31./34.) überwinden. Der turmhohe Favorit wankte, und das Kabinen-Donnerwetter von Wollitz wird in punkto Lautstärke auf ewig einen Vorderplatz in der Liste der Pausen-Ansprache einnehmen. Kurzzeitig nahm der Favorit Fahrt auf, Sebastian Spinrath hätte aus kurzer Distanz einlochen können (48.). Aachen befreite sich schnell aus dem Klammergriff, Moslehe verpasste knapp ein Zuspiel von Krasniqi (54.), dann vergab der Albaner selbst freistehend im Fünfmeterraum (56.). „Unser größtes Problem ist das Verwerten unserer Chancen“, analysierte Peter Schubert später.

Die Mannschaft hat sich auf Tor-Diät gesetzt. Das Glück ist in dieser Phase auch kein zuverlässiger Begleiter mehr, die Mannschaft bekam einen Elfmeter versagt. Schiedsrichter Sven Waschitzki verlegte den Tatort nach einem Foul an Moslehe außerhalb des Strafraums. „Vielleicht hat es etwas mit der Qualität der Schiedsrichter zu tun, vielleicht wollen sie unbedingt demonstrieren, wie sie gegen das Publikum pfeifen können“, war Schubert später sauer. "Das erleben wir nicht zum ersten Mal."

Die Entscheidung fiel dann wieder auf vertraute Art und Weise. Der Ball schwebte nach einem Eckball herein. 196 Zentimeter Peter Hackenberg konnten 201 Zentimeter Jannik Löhden nicht aufhalten, und der größte Spieler der Liga köpfte das Tor des Tages nach 80 Minuten. „Und doch war dieses Spiel ein Schritt in die richtige Richtung“, beharrte Aachens Kapitän später. „Unter allen Niederlagen war das unser beste Partie“, fand auch Löhe positive Aspekte in der langen Pannenliste.

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