Stehen sogar 13 Zweitliga-Spiele unter Verdacht?

Von: dpa/pa
Letzte Aktualisierung:
VfL Osnabrück - Marcel Schuon
Der Osnabrücker Trainer Claus-Dieter Wollitz (rechts) schimpft nach Spielschluss mit seinem Spieler Marcel Schuon (links), der den entscheidenden Fehler zum letzten Gegentor machte. Fußball-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat im Wettskandal die DFB-Strafe gegen seinen Ex-Spieler Marcel Schuon als zu gering kritisiert. Der frühere Coach des VfL Osnabrück forderte eine Haftstrafe. Foto: dpa

Berlin/Aachen. 13 Spiele der 2. Fußball-Bundesliga und damit mehr als bisher angenommen sollen nach Angaben des ARD-Magazins „Fakt” unter dem Verdacht der Manipulation stehen. Die zuständige Bochumer Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag lediglich drei Spiele.

Sie seien in die Anklageschriften der beiden anstehenden Prozesse vor dem Bochumer Landgericht aufgenommen worden. An allen drei Partien war der VfL Osnabrück beteiligt. Die Staatsanwaltschaft nannte die Auswärtsspiele am 2. Mai 2008 beim FC Carl Zeiss Jena (1:1), am 17. April beim FC Augsburg (0:3) und am 13. Mai 2009 beim 1. FC Nürnberg (0:2).

In diesem Zusammenhang war Ex-Profi Marcel Schuon vom DFB-Sportgericht vor zwei Wochen wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Jahre und neun Monate gesperrt worden. Er soll sich gegenüber dem Inhaber eines Wettbüros zum Versuch der Manipulation bereiterklärt haben.

Das DFB-Sportgericht sah es zudem als erwiesen an, dass Schuon versucht habe, noch das Osnabrücker Spiel am 21. November 2008 bei Alemannia Aachen (1:3) zu beeinflussen. Dieses Spiel nannten weder „Fakt” noch die Staatsanwaltschaft. Schuon habe die Vorwürfe im wesentlichen eingeräumt, hieß es weiter. Allerdings war aus DFB-Sicht nicht nachzuweisen, dass tatsächlich manipuliert wurde.

Beim DFB ermittelt der Kontrollausschuss nach Angaben von Sprecher Ralf Köttker gegen 15 Spieler und einen Schiedsrichter. Bei dem Unparteiischen gehe es allerdings nur um eine Schutzsperre. Zur Anzahl der betroffenen Spiele machte Köttker keine Angaben: „Mehr gibt es nicht zu sagen, weil es sich um ein schwebendes Verfahren handelt.”

Der erste Prozess im größten europäischen Fußball-Wettskandal soll am 6. Oktober beginnen. Angeklagt sind zwei 35 und 55 Jahre alte Männer, die der Führungsebene der Wettbetrüger zugerechnet werden. Ihnen wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in 16 beziehungsweise 22 Fällen vorgeworfen.

WM-Schiedsrichter Stark leitete Partie am Tivoli

Die Partie am Tivoli war tatsächlich nicht ohne Zündstoff: Ohrenzeugen haben die Wutrede von Pelé Wollitz noch in Erinnerung. Nach dem Spiel seines VfL Osnabrück bekam sich der damalige Trainer in der Gästekabine kaum noch ein. 3:1 hatte Alemannia eine Partie gewonnen, die jetzt im Zusammenhang mit dem Wettskandal auftaucht. Dieser Sieg entsprach kaum dem Spielverlauf. „Selbst ein Punkt wäre heute zu wenig gewesen”, urteilte nicht nur Wollitz.

Fiel brachte Aachen nach 52 Minuten in Führung, Thomas Cichon glich per Strafstoß (59.) aus. Die Entscheidung fiel in den letzten Minuten. Erst traf Auer in den Winkel (88.), dann zirkelte Lehmann einen Ball fast von der Mittellinie ins verlassene VfL-Tor. Der verdächtige Schuon spielte rechter Verteidiger. Die Partie wurde vom WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark geleitet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert